Corona Urin-Test sagt schweren Covid-19-Verlauf voraus

Die Nachricht klingt erst einmal unglaublich: Anhand einer Urinprobe kann der Verlauf einer Covid-19-Erkrankung bestimmt werden. Mit einer Sicherheit von 90 Prozent! BRISANT erklärt, wie der Test funktioniert.

Spezielle Flaschen für die Urinprobe.
Urin sagt den möglichen Krankheitsverlauf von Covid-19 voraus. Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

Bis zu zehn Prozent der Covid-19 Erkrankten erleiden einen schweren Verlauf, fünf Prozent müssen auf der Intensivstation behandelt werden oder sterben. Meist setzt eine rapide Verschlechterung zwischen dem siebten und zehnten Krankheitstag ein.

Der Test schafft es, Komplikationen bei Covid-19 vorherzusagen und wurde Ende vergangenen Jahres zugelassen. Die Patienten können damit gezielter medizinisch betreut werden.

So funktioniert der Test

Der Urin-Test mit dem Namen "DiaPat-CoV-50" wurde gemeinsam vom Biotech-Unternehmen Mosaiques und der DiaPat GmbH entwickelt. Er basiert auf dem Verfahren der "Proteom-Analyse" und wird bereits seit Jahren erfolgreich zur Früherkennnung bei bestimmten Erkrankungen eingesetzt. Dazu zählen chronische Nierenerkrankungen, Herzerkrankungen, Adipositas und Krebs (Prostata und Gallengang).

Proteom = Gesamtheit aller Proteine im menschlichen Körper

Das Verfahren konnte nun auf Covid-19 erweitert werden. Pro Urinprobe analysiert ein spezielles Gerät bis zu 14.000 Proteine und erkennt die Veränderungen. Sie können Anzeichen einer Erkrankung sein und liefern Informationen darüber, wie die sich wahrscheinlich entwickeln wird.

Urinprobe in einem Becher
Urinprobe in einem Becher Bildrechte: imago images / imagebroker

Die Testergebnisse werden in drei Kategorien unterteilt:

  • leichter Krankheitsverlauf
  • schwerer Krankheitsverlauf
  • sehr schwerer Krankheitsverlauf

Je nach Einstufung können Patienten dann gezielt mit Medikamenten behandelt werden, um Komplikationen und dadurch einen schweren Covid-19-Verlauf zu verhinden. Diesen Test können nur coronainfizierte Patienten machen lassen. Außerdem darf keine Harnwegserkrankung vorliegen.

Problem: Infizierte Menschen müssten durch Deutschland fahren, um sich vor Ort testen zu lassen. Denn der Hausarzt um die Ecke bietet den hochspezialisierten Urin-Test nicht an. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen den Test ebenfalls nicht.

Wo gibt es den Test?

Denn derzeit kann der Test nur in sieben deutschen Städten gemacht werden - im jeweiligen STAKOB-Zentrum.

  • Hamburg: Bernhard-Nocht-Klinik für Tropenmedizin
  • Berlin: Klinik für Infektiologie und Pneumologie (Charité)
  • Leipzig: Klinikum St. Georg gGmbH
  • Frankfurt am Main: Klinik der Goethe Universität
  • Düsseldorf: Klinik für Gastroenterologie
  • Stuttgart: Robert-Bosch-Krankenhaus
  • München: Klinik Schwabing

Mehr zum Thema Corona

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 09. Januar 2021 | 17:10 Uhr

Das könnte sie auch interessieren