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Wer im Klassenraum sitzt, wird zweimal wöchentlich auf das Coronavirus getestet. Bildrechte: imago images/Eibner

Corona

Nach den Osterferien: Was gilt in Schulen in welchem Bundesland?

Stand: 09. April 2021, 20:38 Uhr

Schüler, Lehrer und Eltern fragen sich: Wie geht es nach den Osterferien weiter? Gerade, weil Deutschland mitten in der dritten Corona-Welle steckt. Die Bundesländer konnten sich aber wieder nicht auf einheitliche Regeln zu Tests und Schulöffnungen einigen. Ein Überblick.

Die für Bildung zuständigen Kultusminister der Bundesländer haben am Donnerstag beschlossen, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten. Doch eine einheitliche Linie gibt es wieder mal nicht.

Testpflicht an Schulen

Laut Lageberichten des Robert-Koch-Instituts spielen die Schulen eine wachsende Rolle bei der Virusausbreitung in Deutschland. Auch in den Kitas infizierten sich viele Kinder mit der britischen Corona-Variante. Daher setzen die Bildungsverantwortlichen neben Masken im Unterricht und Abstand nun vermehrt aufs Testen. Die Tests sollen zweimal die Woche unter Aufsicht in der Schule durchgeführt werden und sind verpflichtend.

In Niedersachsen und Brandenburg werden die Tests zu Hause durchgeführt.

Freiwillig sind sie in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Thüringen.

Die Testmöglichkeiten sollen so ausgebaut werden, dass allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften und sonstigen an Schulen Beschäftigten zweimal wöchentlich die Möglichkeit für einen Selbsttest angeboten werden kann. 

Britta Ernst, Präsidentin der Kultusministerkonferenz

Ab dem 19. April wird flächendeckend zweimal in der Woch getestet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Überblick über die Regeln der einzelnen Bundesländer:

Baden-Württemberg

Präsenzunterricht in der Woche nach den Osterferien zunächst nur für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen - im Wechselbetrieb. Für Schüler der Klassen 1 bis 7 wird nur eine Notbetreuung angeboten. Ab dem 19. April ist eine Rückkehr zum Wechselbetrieb für alle Klassenstufen vorgesehen.

Wer in der Woche ab 12. April in die Schulen zurückkehrt, kann sich noch freiwillig testen lassen. Ab dem 19. April ist der Test für alle verpflichtend.

Bayern

In Bayern schalten Schulen in der Regel ab einem Inzidenzwert von 100 in einer Stadt oder einem Landkreis wieder von Präsenz- auf Fernunterricht um. Zwischen 50 und 100 gilt Wechselunterricht. Ausgenommen davon sind nur die Abschlussklassen aller Schularten, die vor dem Übertritt stehenden vierten Klassen sowie die elfte Jahrgangsstufe an Gymnasien und Fachoberschulen. 

Berlin

Ab dem 12. April findet für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 sowie 10 bis 13 Wechselunterricht in halber Klassenstärke statt. Ab dem 19. April starten die Jahrgangsstufen 7, 8 und 9 in den Wechselunterricht. Im Unterricht gilt für alle Jahrgänge Maskenpflicht.

Brandenburg

Wechselunterricht für Jahrgangsstufen 1 bis 6 der Grund-, Ober- und Gesamtschulen mit Grundschulteil, sowie Förderschulen und Abschlussklassen. Alle anderen erhalten Distanzunterricht.

Getestet wird ab dem 19. April zu Hause. Ein negatives Ergebnis ist vorzulegen (Test mitbringen).

Bremen

Grundschüler sollen ab dem 12. April in voller Klassenstärke zurück in den Präsenzunterricht. Alle anderen haben Wechselunterricht. Ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 100 müssen Schüler - auch Grundschüler - im Unterricht Maske tragen. Abschlussklassen erhalten drei Wochen vor den Prüfungen ausschließlich Distanzunterricht.

Hamburg

Ab dem 19. April gilt wieder das Wechselmodell. Wenn die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei über 200 liegt, wechseln alle Schulen in den Distanzunterricht. Bei wöchentlichem Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht werden die Schüler im Präsenzunterricht vier Mal pro Woche getestet. Alle Schüler müssen im Unterricht eine medizinische Maske tragen.

Hessen

Die Osterferien dauern noch bis zum 16. April. Grundschüler sollen zurück in den Präsenzunterricht, alle andern haben Wechselunterricht. Eine Testpflicht besteht nicht, der Corona-Test ist freiwillig.

Mecklenburg-Vorpommern

Künftig soll die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch darüber entscheiden, ob in der folgenden Woche Präsenzunterricht an den Schulen stattfinden kann oder nicht. Bei einer Inzidenz von unter 150 gilt Präsenzunterricht für die Klassenstufen 1 bis 6 und die Abschlussklassen. Alle anderen haben Wechselunterricht. Bei einer Inzidenz von über 150 müssen alle wieder zu Hause lernen.

Die Teilnahme an den Testungen ist freiwillig.

Niedersachsen

Die Tests werden eigenverantwortlich zu Hause durchgeführt - von Lehrern und Schülern. Ein negatives Ergebnis muss bestätigt werden (Test vorzeigen). Bei einer Inzidenz unter 100 ist Präsenzunterricht im Wechselmodell möglich. Sobald die Inzidenz über 100 klettert, ist Distanzlernen angesagt. Ausgenommen sind Grundschulen, Förderschulen und Abschlussklassen.

Schüler müssen im Unterricht in allen Jahrgängen der Sekundarbereiche I und II eine Maske tragen. 

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen haben Schüler ab dem 12. April für eine Woche Homeschooling - mit Ausnahme der Abschlussklassen. Ab dem 19. April soll der Unterricht – sofern es das Infektionsgeschehen zulässt – wieder mit Präsenzanteilen (Wechselmodell) fortgesetzt werden. 

Rheinland-Pfalz

Das Land will am Wechsel zwischen Fern- und Präsenzunterricht festhalten. Zudem soll die Entscheidung zu Wechsel- oder Fernunterricht bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 nicht vom Ministerium getroffen werden. Der Corona-Test ist freiwillig.
Im Unterricht gilt Maskenpflicht.

Saarland

Bis zum 19. April gilt das Wechselmodell, danach ist Präsenzunterricht angedacht. Ab dem 19. April müssen sich Schüler zweimal wöchentlich in der Schule testen lassen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu dürfen. Für Schüler, die keinen Test machen, soll es alternative Lernangebote für zu Hause geben.

Sachsen

Sachsen verabschiedet sich von der Kopplung an den Inzidenzwert und hält Schulen und Kitas unabhängig davon offen. Schulschließungen hängen dann vom Infektionsgeschehen an der jeweiligen Schule ab. In Grund- und Förderschulen findet weiter nur eingeschränkter Regelbetrieb statt. Ab Klasse 5 gibt es wie bisher Wechselunterricht. Für Abschlussklassen gilt Präsenzunterricht in Fächern der jeweiligen Abschlussprüfung.

Ab Klasse 5 müssen Schüler sowie Lehrpersonal eine medizinische Gesichtsmaske auch im Unterricht tragen.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt findet ab dem 12. April der Unterricht an Grund- und Förderschulen als freiwilliger Präsenzunterricht statt. Alle anderen lernen im Wechselunterricht. Die Testpflicht gilt auch für Grundschüler.

Schleswig-Holstein

Die Schule beginnt erst wieder am 19. April. Die Landesregierung entscheidet auf Basis der Empfehlungen der örtlichen Gesundheitsämter erst kommende Woche, in welchem Landkreis welche Jahrgänge Präsenz- oder Wechselunterricht haben. Wer sich nicht testen lässt, bekommt kein zusätzliches digitales Angebot. Die Schüler sollen aber alternative Aufgaben bekommen.
Im Unterricht gilt Maskenpflicht.

Thüringen

Es gilt weiterhin der eingeschränkte Regelbetrieb. Je nach Infektionsgeschehen wechseln die Schüler wieder ins Homeschooling (Inzidenz über 150). Eine Testpflicht besteht nicht. Grundschüler bekommen einfache Lutschtests, ältere Schüler bekommen Antigen-Tests angeboten. Im Unterricht gilt Maskenpflicht.

Abitur wird stattfindenDie Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ablegen. Darauf haben sich alle Kultusminister verständigt.

(Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert; Stand: 09.04.2021)

Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 02. April 2021 | 17:15 Uhr