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Wie geht es an deutschen Schulen nach den Sommerferien weiter? Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Herbst 2022Steigende Corona-Zahlen: Wie bereiten sich Schulen vor?

Stand: 05. Juli 2022, 15:14 Uhr

Die Sommerwelle rollt, die Coronazahlen steigen und schon jetzt fragen sich Eltern, Schüler und Lehrer: Wie soll es nach den Sommerferien weitergehen?

An Schulen gibt es keine Corona-Regeln mehr: weder Abstandregeln noch Masken- oder Testpflicht. Doch die Virusvarianten BA.4 und BA.5 sind auf dem Vormarsch und treiben die Infektionszahlen hoch. Und wer krank ist, kann nicht arbeiten - Unterrichtsausfälle dürften dann die Regel sein.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach drückt bei den Schutzmaßnahmen aufs Tempo. Denn am 23. September läuft das Infektionsschutzgesetz aus und der Politiker erwartet eine "schwere Herbstwelle". Noch im Juli will die Bundesregierung eine neue Rechtsgrundlage für Corona-Richtlinien vorlegen und diskutieren lassen.

Müssen im Herbst 2022 die Schulen wegen steigender Corona-Zahlen wieder schließen? Bildrechte: dpa

Expertenrat zu Corona-Schutzmaßnahmen für Kinder

Der Expertenrat der Bundesregierung hat Richtlinien vorgeschlagen, um das Kindeswohl stärker zu berücksichtigen.

  • Grippewelle abmildern durch Grippeschutzimpfung und Maskentragen
  • Impfkampagne für Schüler und Schülerinnen
  • Unterricht und Betreuung unter Pandemiebedingungen soll strategisch geplant werden
  • Test nur bei Symptomen und bei neuen, gefährlichen Virus-Varianten
  • Maskenpflicht bei gefährlichen Virus-Varianten nicht ausgeschlossen
  • Freiwilliges Tragen von Masken wird unterstützt
  • Verpflichtende CO2-Messung in Klassenräumen
  • Einfacherer Zugang zu Freizeit-, Sport- und Kulturangeboten für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche
  • Flächendeckende psychotherapeutische Begleitung/Betreuung

Im Papier des Expertenrats steht auch die Frage im Raum: Wie steht es eigentlich um die Digitalisierung an deutschen Schulen?

Tablets im Unterricht - das ist nicht an jeder Schule so. Bildrechte: dpa

Bundesländer wollen mitentscheiden

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne forderte, dass die einzelnen Bundesländer dieses Mal in Planung und Umsetzung der Regeln einbezogen werden. Das ist unter anderem für Schulen und Kitas wichtig, denn Bildung ist Ländersache.

Im schlimmsten Fall schließen die Gesundheitsminister auch Zugangsbeschränkungen und Obergrenzen nicht aus - Stichwort Wechselunterricht und Homeschooling.

 "Für uns ist ganz wichtig, wir wollen keine weiteren Schließungen", sagte Grimm-Benne. Das gelte sowohl für Schulen und Kitas als auch für Veranstaltungen. "Gleichwohl müssen auch diese Instrumente der Pandemiebekämpfung im Worst-Case-Szenario zur Verfügung stehen".

Der Deutsche Lehrerverband (DL) hofft, dass eine flächendeckende Maskenpflicht im Klassenzimmer wieder möglich wird. DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger sagte: "Wir hoffen, dass wir ohne Maskenpflicht ins neue Schuljahr starten können, wir wollen aber im Notfall auf diese wirksame Gesundheitsschutzmaßnahme auch nicht verzichten müssen, weil der Bund seine Hausaufgaben nicht gemacht hat!"

Gilt ab Herbst wieder Maskenpflicht in deutschen Schulen? Bildrechte: dpa

Wie steht es um Luftfilter in Schulen?

In der Hamburger Schulbehörde laufen bereits Vorbereitungen, um für einen möglichen Anstieg der Infektionszahlen gut gerüstet zu sein. Laut Behörde würden die Luftfilter in den Schulen fachmännisch gewartet. Wie viele Luftfilter es gibt, teilte der Sprecher nicht mit.

In Nordrhein-Westfalen sieht die Situation offenbar nicht so rosig aus. Christian Beckmann von der Landeselternkonferenz NRW sagte dem WDR, dass "viele Kommunen sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, die Geräte anzuschaffen". Von 90 Millionen Euro Fördergeldern im Land wurden nur 19 Millionen Euro ausgezahlt - der Rest blieb liegen.

dpa/Tagesschau/wdr/bundesregierung.de/lehrerverband

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 05. Juli 2022 | 17:15 Uhr