Handlungsempfehlung Corona-Selbsttest positiv? Das ist zu tun

Die Corona-Schnelltests für zu Hause kommen. Doch wie verhalte ich mich bei einem positiven Testergebnis? Muss ich das dem Gesundheitsamt melden? Und besteht dann Quarantänepflicht?

Illustration: Ein Mann führt bei der Durchfuehrung eines Corona-Selbsttests von Siemens Healthineers den Tupfer mit seinem Nasenabstrich in ein Plastikroehrchen, in dem sich eine Loesung befindet.
In wenigen Tagen gibt es den Corona-Selbsttest für zu Hause. (Archiv) Bildrechte: dpa

Die Corona-Selbsttests für zu Hause sollen schon in wenigen Tagen in Drogerien und Discountern in Deutschland verfügbar sein. Mit ihnen soll es für Laien möglich sein, schnell und umkompliziert einen Test durchzuführen. Die Frage, die viele umtreibt ist nun: Wie verhält man sich richtig, wenn der Selbsttest ein positives Ergebnis anzeigt?

Bundesgesundheitsministerium erklärt die nötigen Schritte

Die Antwort darauf liefert das Bundesgesundheitministerium. Wichtig ist, sich umgehend in häusliche Quarantäne zu begeben und darauf zu verzichten, den ÖPNV zu nutzen. Um sicher zu sein, dass das Ergebnis richtig ist, muss ein PCR-Test durchgeführt werden. Dafür sollte die Hausärztin oder der Hausarzt oder die 116 117 kontaktiert werden. Wenn der Test negativ ausfällt, hat man nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Corona. 100-prozentige Sicherheit bieten die Selbsttests für zu Hause aber nicht. Das bedeutet: Weiter die AHA+L-Regeln befolgen und bei Unsicherheit ebenfalls einen PCR-Test durchführen zu lassen.

So wird ein Test durchgeführt

Wie kommt man zum Testergebnis? Beim Selbsttest heißt es in der Anleitung eines bereits zugelassenen Produkts: "Führen Sie die saugfähige Spitze des Tupfers vorsichtig in Ihr linkes Nasenloch ein. Stellen Sie sicher, dass sich die gesamte Tupferspitze in Ihrem Nasenloch befindet (2 - 4 cm tief). Führen Sie den Tupfer nicht weiter ein, wenn Sie einen Widerstand spüren. Rollen Sie den Tupfer mindestens fünfmal gegen die Innenseiten Ihres Nasenlochs." Den Tupfer dann in die Lösung rühren und auf den Teststreifen auftragen. Dauer bis zum Ergebnis: 15 Minuten.

Der Unterschied zu den bisherigen Antigen-Schnelltests ist, dass für diese ein tiefer und unangenehmer Nasenrachenabstrich verwendet wird und dieser von medizinischem Fachpersonal durchgeführt wird.

Person mit Schutzhandschuhehn und Schutzbekleidung hält Pipette in der Hand
Die bisherigen Antigen-Schnelltests werden von medizinischem Fachpersonal duchgeführt. (Archiv) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eigenverantwortung der Bürger gefragt

Bei der Wirksamkeit der Selbsttests als Instrument zur Bekämpfung der Pandemie setzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf die Eigenverantwortung der Getesteten. "Ich gehe davon aus, dass 90, 95, vielleicht sogar noch mehr Prozent der Bürgerinnen und Bürger in dem Wissen, dass sie für andere ansteckend sind, ihr Verhalten schon mal verändern", so Spahn. Er reagierte damit auf Bedenken, dass jemand, der sich selbst getestet hat, womöglich gleichwohl weiter andere Menschen treffen oder zur Arbeit gegen könnte. Es gibt keine Meldepflicht über das Ergebnis und die Kontrolle, die bei Corona-Tests durch Fachpersonal automatisch gegeben ist, fehlt.

SARS-CoV-2 Antigen Schnelltest
Bildrechte: imago images/Rene Traut

Gesundheitsminister Spahn: Tests können "Sicherheit geben"

Der Gesundheitsminister fügte hinzu, er erwarte, dass die allermeisten nach einem positiven Selbsttest von sich aus den Kontakt zu einem Arzt suchen würden. Auch gebe es zu diesem Vertrauen keine Alternative: "Wir können nicht in jeder Küche kontrollieren", sagte Spahn. Der Minister bekräftigte aber seine Hoffnung, dass die neuen Schnell- und Selbsttests dazu beitragen könnten, "um Sicherheit zu geben".

ten/dpa/afp

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. März 2021 | 17:15 Uhr

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