Neu ab Mai Masken, Tests, Quarantäne - Diese Coronaregelen gelten jetzt

Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich weiter. So wurden auch im Mai wieder einige Regeln verändert. Besonders in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, die bis zuletzt noch als Corona-Hotspots galten, gibt es zusätzliche Lockerungen. Was, wo gilt, erfahren Sie hier.

Ein Stempel mit der Aufschrift "Quarantäne".
Die Zeit in Quarantäne soll bald flächendeckend nur noch fünf Tage betragen. (Archiv) Bildrechte: IMAGO/Lobeca

Bundesweiter Basisschutz

Bundesweit gilt aktuell der sogenannte Corona-Basisschutz. Dazu zählt die Maskenpflicht in Bus, Bahn und im Flugzeug. Auch in bestimmten Einrichtungen, vor allem aus dem Gesundheits- und Pflegesektor, muss weiterhin eine Maske getragen werden. In Schulen, Kitas, Kliniken und Pflegeeinrichtungen sind Tests nicht mehr verpflichtend. Sie können allerdings angeordnet werden.

Die vorgeschriebene Isolation für Corona-Infizierte soll flächendeckend auf fünf Tage verkürzt werden. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in der vergangenen Woche im Prinzip verabredet. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine Verkürzung empfohlen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sprach sich zudem für ein abschließendes Freitesten "zumindest als dringende Empfehlung" aus. Dieser Empfehlung folgt auch das RKI in ihren neuen Corona-Leitlinien. Die konkrete Umsetzung der Isolationsregelen liegt bei den Ländern. In mehreren Ländern gibt es bereits Neuregelungen. Das ist der aktuelle Stand:

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei einer Pressekonferenz im Bundesgesundheitsministerium.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plädiert für das Freitesten nach fünf Tagen Isolation. (Archiv) Bildrechte: dpa

Diese Corona-Regeln gelten in den Bundesländern

Als letztes Bundesland hat Hamburg am vergangenen Wochenende noch bestehende strengere Schutzvorgaben beendet. Der Stadtstaat hatte für mehrere Wochen eine gesetzliche "Hotspot"-Klausel für Regionen mit kritischer Pandemie-Lage genutzt. Seit Samstag (30.04.) kann man in der Hansestadt etwa wieder ohne Maske einkaufen gehen. FFP2-Masken müssen noch in Bussen, Bahnen, Kliniken und Pflegeheimen getragen werden.

Auch Mecklenburg-Vorpommern war bis zur vergangenen Woche noch Corona-Hotspot. Das bedeutete unter anderem 2G-Plus in Clubs und Diskotheken und auch eine Maskenpflicht in Kinos und Theatern. Beides fällt nun weg. Es gilt der Basischutz.

Mehrere Bundesländer sind bei einer Verkürzung der vorgegebenen Isolationszeit für Corona-Infizierte bereits vorangegangen. In Baden-Württemberg verständigten sich das Sozialministerium und die Fraktionschefs von Grünen und CDU bereits in der vergangenen Woche darauf, die Isolation auf fünf Tage zu verkürzen. Bisher gilt für Infizierte eine verpflichtende Isolation von zehn Tagen - mit möglichem "Freitesten" frühestens nach sieben Tagen.

In Berlin beträgt die aktuelle Isolationszeit für Infizierte noch zehn Tage. In Gastronomie, Kultur und Sport gelten keine Einschränkungen mehr. Masken müssen nur im ÖPNV und in Arztpraxen getragen werden. Die Testpflicht in Schulen und Kitas soll am 8. Mai fallen.

Ein Mann mit FFP2-Maske im öffentlichen Nahverkehr
Masken sind nur noch in wenigen Einrichtungen bzw. in Bus und Bahn nötig. (Archiv) Bildrechte: imago images / photosteinmaurer.com

Die Isolationspflicht wird in Bremen ab Mai von sieben auf fünf Tage verkürzt. Man braucht dafür allerdings einen negativen Test aus einem Testzentrum. In Schulen fällt die Testpflicht weg, nicht aber in Kitas. Zudem ist in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen eine FFP2-Maske nötig. Ein medizinischer Mund-Nase-Schutz reicht nicht.

In Hessen gibt es keine Einschränkungen aus dem Basisschutz für medizinischen Einrichtungen, Kliniken und Pflegeheime. Die Quarantänezeit von Infizierten beträgt nur noch fünf Tage. Neu ist, dass ungeimpfte Familienangehörige von positiv Getesteten nicht mehr in Quarantäne müssen.

Für den Schul- oder Kita-Besuch ist in Niedersachsen seit Montag (02.05.) kein negativer Corona-Test mehr verpflichtend vorgesehen. Wer sich freiwillig testen möchte, erhält dafür im Mai laut Kultusministerium drei Testkits pro Woche. Das gilt für alle Schüler sowie für Kita-Kinder ab drei Jahren. Diese Änderungen hatte das Ministerium bereits angekündigt. Die Maskenpflicht lief bereits aus. In Kinos, Theatern, Klubs, Hotels, Restaurants und Sportstätten gibt es keine generellen Coronabeschränkungen mehr, auch wenn Betreiber von ihrem Hausrecht Gebrauch machen können und Tests oder Masken verlangen dürfen. 

Das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen will eine kürzere Isolationszeit für Corona-Infizierte in Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche festlegen. "Ich halte eine Verkürzung der Isolationsregelungen für vertretbar, insbesondere, wenn sie durch eine verpflichtende Freitestung durch eine offizielle Teststelle abgesichert ist", so Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Ansonsten gilt der Basischutz. Genau wie in Brandenburg.

Ab Anfang Mai soll im Südwesten zudem ein abschließendes Freitesten nach fünf Tagen für die meisten Menschen entfallen, sofern sie zwei Tage keine Symptome mehr hatten. Ausnahmen gibt es für Personal in Kliniken oder Pflegeheimen. Baden-Württemberg folgt damit dem Beispiel Bayerns, wo diese Regelung schon seit Mitte April gilt. Dazu gehört auch der Wegfall der Masken- und Testpflicht in Schulen und Kitas. Auch Rheinland-Pfalz und Thüringen haben angekündigt, diesen Weg zu gehen.

Antigen-Tests mit den drei möglichen Ergebnissen
Möglich, dass man sich nach fünf Tagen Quarantäne freitesten muss/soll. (archiv) Bildrechte: imago images/Lobeca

Die Gesundheitsämter des Saarlands haben bislang keine Anweisung, die Dauer der häuslichen Isolation zu reduzieren. Die Schulprüfungen wurden von drei auf zwei pro Woche reduziert. In Sachsen gibt es in den meisten Bereichen weder Maskenpflicht noch Zugangsbeschränkungen. Auch die Testpflicht für Schüler und Lehrende wurde aufgehoben. In Schulbussen müssen weiterhin Masken getragen werden. Die Quarantänedauer von Infizierten beträgt fünf Tage.

In Sachsen-Anhalt soll die vorgeschriebene Isolation für Corona-Infizierte verkürzt werden. Entsprechende Pläne bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag. Die Regeln zur Absonderung sollten möglicherweise noch in dieser Woche angepasst werden, so der Sprecher. Der entsprechende Erlass werde dazu überarbeitet. Wann die Änderungen in Kraft treten, ist allerdings noch unklar.

In Schleswig-Holstein gilt Maskenpflicht weiterhin in Krankenhäusern, Pflegeheimen sowie im öffentlichen Nahverkehr. In Pflegeeinrichtungen muss außerdem getestet werden.


(BRISANT/ten/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Mai 2022 | 17:15 Uhr

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