Schulöffnungen Corona-Lockdown: Wann geht die Schule in welchem Bundesland wieder los?

Wann öffnen die Schulen wieder? Bund und Länder haben sich auf einen Stufenplan geeinigt, nach dem die Schulen nach dem 31. Januar schrittweise wieder geöffnet werden sollen. Dennoch preschen einige Bundesländer vor und wollen bereits ab Mitte Januar - zumindest zeitweise und für einzelne Klassenstufen - wieder Präsenzunterricht anbieten. Ein Überblick.

An eine Schultafel in einem Klassenzimmer wurde mit Kreide das Wort Lockdown geschrieben und ein Virussymbol gemalt. An der Tafel hängt eine Mund-Nasenmaske. Im Vordergrund sind die Stühle auf die Tische gestellt.
Bis wann gilt der Lockdown auch für die Schulen? Bildrechte: imago images / Fotostand

Am 5. Januar haben sich Bund und Länder in einer Videoschalte auf eine Verlängerung des harten Lockdowns und sogar weitere Einschränkungen geeinigt, um eine weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Dabei wurde auch beschlossen, die Schulen und Kitas bis mindestens Ende des Monats weitestgehend geschlossen zu halten. Erst danach soll der Präsenzunterricht in Schulen stufenweise wieder aufgenommen werden. Aber auch das nur bei einer "deutlichen Verbesserung des Infektionsgeschehens".

Schulkind sitzt am Tisch vor Laptop und löst Aufgaben aus dem Homeschooling
Für die meisten Schüler ist noch mindestens bis Ende Januar Distanzunterricht angesagt. Bildrechte: imago images / Fotostand / K. Schmitt

Stufenweise Rückkehr zum Präsenzunterricht

Bei einer Rückkehr zum Präsenzunterricht soll ein Stufenplan gelten, darauf haben sich die die Kultusminister der Länder bereits einen Tag vor dem großen Bund-Länder-Gipfel geeinigt. Zunächst werden die ersten bis sechsten Klassen wieder Unterricht in den Schulen erhalten und alle weiteren Jahrgänge im Distanzunterricht bleiben.

Als zweite Stufe soll ab der siebten Klasse ergänzend Hybridunterricht in Wechselmodellen mit halbierten Klassengrößen folgen. In der dritten Stufe wird für die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen wieder Präsenzunterricht eingeführt. Für Abschlussklassen sollen jeweils Ausnahmen gelten.

Ab welchem Inzidenzwert welche Stufe greifen soll, dazu haben die Kultusminister keine Angaben gemacht.

Bundesländer entscheiden über Schulöffnungen unterschiedlich

Direkt nach der Abstimmung zwischen Bund und Ländern sind die ersten Ministerpräsidenten mit ihren Plänen für die Öffnung der Schulen an die Öffentlichkeit getreten. Und die sind alles andere als einheitlich.

Während Sachsen und Thüringen für Abschlussklassen bereits ab dem 18. Januar wieder Präsenzunterricht einführen wollen, plant Baden-Württemberg zunächst für Grundschüler die Schulen zu öffnen. Auch die Verlegung bzw. Kürzung der Winterferien ist in einzelnen Bundesländern im Gespräch. Ein Überblick.

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg will Grundschulen und Kitas nun doch zumindest bis Ende Januar geschlossen halten. Ursprünglich war eine Öffnung für den 18. Januar geplant. Jetzt wird es für alle Schülerinnen und Schüler im Januar lediglich Fernunterricht geben.

Bayern

In Bayern bleiben Schulen und Kitas bis Ende Januar zu. Gelernt wird im Distanzunterricht, für jüngere Kinder soll es eine Notbetreuung geben. Die Winterferien vom 15. bis 19. Februar hat Bayern gestrichen. Die Begründung: Die Zeit würde benötigt, um Stoff nachzuholen. Für Abschlussklassen gelten Ausnahmeregelungen.

Berlin

Angesichts der hohen Infektionszahlen bleiben die Berliner Schulen vorerst weitgehend geschlossen. Allerdings soll sich das schrittweise ändern.

Nach Angaben der Bildungsverwaltung ist bereits ab dem 11. Januar für die abschlussrelevanten Jahrgänge Wechselunterricht geplant, also die Kombination aus Unterricht in der Schule und zu Hause. Dabei sollen die Lerngruppen maximal halb so groß sein wie üblich.

Prüfungen sollen stattfinden können. Auch für Klassenarbeiten und Klausuren ist vorgesehen, dass die Schülerinnen und Schüler in allen Jahrgangsstufen in die Schule kommen. Dabei muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

Ab dem 18. Januar soll es dann auch in den Klassen 1 bis 3 täglich mindestens drei Stunden Unterricht in der Schule geben, ebenfalls in Gruppen, die höchstens halb so groß wie üblich sind. Im nächsten Schritt wird diese Regel ab dem 25. Januar auf die Klassen 4 bis 6 ausgeweitet und ab dem 8. Februar auf alle Schularten und Jahrgänge.

Ab dem 15. Februar ist geplant, zum Präsenzunterricht wie vor dem Beginn des Lockdowns im Dezember zurückzukehren.

Die Kitas in Berlin bieten weiter nur eine Notversorgung für Kinder an. Eltern sind aufgefordert, die Betreuung ihrer Kinder soweit wie möglich zu Hause beziehungsweise anderweitig zu organisieren.

Brandenburg

Die Landesregierung will erst am Freitag abschließend über die Verlängerung und Verschärfung der Corona-Beschränkungen entscheiden.

Bremen

In Bremen bleibt die Schulanwesenheitspflicht auch nach dem Ende der Weihnachtsferien ausgesetzt. Damit können Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder eben nicht.

Hamburg

An den Schulen der Hansestadt bleibt die Präsenzpflicht aufgehoben. Die Schüler sollen möglichst online unterrichtet, können aber weiter betreut werden.

Auch in die Kindertagesstätten können Eltern weiterhin ihre Kinder schicken, wenn sie sie nicht zu Hause betreuen können.

Hessen

Schüler der Klassen eins bis sechs werden in Hessen ab dem 11. Januar im "beschränkten Regelbetrieb" in festen Lerngruppen beschult. Zugleich wird an Eltern appelliert, ihre Kinder möglichst weiter zu Hause lernen zu lassen.

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern plant den lockersten Umgang in Sachen Schulen und Kitas. Zwar wird an die Eltern appelliert, ihre Kinder zu Hause zu behalten, doch für die Schüler der Klassen eins bis sechs werden die Schulen mit dem Ende der Weihnachtsferien (ab dem 11. Januar) wieder geöffnet.

Außerdem will das Land prüfen, ob in Regionen mit einem Inzidenzwert von unter 50 bereits ab dem 18. Januar auch für weitere Klassenstufen eine Rückkehr zu Präsenzmodellen in Frage kommen könnte.

Niedersachsen

In Niedersachsen bleiben lediglich die weiterführenden Schulen bis zum 31. Januar geschlossen. Für Grundschüler gibt es nach den Weihnachtsferien (ab 11. Januar) eine Woche Distanzunterricht und ab dem 18. Januar Unterricht im Wechselmodell mit geteilten Klassen. Für Abschlussklassen sollen Sonderregelungen gelten.

Die Kinderbetreuung in den Tagesstätten wird auf eine Notbetreuung mit einem auf 50 Prozent reduzierten Angebot umgestellt.

Nordrhein-Westfalen

Ab dem 11. Januar bieten die Kitas in Nordrhein-Westfalen nur noch eine eingeschränkte Betreuung an. Eltern sollen ihre Kinder möglichst zu Hause betreuen. Die Schulen werden mindestens bis zum 31. Januar geschlossen bleiben, allerdings wird für Kinder von Klasse 1 bis 6 eine Notbetreuung angeboten.

Für die rund 2,5 Millionen Schüler war bereits Mitte Dezember die Präsenzpflicht im Klassenraum ausgesetzt worden. Bei Schülern bis Jahrgangsstufe sieben hatten die Eltern die Wahl, ob ihre Kinder in der Schule oder von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen sollten. Für ältere Schüler war das Lernen bereits vollständig auf Distanz umgestellt worden.

Rheinland-Pfalz

Der bislang bis 15. Januar vorgesehene Fernunterricht wird bis zum 22. Januar verlängert. Bei besonderem Betreuungsbedarf bleiben die Schulen weiter geöffnet. Falls es die Infektionszahlen zulassen, sollen die Schulen in der letzten Januarwoche für die Klassenstufen 1 bis 6 in den Wechselunterricht übergehen. Die Präsenzpflicht soll allerdings weiter aufgehoben bleiben.

Für Abschlussklassen gilt ab dem 15. Januar eine Sonderregelung. Sie sollen in geteilten Gruppen in der Schule unterrichtet werden. Auch Auszubildende sollen vor ihren Abschlussarbeiten häufiger in die Schule kommen können.

Die Kitas bieten für Kinder, deren Eltern keine Betreung sicherstellen können, eine Notbetreuung an. Auch Kinder mit einem besonderen Unterstützungsbedarf sollen weiter in die Kita gehen können.

Saarland

Im Saarland bleiben bis Ende Januar sämtliche Schulformen dicht. Beim nächsten Bund-Länder-Gipfel am 25. Januar soll über einen Stufenplan zur sukzessiven Öffnung der Schulen beraten werden. Diese Ergebnisse will man im Saarland abwarten.

Sachsen

Generell bleiben die Schulen und Kitas bis zum 31. Januar geschlossen, bis dahin findet Distanzunterricht statt. Für Grundschul- und Kindergartenkinder soll es eine Notbetreuung geben.

Lediglich für die Abschlussklassen der Oberschulen (Jahrgangsstufen 9 & 10), Gymnasien (Jahrgangsstufen 11 & 12), Beruflichen Gymnasien (Jahrgangsstufen 12 & 13) und Fachoberschulen wird ab dem 18. Januar wieder Präsenzunterricht angeboten.

Ab dem 8. Februar sollen Grundschulen und Kitas wieder öffnen - vorerst im eingeschränkten Regelbetrieb. In weiterführenden Schulen ab der 5. Klasse soll der Unterricht dann im Wechsel zwischen Präsenzzeit an der Schule und Lernzeit zu Hause erfolgen. Aber auch nur dann, wenn die Infektionslage es erlaubt.

Die zweiwöchigen Winterferien werden verlegt. Eine Woche schulfrei gibt es zum geplanten Ende der Schulschließungen, vom 31. Januar bis zum 6. Februar. Die zweite Ferienwoche soll die Osterferien verlängern. Die beginnen dann bereits am 27. März und enden planmäßig am 10. April.

Eltern, die bereits langfristig einen Urlaub während der Winterferien gebucht haben, können ihre Kinder dafür mit einem begründeten Antrag bei der Schulleitung vom Unterricht befreien lassen.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt bleiben die Schulen und Kitas mit dem Ende der Weihnachtsferien (ab dem 11. Januar) zu, gelernt werden soll zu Hause. Lediglich für Schüler von Abschlussklassen soll es täglich Präsenzunterricht geben.

Anspruch auf eine Notbetreuung hat nur, wer eine Arbeitgeberbescheinigung für einen systemrelevanten Job hat oder alleinerziehend ist und dessen Kind maximal die sechste Klasse besucht.

Vor den Ferien hatte Sachsen-Anhalt die Präsenzpflicht für die ersten bis sechsten Klassen aufgehoben. Wer wollte oder musste, konnte seine Kinder trotzdem in die Schule schicken.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein wird es vorerst keinen Präsenzunterricht geben, auch die Kitas bleiben geschlossen. Die Schüler sollen Unterricht per Videochats oder Lernmanagementsystem erhalten. Ausnahmen sollen lediglich für die Abschlussjahrgänge gelten. Sie sollen Lern- und Vorbereitungsangebote auch in den Schulen erhalten. Dabei gelten Abstandsregel und Maskenpflicht.

Für Kita-Kinder und jüngere Schüler soll eine Notbetreuung angeboten werden.

Falls möglich, soll es schon vor Ende Januar schrittweise zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts kommen. Voraussetzung sei, dass in Schleswig-Holstein die Zahl der Neuinfektionen dauerhaft deutlich unter der Grenze von 50 pro 100 000 Einwohner pro Woche liegt.

Thüringen

Auch in Thüringen bleiben die Schulen und Kitas bis zum 31. Januar dicht. Die einwöchigen Winterferien werden vom 8. Februar auf den 25. Januar vorgezogen - und fallen damit in den verlängerten Lockdown ohne Präsenzunterricht.

Ab dem 1. Februar gilt für Grundschulen und Kitas ein eingeschränkter Regelbetrieb, Schüler ab Klasse 5 lernen abwechselnd in der Schule und zu Hause. Lediglich für Die beiden Abschlussklassen der weiterführenden Schulformen gelten jeweils Ausnahmeregelungen. Sie dürfen die Schule bereits ab dem 18. Januar wieder besuchen.

(Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert; Stand: 14.01.2021)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Januar 2021 | 17:15 Uhr

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