Corona-Forschung Studie belegt: Corona-Tote sind an und nicht mit dem Virus gestorben

Nur eine harmlose Grippe? Von wegen! Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf belegt, dass die Todesursache der meisten "Corona-Toten" tatsächlich das Coronavirus war - und nicht eine eventuelle Vorerkrankung.

Drei Särge stehen zwischen zwei verschlossenen Öffnungen in einem großen Raum, darüber hängt eine Uhr
Die meisten Corona-Toten sind an und nicht mit dem Virus gestorben, wie eine aktuelle Studie des UKE belegt. Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT/Alisa Sonntag

Die allermeisten Corona-Todesfälle gehen einer aktuellen Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zufolge tatsächlich direkt auf das Virus zurück - und nicht auf eine Vorerkrankung. Demnach war bei 618 von 735 Verstorbenen ihre Covid-19-Erkrankung die Todesursache. In sieben Prozent der Fälle waren die Verstorbenen zwar mit dem Covid-Erreger infiziert, die Infektion jedoch nicht ursächlich für den Tod verantwortlich.

Das Institut für Rechtsmedizin des UKE hatte seit Beginn der Pandemie 735 im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehende Todesfälle aus dem Jahr 2020 untersucht. Dabei handelte es sich um Sterbefälle in Krankenhäusern, Pflegeheimen und aus dem häuslichen Umfeld. Rund zwei Drittel der Untersuchten starben während der zweiten Pandemie-Welle ab Oktober, die meisten im Dezember.

Krankhaftes Übergewicht bei 20 Prozent der Verstorbenen

20 Prozent der Verstorbenen litten laut Studie an krankhaftem Übergewicht. Zu den häufigsten Vorerkrankungen der Verstorbenen zählten außerdem Bluthochdruck, eine chronische Niereninsuffizienz oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung.

Mehr Männer als Frauen

Im Durchschnitt waren die untersuchten Covid-19-Verstorbenen 83 Jahre alt, 75 Prozent der Todesopfer waren älter als 76 Jahre. Insgesamt verstarben mehr Männer als Frauen. Zudem waren sie statistisch etwas jünger. Lediglich ein Prozent der Verstorbenen war jünger als 50 Jahre. Die meisten der untersuchten Corona-Toten sind an einer durch Covid-19 verursachten Lungenentzündung oder Thrombose gestorben.

Corona-Patienten sterben nicht mit, sondern an Covid-19

Bei 84 Prozent der Corona-Toten sei das Virus die Ursache für das Ableben, bestätigt Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz: "Die allermeisten Menschen sterben nicht mit, sondern an Covid-19." Deshalb müsse insbesondere der Schutz der Hochrisikogruppe weiter vestärkt werden - etwa durch sicheren Infektionsgrundschutz und tägliche Testungen.

AFP/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 19. Februar 2021 | 17:15 Uhr

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