Ferien trotz Corona Ist mein Urlaubsland ein Corona-Hotspot?

Sachen packen und ab in den Urlaub! Oder nicht? Einige neue Hotspots, wie z.B. St. Wolfgang in Österreich, machen deutlich, dass es Besonderheiten in den einzelnen Urlaubsländern zu beachten gibt. Welche, sehen Sie hier in der Übersicht.

Urlauber entspannen sich am Plaja-de-Muro-Strand auf Mallorca
Corona-bedingt gilt es, im Urlaub einiges zu beachten. (Archiv) Bildrechte: dpa

Viele außereuropäische Reiseziele fallen bei den Urlaubsplanungen wegen Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen weg. Urlaub in europäischen Ländern ist aber möglich - mit einigen Besonderheiten, die es hier in der Übersicht aufgelistet gibt.

Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich innerhalb von drei Tagen auf das Coronavirus testen lassen - sonst droht ein heftiges Bußgeld!

Belgien - REISEWARNUNG für Antwerpen

Für die Stadt Antwerpen gilt eine Reisewarnung. Touristen aus Deutschland können aber nach Belgien problemlos einreisen. Es gilt eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen wie Märkten, Einkaufsmeilen und an anderen Orten mit viel Publikumsverkehr. Örtliche Behörden können die Regel ausweiten. In Bussen und Bahnen ist Mund-Nasen-Schutz ohnehin Pflicht. Gäste in Kneipen und Restaurants müssen Kontaktdaten hinterlassen.

Bulgarien - REISEWARNUNG für Teile!

Das Auswärtige Amt hat am 8. August eine Reisewarnung für die Regionen Warna (der beliebte Goldstrand!), Blagoewgrad und Dobritsch herausgegeben. Hotels haben sich auf Corona-Schutzmaßnahmen eingestellt - wie größere Distanz zwischen Tischen und Stühlen. Wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen sind Mund-Nasen-Masken in gemeinschaftlich genutzten geschlossenen Räumen wieder Pflicht.

Dänemark

In Dänemark ist die Zahl der Neuinfektionen gering. Restaurants, Cafés und Geschäfte sind seit Mai wieder offen, eine Maskenpflicht besteht nicht. Nachtclubs und Diskotheken bleiben bis Ende Oktober weiter dicht.

Finnland

Deutsche und viele andere Europäer dürfen seit Mitte Juli wieder in das Land einreisen. Auch die vom Auswärtigen Amt verhängte Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie wurde am 13. Juli aufgehoben, womit für deutsche Reisende keinerlei Beschränkungen oder Quarantänevorschriften im Falle eines Finnland-Urlaubs mehr gelten.

Frankreich - REISEWARNUNG für Paris

Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für die Region Île-de-France (mit der Hauptstadt Paris) und Provence-Alpes-Côte-d’Azur herausgegeben. Frankreich hat zudem das Département Bouches-du-Rhône, in dem die Stadt Marseille liegt, als "aktive Corona-Zone" ausgewiesen - und damit zum Risikogebiet. Dort gilt nun Maskenpflicht auch im Freien. Touristen aus Deutschland brauchen bei Einreise nach Frankreich keine speziellen Unterlagen. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften und Markthallen gilt eine Maskenpflicht.

Griechenland

Die Einreise aus Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie fast allen EU Staaten ist frei. Es besteht keine Quarantänepflicht. Reisende müssen sich aber mindestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet dann, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen. Maskenpflicht besteht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Museen und archäologischen Stätten. Wenn in Bars und Restaurants mindestens 1,5 Meter Abstand eingehalten wird, muss keine Maske getragen werden. Griechenland ist weiter eines der Länder der EU mit den niedrigsten Infektionszahlen.

Großbritannien - REISEWARNUNG für Gibraltar

Für das auf der spanischen Halbinsel liegende Überseegebiet Gibraltar gibt es eine Reisewarnung. Vor der Einreise nach Großbritannien muss ein Formular mit Kontaktdaten ausgefüllt werden. Bei der Maskenpflicht gibt es Unterschiede in den einzelnen Ländern. Während in England und Schottland Masken sowohl in öffentlichen Verkehrsmitteln als auch in Läden getragen werden müssen, gilt die Maskenpflicht in Wales und Nordirland nicht beim Einkauf.

Irland

Reisende aus Deutschland müssen nach ihrer Ankunft in Irland zwei Wochen in Isolation gehen. Bei der Einreise müssen zudem Kontaktdaten hinterlassen werden. Innerhalb des Landes sind Reisen wieder erlaubt, auch auf die Inseln. In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften und anderen geschlossenen Räumen müssen Masken getragen werden.

Island

Bedingung für die Einreise ist nur, dass man in den 14 Tagen vor Einreise nicht in einem Risikogebiet war.

Italien

Reisende aus der EU oder aus dem Schengenraum dürfen seit Juni ohne Beschränkungen einreisen. Innerhalb des Landes darf man sich ungehindert fortbewegen. In Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen gilt Maskenpflicht. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden. In den Bars und Restaurants haben viele Wirte ihre Tische fast komplett nach draußen gestellt. Manchmal gibt es zusätzlich eine Plexiglas-Abtrennung zum nächsten Tisch. Vorherige Reservierungen sind erwünscht, aber kein Muss.

Kroatien - REISEWARNUNG für Küstenregionen

Für die Regionen Sibenik-Knin und Split-Dalmatien an der Adriaküste gilt eine Reisewarnung. Urlauber müssen an der Grenze erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. An den Stränden gelten Abstandsregeln, eine Überbelegung soll verhindert werden. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht.

Luxemburg

Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung am 20. August aufgehoben. An den Grenzen zum Großherzogtum gibt es keine Kontrollen und keine Einreisebeschränkungen. Maskenpflicht gibt es unter anderem im öffentlichen Nahverkehr. In Geschäften und öffentlichen Einrichtungen muss zudem ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden.

Malta

Nach Malta dürfen Bürger aus Deutschland in der Regel wieder ohne Beschränkungen einreisen. Allerdings dürfen sie in den vergangenen 14 Tagen nicht außerhalb der als sicher geltenden Länder gewesen sein. Nach Angaben des Auswärtigen Amts messen die Malteser bei der Ankunft die Körpertemperatur. Liegt sie bei 37,2 Grad Celsius oder höher, wird ein Corona-Test durchgeführt.

Niederlande

Für Deutsche ist der Holland-Urlaub weiter möglich. Amsterdam hat aber dazu aufgerufen, freiwillig auf Besuche am Wochenende zu verzichten - aus Sorge vor einer zweiten Corona-Welle. Tagesgäste sollten ihren Besuch lieber auf Montag bis Donnerstag verschieben, so die Stadt. Touristen, die bereits in der Stadt sind, werden in den sozialen Medien aufgerufen, die Corona-Regeln zu beachten und Gedränge in der Stadt zu meiden. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht. Touristen sollen aber Bus, Bahn oder Metro möglichst nicht zu Stoßzeiten nutzen.

Norwegen

Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für Norwegen aufgehoben. Seit Mitte Juli dürfen deutsche Urlauber wieder quarantänefrei einreisen, seitdem schießen die Touristenzahlen im Land in die Höhe. Die Pflicht zur zehntägigen Quarantäne nach der Ein- oder Rückreise nach Norwegen gilt aktuell nicht mehr.

Österreich - HOTSPOT!

Reisende aus Deutschland haben wieder freie Fahrt nach und durch Österreich. An den Grenzen zu Ungarn oder Slowenien wird aber kontrolliert. Das ist die Folge der Reisewarnungen Österreichs für die sechs Westbalkan-Staaten sowie für Rumänien und Bulgarien. Angesichts der steigenden Zahl der Neuinfektionen, wie auch im bei Deutschen beliebten St. Wolfgang, ist das öffentliche Leben in Österreich nicht mehr ganz so unbeschwert wie zuletzt. Seit Freitag gilt wieder landesweit eine Maskenpflicht unter anderem in Lebensmittelgeschäften, bei der Post oder in der Bank.

Polen

Maskenpflicht gilt im öffentlichen Nahverkehr und - wenn ein Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann - in öffentlichen Räumen. Hotels, Einkaufszentren sowie Restaurants und Cafés sind geöffnet. Die Zugverbindungen zwischen Deutschland und Polen wurden Ende Juni wieder aufgenommen. Seit 1. Juli fliegt die Fluglinie Lot wieder Ziele im Ausland an.

Portugal

Besucher müssen Angaben unter anderem zum Zielort und zur Erreichbarkeit während des Aufenthalts im Lande machen. Zudem wird die Körpertemperatur gemessen. Portugal galt lange als eines der Länder Europas, die vergleichsweise gut und mit geringen Ansteckungs- und Opferzahlen durch die Krise gekommen waren.

Rumänien - REISEWARNUNG für Teile!

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Kreise Argeș, Bihor, Buzău, Neamt, Ialomita, Mehedinti und Timiş. In den letzten Wochen ist die Zahl der Infektionen explodiert, die Behörden rechnen mit einem weiteren Anstieg. Eine prinzipielle Quarantänepflicht für Einreisende gibt es nicht. In geschlossenen öffentlichen Räumen gilt Maskenpflicht, Distanzpflicht in Gastronomie, auf den Stränden und bei Veranstaltungen im Freien

Schweden

Die Schweden haben trotz insgesamt sinkender Todes- und Infektionszahlen noch vergleichsweise hohe Corona-Werte zu verkraften. Dies sorgt unter anderem dafür, dass sie innerhalb Skandinaviens und Europas nicht so freizügig reisen können wie manch andere. Die schwedischen Grenzen sind für EU-Bürger dagegen offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen.

Schweiz

Einreisen aus den Schengenstaat ist möglich, wer aber vorher in einem von inzwischen 42 Risikoländern war, muss erst einmal zehn Tage in die Quarantäne. Deutschland gehört nicht dazu. Restaurants, Bars und Clubs sind wieder geöffnet, aber immer mehr Kantone führen neue Bestimmungen ein: eine Beschränkung auf 100 Gäste etwa und Besucher müssen Kontaktdaten hinterlassen. Maskenpflicht besteht schweizweit nur in öffentlichen Verkehrsmitteln, darunter Seilbahnen.

Slowakei

Deutsche können ohne Einschränkungen einreisen. Nur für Transitreisen aus Risikostaaten gibt es Quarantänevorschriften, deren Nichteinhaltung bestraft wird. Das Land war vom Coronavirus kaum betroffen und hat deshalb die meisten anfangs sehr strengen Corona-Schutzmaßnahmen wieder gelockert. Weiter ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Inneren von Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, in Lokalen nur beim Rein- und Rausgehen. In Warteschlangen etwa an Kassen ist ein 2-Meter-Abstand empfohlen.

Spanien - RESEWARNUNG für fast ganz Spanien!

Für fast ganz Spanien gilt eine Reisewarnung. Das betrifft auch die Balearen mit der Ferieninsel Mallorca! Im ganzen Land gilt die Maskenpflicht, auch im Freien, sowie das Abstandsgebot. Ausnahmen von der Maskenpflicht bestehen weiter am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken sowie beim Sport.

Auch das Nachtleben mit Clubs und Bars ist vielerorts eingeschränkt worden. In Barcelona sind Discos geschlossen, Bars und Restaurants schließen um Mitternacht. Wichtig für Spanien-Besucher: Man muss ein Online-Formular ausfüllen und erhält dann einen QR-Code, der bei der Einreise per Flugzeug vorzuweisen ist. Bei der Einreise wird auch Temperatur gemessen.

Tschechien

Die Einreise ist für Deutsche ungehindert möglich. Eine Quarantäne oder ein negativer Corona-Test sind nicht erforderlich. Eine Maskenpflicht gilt unter anderem in der Prager U-Bahn sowie in der östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien.

Türkei - REISEWARNUNG für Teile aufgehoben!

Für die Türkei als Nicht-EU-Staat gilt die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bis 31. August. Allerdings sind vier Provinzen seit dem 4. August aufgehoben: Antalya, Izmir, Aydin und Mugla. Vor der Rückkehr nach Deutschland muss jeder Reisende einen Corona-Pflichttest machen - auf eigene Kosten! Der Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, kostet 15 Euro. Am Flughafen kostet er 30 Euro.

Nach der Einreise aus Deutschland in die Türkei gibt es keine Quarantänepflicht mehr. Am Flughafen wird aber die Temperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen. An den Stränden gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt.

Ungarn

Deutsche Urlauber können ohne Einschränkungen einreisen, wenn sie ihre Reise in einem Land antreten, das als sicher in Hinblick auf die Pandemie eingestuft ist. Deutschland und die meisten EU-Staaten gelten als sicher. Der Transit durch Ungarn ist in jedem Fall möglich, diese Reisenden dürfen aber von bestimmten Transitkorridoren nicht abweichen und müssen das Land in maximal 24 Stunden verlassen. In Ungarn haben die meisten Hotels, Restaurants und Bars wieder geöffnet. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis und Geschäften gilt eine Maskenpflicht. Zudem sind Abstandsregeln zu beachten.

Zypern

Wer nach Zypern fährt, muss sich vor dem Antritt elektronisch anmelden. Wird ein Mensch positiv getestet, muss er 14 Tage lang in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Zypern. Eine Maskenpflicht gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel und Krankenhäuser.

(ten/dpa)

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