Test vor dem Fest? Corona-Schnelltest - Wo kann man ihn kaufen und wie sinnvoll ist er?

Ein Test vor dem Fest? Angesichts der deutlich gestiegenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus dürfte Weihnachten die vorerst letzte Gelegenheit sein, gemeinsame Zeit mit Oma oder Opa zu verbringen. Doch die sollen unter keinen Umständen angesteckt werden. Was bringt es, sich kurz vor dem Fest einem Corona-Schnelltest zu unterziehen, um keine Risiken einzugehen - und wo bekommt man einen solchen Test?

Ein medizinischer Mitarbeiter macht einen Schnelltest bei Covid-19-Flächentests.
Wie sinnvoll ist es, kurz vor dem Weihnachtsfest einen Corona-Schnelltest zu machen, um die Familie zu schützen? Bildrechte: dpa

Gewissheit in maximal 30 Minuten? Als die ersten Corona-Schnelltests vorgestellt wurden war die Hoffnung groß. Mittlerweile sollen sie vor allem in Seniorenheimen eingesetzt werden, um eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schnell ausschließen zu können. Wie sinnvoll sind sie im privaten Bereich, um Ansteckungen im Zuge eines gemeinsamen Weihnachtsfestes zu verhindern?

Antigen-Schnelltest beim Hausarzt oder im Testzentrum

In einigen deutschen Städten gibt es Testzentren, in denen man sich per Schnelltest kurzfristig auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen kann. Die Termine kurz vor dem Fest sind dort allerdings schon nahezu ausgebucht.

Auch bei seinem Hausarzt kann man nachfragen, ob er bereit ist, einen sogenannten Antigen-Schnelltest durchzuführen. Die Kosten dafür liegen zwischen 30 bis 60 Euro. Selbst bezahlen muss man den Test auf jeden Fall.

Wie sicher sind die Corona-Schnelltests?

Auf dem Markt sind sie seit geraumer Zeit. Corona-Schnelltests sehen ein bisschen wie Schwangerschaftstests aus und sollen innerhalb weniger Minuten einen Teil des Coronavirus nachweisen. Ähnlich wie beim PCR-Test wird dafür ein Abstrich aus dem Rachen genommen.

Die Hersteller der mittlerweile mehr als 150 in Europa zugelassenen Schnelltests versprechen eine Trefferquote von 99 Prozent. Doch einige Studien, wie zuletzt von der Berliner Charité, konnten nachweisen, dass die Genauigkeit einiger Testkits deutlich niedriger liegt. UND: Nur ein Bruchteil der erhältlichen Tests ist bislang unabhängig überprüft worden.

Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes hält einen positiven Corona-Schnelltest in der Hand.
Die Test-Genauigkeit von Antigen-Schnelltests soll laut einer Studie der Berliner Charité deutlich unter 99% liegen. Bildrechte: dpa

Schnelltests liegen häufiger falsch als PCR-Methode

Was der Einsatz der Schnelltests in der Praxis zeigt: Sie liegen deutlich häufiger falsch als die aufwändigeren PCR-Tests aus dem Labor. Die Ergebnisse können sowohl falsch positiv als auch falsch negativ sein.

Der Grund dafür: Die Schnelltests weisen die Virus-Eiweiße aus dem Rachen-Abstrich nach. Damit die erkannt werden können, sind mehrere Viruspartikel notwendig. Bei einer niedrigen Virusmenge kann es daher leicht zu einem falsch negativen Ergebnis kommen.

Zeigt die zu testende Person keine oder nur sehr leichte Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus, sollte eher auf einen PCR-Test zurückgegriffen werden. Denn bei dem wird das Virus-Erbgut künstlich vervielfältigt. Dadurch sind auch kleine Virusmengen nachweisbar.

Schnelltest-Ergebnis kein zuverlässiger Schutz für Risikopatienten

Die Schnelltests können zwar helfen, allerdings nur gezielt in einzelnen Bereichen und bei Menschen mit Symptomen. Wer sich also vorsorglich und symptomfrei testen lassen möchte, um Oma oder Opa nicht versehentlich unterm Weihnachtsbaum anzustecken, ist auch mit einem Schnelltest nicht auf der sicheren Seite.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Dezember 2020 | 17:15 Uhr

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