Einheitliche Regeln Neue Corona-Maßnahmen: Maskenpflicht, Sperrstunde, Feiern

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben angesichts der steigenden Infektionszahlen über weitere und vor allem einheitliche Corona-Maßnahmen beraten. Bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sollen künftig eine erweiterte Maskenpflicht und eine Sperrstunde für die Gastronomie gelten. In Sachen Beherbergungsverbot herrscht weiterhin Uneinigkeit.

Ein Schild mit der Aufschrift "Maskenpflicht - Cover your mouth and nose! - 09 - 23h
Werden in einer Region innerhalb einer Woche mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert, soll künftig eine erweiterte Maskenpflicht gelten. Bildrechte: dpa

Schwelle für Maßnahmen auf 35 Neuinfektionen gesenkt

Bund und Länder haben bei ihrem Corona-Gipfel ein neues Ampelsystem beschlossen. Bereits ab 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche sollen die Maßnahmen, um eine weitere Verbreitung des Virus einzudämmen, zum ersten Mal verschärft werden. Ein weiteres Mal ab einem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Erweiterte Maskenpflicht und weniger Gäste bei privaten Feiern

Ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen

  • soll eine erweiterte Maskenpflicht überall dort gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.
  • soll die Zahl der Teilnehmer bei privaten Feiern auf 25 im öffentlichen Raum und 15 im privaten Raum beschränkt werden.
  • Bund und Länder empfehlen außerdem, eine Sperrstunde in der Gastronomie sowie zusätzliche Auflagen und Kontrollen einzuführen. Die Zahl von Teilnehmern bei Veranstaltungen soll weiter begrenzt werden.

Kontaktbeschränkungen und Sperrstunde für die Gastronomie

Ab 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gilt:

  • Die Maskenpflicht wird erweitert.
  • Im öffentlichen Raum dürfen sich höchstens zehn Personen treffen.
  • Verbindliche Einführung einer Sperrstunde in der Gastronomie ab 23 Uhr, dann auch Alkoholausgabe-Verbot.
  • Private Feiern sind auf maximal zehn Teilnehmer in der Öffentlichkeit sowie auf zehn Personen aus zwei Hausständen im privaten Bereich begrenzt.
  • Steigen die Infektionszahlen weiter, gilt ein Limit von fünf Personen bzw. den Angehörigen zweier Hausstände für Treffen im öffentlichen Raum.
  • Maximal 100 Teilnehmer sind bei Veranstaltungen erlaubt, bei angepassten Hygienekonzepten sind Ausnahmen sind möglich.

Feiern im Familien- und Freundeskreis überdenken

Generell werden die Bürger gebeten, genau abzuwägen, ob Feierlichkeiten im Familien- oder Freundeskreis wirklich nötig sind. Sie gelten als eine der Haupt-Infektionsquellen.

Unternehmen, die wegen der neuen Regeln ihren Geschäftsbetrieb erheblich einschränken müssen, sollen zusätzliche Hilfen bekommen.

junge Menschen stehen für ein Foto zusammen
Die Bürger sind dazu aufgerufen, genau zu überdenken, ob eine Party im Familien- oder Freundeskreis wirklich nötig ist. Bildrechte: Colourbox.de

Beherbergungsverbot bleibt bestehen

Offensichtlich mit Blick auf das umstrittene Beherbergungsverbot werden die Bürger "eindringlich" aufgefordert, nicht erforderliche Reisen aus Risikogebieten heraus und in innerdeutsche Gebiete mit hohen Infektionszahlen hinein zu vermeiden. Eine Entscheidung, wie die Bundesländer künftig in Sachen Beherbergungsverbot verfahren wollen, ist auf den 8. November verschoben worden. Bis gelten nach wie vor unterschiedliche Regelungen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. Oktober 2020 | 17:15 Uhr

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