Risikogebiete Corona-Tests für Reiserückkehrer - Das müssen Sie jetzt wissen

Bislang waren Corona-Tests für Reiserückkehrer freiwillig. Doch jetzt sollen sie zur Pflicht werden. Zumindest für Urlauber, die aus Risikogebieten einreisen. Wo wird getestet und was kostet das? BRISANT klärt auf.

Ab 1. August kann sich jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, binnen drei Tagen beim Gesundheitsamt oder seinem Arzt auf das Coronavirus testen lassen. Die Tests sind freiwillig und kostenlos.

Aber ab kommender Woche wird ein Test für Reiserückkehrer aus Risikogebieten Pflicht. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt und beruft sich auf das Infektionsschutzgesetz. Auch diese Pflicht-Tests sind kostenlos! Bezahlt werden sie von den Krankenkassen.

Übernommen werden auch die Kosten für einen Wiederholungstest pro Person. Dass man ein Reiserückkehrer ist, kann man beispielsweise durch einen Boarding-Pass, ein Tickete oder eine Hotelrechnung belegen.

Wo gibt es Teststellen? Das erklärt die Servicenummer 116 117

ein Schild auf einem Flughafen
Raus aus dem Flieger - rein in die Teststation. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mindestens eine Woche Quarantäne

Ob man infiziert ist, erfährt man günstigstenfalls innerhalb weniger Stunden, am Flughafen Berlin-Tegel lässt das Ergebnis derzeit aber 48 Stunden auf sich warten!

Daher sollten sich Urlaubsrückkehrer unabhängig von dem Test sofort in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Der Grund ist die lange Inkubationszeit des Virus. Denn wer sich erst in den letzten Tagen des Urlaubs oder gar bei der Rückreise infiziert, bei dem ist das Coronavirus so schnell noch nicht nachweisbar.

Die Behörden empfehlen daher dringend eine Quarantäne von mindestens einer Woche. Von der Quarantäne befreien lassen kann man sich, wenn man bereits ein negatives Test-Ergebnis vorweist, das nicht älter als 48 Stunden ist.

Die steigenden Infektionszahlen in Deutschland sind ein deutliches Warnsignal. Das Virus macht keine Ferien.

Jens Spahn Bundesgesundheitsministerium

In den vergangenen Tagen war die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern wie etwa Spanien stark gestiegen. Das Auswärtige Amt hat daher am 31. Juli eine offizielle Reisewarnung für drei Regionen im Nordosten Spaniens herausgegeben. Vor Reisen nach Russland, Luxemburg, Israel, die USA, die Westbalkan-Staaten oder die Türkei wird ebenfalls gewarnt.

Wer sich dem Test und der Quarantäne verweigert, sobald diese in wenigen Tagen zur Pflicht werden soll, dem drohen laut Medienberichten Bußgelder von bis zu 25.000 Euro!

An welchem Flughafen wird getestet?

Derzeit gibt es Teststationen an folgenden Flughäfen:

  • Flughafen Frankfurt - zwischen dem Terminal 1 und dem Fernbahnhof (The Squaire)
  • Flughafen München - im medizinischen Zentrum des Airports (Terminal 1, Bereich E)
  • Flughafen Nürnberg - Abflughalle 1
  • Flughafen Köln/Bonn - am Fernbusterminal (P32) in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang (Terminal 2)
  • Flughafen Leipzig/Halle
  • Flughafen Düsseldorf
  • Flughafen Dortmund
  • Flughafen Hamburg - Terminal Tango
  • Flughafen Bremen - Terminal 1
  • Flughafen Hannover-Langenhagen - Terminal C
  • Flughafen Münster-Osnabrück
  • Flughafen Memmingen

Zusätzlich können sich Reisende an mehreren grenznahen Autobahnen in Bayern auf Sars-Cov-2  testen lassen, sowie an den großen Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg. Auch vor dem Terminal der Fährverbindung "Stena Line" in Kiel steht ein "Corona-Mobil". Berlin will in Kürze mit zwei Stationen am Hauptbahnhof und dem zentralen Busbahnhof nachziehen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. August 2020 | 17:15 Uhr

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