Lockdown-Light: Einheitliche Corona-Regeln? Diese Bundesländer machen es anders

Eigentlich sollten die Corona-Regeln im Teil-Lockdown einheitlich sein. Doch nicht alle Bundesländer halten sich daran. Einige tanzen aus der Reihe. Wir haben hier zusammengefasst, was wo gilt.

Menschen mit Corna-Masken
Was in Bayern verboten ist, kann in Hamburg gelten. Bildrechte: imago images/Alexander Pohl

Bund und Länder ziehen - anders als im Sommer - an einem Strang und fahren das Freizeitleben im November weitestgehend herunter. Die Beschlüsse, die am 28. Oktober gefasst wurden, werden einheitlich umgesetzt. Nun ja, fast. Vor allem der Norden und der Osten, die bislang wenig von der Pandemie betroffen ist, lockern hier und da die Verordnung.

Die Regel: Private Kontakte verringern

Das ist dringend angeraten, um die Zahl der Neuinfektionen rasch zu senken. In der Öffentlichkeit dürfen sich nur Angehörige zweier Hausstände (also aus zwei Wohnungen) treffen, und es dürfen insgesamt höchstens zehn Menschen sein.

Die Ausnahme: Wie viele gehören zum "Hausstand"?

Hamburg, Niedersachsen und Berlin zählen Kinder unter zwölf Jahren nicht mit in die "Zehn-Personen-Regel". Hamburg erlaubt außerdem Patchwork-Familien, sich zu treffen. "Partnerinnen und Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft gelten als Familie im weitesten Sinne. Auch sie dürfen mit dabei sein", sagte ein Sprecher der Hamburger Sozialbehörde.

In Schleswig-Holstein dürfen sich zu Hause maximal zehn Personen treffen, die aus verschiedenen Haushalten kommen können. Sie müssen nicht miteinander verwandt sein.

In Sachsen dürfen sich zu Hause Angehörige von zwei Haushalten treffen ODER fünf Personen - auch aus verschiedenen Hausständen.

In Nordrhein-Westfalen darf in der Öffentlichkeit der Mindesabstand von 1,5 Metern aus diesem Grund unterschritten werden: "zur Begleitung minderjähriger und unterstützungsbedürftiger Personen oder aus betreuungsrelevanten Gründen".

Die Regel: Freizeitleben massiv einschränken

Kinos, Theater, Museen, Kleinkunst - alles zu. Sämtliche Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind vorerst untersagt.

Die Ausnahme: Offen bleiben in:

  • Sachsen-Anhalt: Außenbereiche von Zoos, Bibliotheken, Archive, Volkshochschulen, Fahrschulen und Musikschulen
  • Mecklenburg-Vorpommern: Außenbereiche von Zoos und Bibliotheken
  • Berlin: Außenbereiche von Zoos, Bibliotheken und Musikschulen
  • Thüringen: Außenbereiche von Zoos, Museen für unentgeltliche Bildungsangebote

Die Regel: Indoor-Sport ist tabu

Keine Mucki-Bude, kein Spaßbad, keine Kletterhalle. Alles zu. Joggen, Reiten, Golf, Radfahren oder Tennis mit Angehörigen des eigenen Hausstandes sind erlaubt.

Die Ausnahme: für Kinder

Berlin erlaubt Kindern bis zwölf Jahre in festen Gruppen von höchstens zehn Personen das Training im Freien. Auch Mecklenburg-Vorpommern erlaubt Kinder-und Jugendsport im Verein bis 18 Jahre. Es sei denn, der Landkreis verhängt aufgrund steigender Infektionszahlen ein Verbot.

In Sachen-Anhalt dürfen Tanz- und Ballettschulen geöffnet bleiben, sofern "auf die Einhaltung der Abstandsregeln geachtet und die Tanzpartner nicht gewechselt werden", heißt es aus der Verordnung.

Die Regel: Körpernahe Dienstleistungen schließen

Die gute Nachricht vorneweg: Frisöre bleiben offen! Auf Kosmetik, Massage oder Tattoos müssen wir allerdings vier Wochen lang verzichten.

Die Ausnahme: Fußpflege

In einigen Bundesländern ist medizinische Fußpflege unter Einhaltung der Hygienevorschriften erlaubt. So etwa in Sachsen-Anhalt. Das Land erlaubt weiterhin Kosmetikstudios, Sonnenstudios und Nagelstudios. Auch in Thüringen empfangen Kosmetik- und Fußpflege-Studios ihre Kunden weiterhin, letzteres gilt auch in Berlin.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. November 2020 | 17:15 Uhr

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