Flugverkehr eingeschränkt Neue Corona-Variante in Südafrika ein Grund zur Sorge?

Die vierte Corona-Welle ist vor allem auf die Delta-Variante zurückzuführen, die in Deutschland die Alpha-Variante, die noch im Frühjahr für den Großteil der Infektionen verantwortlich war, abgelöst hat. Doch neben Delta gibt es in Südafrika eine weitere Variante, die möglicherweise Sorgenfalten bereiten könnte. So sehr, dass die Bundesregierung den Flugverkehr aus dem Land einstellt.

Coronavirus
In Südafrika sorgt die neue Coronavirus-Variante B.1.1.529 für Sorgenfalten. (Archiv) Bildrechte: Colourbox.de

In Südafrika ist Wissenschaftlern zufolge eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 "weist eine sehr hohe Anzahl von Mutationen auf", sagte der Virologe Tulio de Oliveira auf einer Pressekonferenz am Donnerstag (25.11.). Sie gebe in dem Land "Anlass zur Sorge". Die Wirksamkeit der Vakzine gegen diese Virusvariante sei noch unklar.

Südafrikas Gesundheitsminister: "Ernsthaft besorgniserregend"

Bislang sei die Variante auch in Botswana und Hongkong bei Reisenden aus Südafrika entdeckt worden, in Israel bei einem Reisenden aus Malawi. Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die Variante als "ernsthaft besorgniserregend" und als Ursache für einen "exponentiellen" Anstieg der gemeldeten Fälle in Südafrika. Die Zahl der täglich gemeldeten Infektionen stieg am Mittwoch (24.11.) auf mehr als 1.200. Anfang des Monats waren es noch rund 100 Neuansteckungen.

In Deutschland sind bislang keine Fälle nachgewiesen worden. Auch auf der Liste der besorgniserregenden Virusvarianten von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der europäischen Gesundheitsbehörde "ECDC" steht B.1.1.529 nicht. Darauf befinden sich mit Alpha, Beta, Gamma und Delta gegenwärtig vier Varianten.

Fotomontage - Corona-Virusvarianten in einer Box.
Immer wieder tauchen neue Varianten des Coronavirus auf. (Themenbild) Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Flüge eingeschränkt: Bundesregierung erklärt Südafrika zum Virusvariantengebiet

Dennoch ist man in Deutschland besorgt. Daher wird Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklärt. Die Regelung trete heute Nacht (26.11.) in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit.

Delta-Plus-Variante u.a. in Großbritannien

Eine andere Variante, die seit Ende Oktober in Meldungen die Runde macht, und von der WHO beobachtet wird, ist die sogenannte Delta-Plus-Variante AY.4.2. So berichten Experten unter anderem von Fällen in Großbritannien, Dänemark, den USA und Russland. Demnach soll die Delta-Plus-Variante ansteckender sein als die Delta-Variante. Symptomatische Erkrankungen seien aber seltener.

Auch in Deutschland ist die Mutante nach Angaben des Robert Koch-Instituts bereits nachgewiesen worden, allerdings in sehr geringer Zahl. Forscher gehen zudem davon aus, dass alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe gegen Covid-19 auch gegen die Delta-Plus-Variante wirken. Vorausgesetzt ist ein vollständiger Impfschutz.

(BRISANT/dpa/afp/wdr)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. November 2021 | 17:15 Uhr

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