Was gilt wo? Welche Corona-Regeln gelten ab 6. April? Die Verordnungen der einzelnen Bundesländer

Die Kanzlerin wünscht sich für Deutschland strengere Corona-Regeln, um die dritte Welle der Pandemie zu bremsen. Die Länder sind sich uneins. Während es in Berlin nach Ostern strenger wird, öffnen im Saarland Fitnessstudios und Außengastronomie. Da verliert man schnell den Überblick. Was gilt in den einzelnen Bundesländern?

Frau mit FFP2-Maske
Welche Corona-Regeln gelten in welchem Bundesland? Bildrechte: imago images/Rolf Poss

Baden-Württemberg: Maskenpflicht im Auto

Kontaktbeschränkungen
Unabhängig von der Inzidenz dürfen sich in Baden-Württemberg maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten treffen. Kinder bis einschließlich 14 Jahre zählen nicht mit. Nicht zusammenlebende Paare gelten als ein Haushalt.

Maskenpflicht im Auto
Ist man mit haushaltsfremden Personen zusammen im Auto unterwegs, gilt für alle Mitfahrenden eine (medizinische) Maskenpflicht.

Lokale Ausgangssperren
Liegt die 7-Tage-Inzidenz mehrere Tage hintereinander bei über 100, sind lokale Ausgangssperren (21 Uhr bis 5 Uhr) vorgesehen.

Einkaufen
Geschäfte, die Waren des täglichen Bedarfs anbieten, sind geöffnet. Buchläden zählen nicht mehr dazu. Bis zu einer Inzidenz von 100 ist "Click and Meet" möglich, darüber lediglich "Click and Collect".

Freizeit
In Stadt- und Landkreisen mit einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 dürfen Bibliotheken und Archive analog zu Museen ohne Einschränkungen öffnen.

Bayern: Orientierung an Stufenplan

In Bayern gilt nach wie vor der Anfang März von Bund und Ländern beschlossene Stufenplan.

Kontaktbeschränkungen
Bei einer Inzidenz zwischen 35 und 100 dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Ab einer Inzidenz von 100 sind nur noch Treffen mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie einer weiteren Person zulässig.

Einkaufen
Bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 darf der Einzelhandel für "Click and Meet" öffnen. Ab einer Inzidenz von 100 ist nur noch "Click and Collect" möglich.

Ausgangsbeschränkungen
Ab einer Inzidenz von 100 gilt in den betroffenen Regionen eine Ausgangssperre von 22:00 bis 05:00 Uhr.

Berlin: Verschärfung der Kontaktbeschränkungen

Kontaktbeschränkungen
In Berlin hat der Senat die Kontaktbeschränkungen verschärft. Seit dem 6. April dürfen sich nur noch Angehörige eines Haushalts plus eine weitere Person zusammen in Innenräumen aufhalten. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Zwischen 21:00 und 05:00 Uhr sind gar keine Besuche mehr erlaubt.

Einkaufen
Der Einzelhandel darf zwar geöffnet bleiben, allerdings ist für Geschäfte, die nicht zum täglichen Bedarf zählen, die Vorlage eines negativen Corona-Tests nötig. Gleiches gilt für Friseure, Kosmetiksalons, Tattoostudios, aber auch Museen oder Galerien.

Test- und Homeoffice-Pflicht
Unternehmen müssen ihren Angestellten zwei Corona-Tests pro Woche ermöglichen. Für die Angestellten besteht allerdings keine Testpflicht. Firmen sollen künftig 50 Prozent ihrer Büroarbeitsplätze im Homeoffice anbieten.

Brandenburg: Kostenfreie Corona-Tests für Arbeitnehmer

Kontaktbeschränkungen
Bei einer Inzidenz bis 100 dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Ab einer Inzidenz von 100 sind nur noch Treffen mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie einer weiteren Person zulässig. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

Einkaufen
Ab einer Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen muss der Einzelhandel - außer der des täglichen Bedarfs - wieder schließen. "Click and Collect" wird jedoch weiterhin möglich sein. Auch Friseure, Kosmetikstudios u.ä. dürfen offen bleiben.

Testpflicht
Arbeitgeber müssen ihren Arbeitnehmern einen kostenfreien Corona-Test pro Woche ermöglichen.

Bremen: "Click and Meet" nicht mehr möglich

Kontaktbeschränkungen
Treffen dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten. Kinder bis einschließlich 14 Jahre sind davon ausgenommen.

Maskenpflicht im Auto
Sind Personen aus mehr als zwei Haushalten in einem Fahrzeug unterwegs, müssen Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden.

Einkaufen
Geöffnet ist nur noch der Einzelhandel für den täglichen Bedarf, "Click and Meet" ist nicht mehr möglich.

Freizeit
Museen, Ausstellungen und botanische Gärten müssen wieder schließen. Sport im Freien ist nur noch allein, zu zweit oder mit Mitgliedern des eigenen Haushalts erlaubt. Lediglich Kinder bis 14 Jahre dürfen im Freien mit bis zu 20 Personen und mit zwei Trainern Sport treiben.

Ausgangsbeschränkungen
In Bremerhaven muss man zwischen 21:00 und 05:00 Uhr zu Hause bleiben.

Schülerinnen beim Wettrennen.
In Bremen dürfen Kinder bis 14 Jahre im Freien mit bis zu 20 Personen und mit zwei Trainern Sport treiben. Bildrechte: imago/Sven Simon

Hamburg: Strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen

Kontaktbeschränkungen
Weiterhin dürfen sich die Angehörigen eines Haushalts mit nur einer weiteren Person treffen. Kinder werden nicht mitgezählt.

Ausgangsbeschränkungen
Bis zum 18. April darf man seine Wohnung zwischen 21:00 und 05:00 Uhr nicht verlassen. Ausnahmen gelten für berufliche Tätigkeiten, Gassigehen mit dem Hund oder Sport im Freien - allerdings nur für eine Person.

Maskenpflicht
Für (haushaltsfremde) Mitfahrer in Autos gilt eine Maskenpflicht, aber nicht für den Fahrer selbst. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist auch an zahlreichen belebten Orten im Freien vorgeschrieben.

Einkaufen
Die Geschäfte bleiben geschlossen, es sei denn, sie verkaufen Güter des täglichen Bedarfs, Bücher oder Blumen.

Hessen: Zoos und botanische Gärten geöffnet

Kontaktbeschränkungen
Treffen im öffentlichen Raum sind für bis zu zwei Hausstände mit maximal fünf Personen erlaubt. Auf öffentlichen Plätzen gilt ein Alkoholverbot.

Einkaufen
"Click and Meet" ist nicht mehr gestattet, dafür ist "Click and Collect" weiterhin möglich. Buchläden, Garten- oder Baumärkte bleiben - unabhängig von der Inzidenz - geöffnet.

Freizeit
Zoos, botanische Gärten und Museen unter freiem Himmel bleiben geöffnet. Fitnessstudios dürfen nach vorheriger Terminvereinbarung besucht werden. Sport für Kinder unter 14 Jahren unter freiem Himmel in Gruppen bleibt möglich.

Ausgangsbeschränkungen
Nächtliche Ausgangssperren sind in Regionen mit hoher Inzidenz möglich.

Mecklenburg-Vorpommern: Mit negativem Test zum "Click and Meet"

Kontaktbeschränkungen
Maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten dürfen sich treffen. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Paare, die nicht zusammen leben, gelten als ein Haushalt.

Einkaufen
Blumenläden, Buchhandlungen und Gartenbaucenter bleiben geöffnet. In allen anderen Geschäften für Waren des nicht täglichen Bedarfs ist nach Vorlage eines negativen Corona-Schnelltests "Click and Meet" möglich. Auch beim Friseur und im Kosmetikstudio muss man ein negatives Testergebnis vorweisen können.

Ausgangsbeschränkungen
Klettert die Inzidenz in einem Landkreis über 100, kann eine Ausgangsbeschränkung von 21 bis 6 Uhr verhängt werden. Steigt sie über 150, sind Schließungen verpflichtend. Dazu zählen etwa Zoos, Tierparks, Museen und Fahrschulen.

Ein Mann und eine Frau stehen vor einem Geschäft mit einem „Click & Meet“-Schild
In Mecklenburg-Vorpommern darf per "Click ans Meet" eingekauft werden. Bildrechte: dpa

Niedersachsen: Verschärfte Kontaktbeschränkungen bei hoher Inzidenz

Kontaktbeschränkungen
Ein Haushalt darf sich mit maximal zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt.

Liegt die Inzidenz bei über 100, dürfen die Mitglieder eines Haushalts zudem nur mit einer weiteren Person sowie den zugehörigen Kindern bis zu einem Alter von sechs Jahren zusammenkommen.

Ausgangssperren
In Corona-Hotspots können Ausgangssperren, eine verschärfte Maskenpflicht und Betretungsverbote gelten.

Nordrhein-Westfalen: Öffnungen bei Inzidenz unter 100

Kontaktbeschränkungen
Liegt die Inzidenz unter 100, sind Treffen im öffentlichen Raum mit höchstens fünf Personen aus zwei Hausständen gestattet. Kinder bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

Einkaufen
Liegt die Inzidenz unter 100, dürfen auch Geschäfte, die keine Waren des täglichen Bedarfs verkaufen, öffnen. Allerdings müssen Kunden zuvor einen Termin vereinbaren und ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen können.

Freizeit
Liegt die Inzidenz unter 100, dürfen Museen, Kunstausstellungen, Galerien, Schlösser, Burgen, Gedenkstätten, Tierparks und Zoos nach vorheriger Terminbuchung besucht werden. ABER: Liegt die Wocheninzidenz einer Kommune über 100 müssen Läden, Sportstätten und Kultureinrichtungen wieder schließen.

Rheinland-Pfalz: Notbremse bei Inzidenz über 100

Kontaktbeschränkungen
In Rheinland-Pfalz sind private Treffen mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

Freizeit und Einkaufen
In Kommunen mit einer Inzidenz unter 100 ist die Außengastronomie mit Schnelltest, Reservierung und Kontaktnachverfolgung ebenso erlaubt wie "Click and Meet". Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten dürfen nach Terminbuchung besucht werden. Individualsport ist nur außen möglich.

Notbremse ab Inzidenz von 100
Liegt die Inzidenz einer Kommune über 100, greift die Notbremse. Wie streng diese ausfällt, entscheiden die betroffenen Kommunen. Es sind sowohl weitere Kontaktbeschränkungen als auch nächtliche Ausgangssperren möglich.

Saarland: Zurück zur Normalität

Freizeit und Kultur
Im Saarland sind die Corona-Maßnahmen nach Ostern weitreichend gelockert worden - vorerst als Modell-Projekt. Seit dem 6. April dürfen unter anderem Kinos, Theater, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen. Auch Kontaktsport im Außenbereich soll dann wieder möglich sein - immer in Verbindung mit einem negativen Test. Weitere Öffnungsschritte sind ab dem 18. April geplant.

Kontaktbeschränkungen
Bei privaten Treffen und Veranstaltungen im Freien sind im Saarland bis zu zehn Personen erlaubt.

Sachsen: Click & Meet mit negativem Schnelltest

In Sachsen bleiben die privaten Kontaktbeschränkungen bestehen. Erlaubt sind zwei Hausstände mit maximal fünf Personen, wobei Kinder unter 15 Jahren nicht mitgezählt werden. In einigen Landkreisen und Städten mit besonders hohen Inzidenzen gelten strengere Regeln.

Erweiterte Maskenpflicht
Seit dem 1. April müssen in Sachsen auch in Fußgängerzonen (von 6 bis 24 Uhr) sowie auf Spielplätzen, Wochenmärkten, an Verkaufsständen und beim Abholen und Liefern von Speisen Masken getragen werden.

Einkaufen
Auch wenn die Wocheninzidenz über 100 liegt, dürfen Städte und Landkreise "Click & Meet" anbieten sowie Zoos, Museen, Galerien oder Gedenkstätten öffnen. Bedingung dafür ist, dass nicht mehr als 1.300 Covid-19-Patienten auf den Normalstationen der Krankenhäuser behandelt werden. Außerdem müssen die Kunden und Besucher ein tagesaktuelles negatives Testergebnis vorlegen können.

Garten- und Baumärkte sowie Babyfachmärkte zählen fortan zur Grundversorgung und dürfen unabhängig von der Inzidenz geöffnet bleiben.

Verstärktes Testen
Wer direkten Kundenkontakt hat, muss sich zweimal wöchentlich testen lassen. Für die Tests muss der Arbeitgeber sorgen. Beim Friseur müssen jetzt auch Kunden einen negativen Test vorlegen.

Sachsen-Anhalt: Keine weiteren Öffnungsschritte geplant

Kontaktbeschränkungen
Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100, sind Treffen mit bis zu fünf Personen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, gestattet. Klettert die Inzidenz drei Tage in Folge über 100, darf nur ein Gast zu Besuch kommen.

Keine weiteren Öffnungen bis 18. April
Aufgrund der hohen Inzidenzen und der Verbreitung von Virus-Varianten sind in Sachsen-Anhalt bis zum 18. April keine weiteren Öffnungsschritte geplant.

Schleswig-Holstein: "Shutdown" bis 11. April

Kontaktbeschränkungen
In Schleswig-Holstein darf sich ein Haushalt mit maximal zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Liegt die Inzidenz einer Region an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, darf sich ein Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen.

Einkaufen
Eingekauft werden dürfen Waren des nicht täglichen Bedarfs spontan vor Ort oder per "Click and Meet". In Regionen mit hoher Inzidenz dürfen lediglich Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Wochenmärkte oder Baumärkte öffnen. Und: Es darf nur eine Person pro Haushalt einkaufen. Im übrigen Einzelhandel können allerdings weiterhin vorbestellte Waren abgeholt werden.

Negative Corona-Tests in Hoch-Inzidenz-Gebieten
Bei Dienstleistungen mit Körperkontakt müssen Kunden in Hoch-Inzidenz-Gebieten negative Corona-Tests vorlegen. Allerdings nicht beim Friseur und bei medizinisch notwendigen Dienstleistungen.

Freizeit, Sport, Kultur
Die meisten Freizeit- und Kultureinrichtungen bleiben geschlossen. Dazu zählen auch Spaß- und Schwimmbäder und Freizeitparks. Museen, Gedenkstätten, Bibliotheken, Archive, Botanische Gärten, Tierparks, Wildparks, Aquarien, Angelteiche, Sonnenstudios, Strandkorbvermietungen und Zoos dürfen aber wieder öffnen. 

Thüringen: "Click and Meet" ab 200er-Inzidenz

Kontaktbeschränkungen
Private Treffen sind in Thüringen auf den eigenen Haushalt sowie einen weiteren Haushalt und maximal fünf Personen beschränkt.

Einkaufen
Ab einer stabilen landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von unter 200 soll in Thüringen ab dem 12. April Einkaufen per "Click and Meet" möglich sein. Im Geschäft muss dann ein negativer Corona-Test vorgelegt werden.

Freizeit
Ab dem 10. April sollen Zoos und Tierparks öffnen dürfen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. April 2021 | 17:15 Uhr

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