Virus Sars-CoV-2 Coronavirus-Infektion: Wie verläuft die Lungenkrankheit COVID-19?

Die einen infizieren sich mit dem Coronavirus und merken es gar nicht, für andere wird die Erkrankung lebensbedrohlich. Wie verläuft einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 - und an welchem Punkt sollte man schleunigst einen Arzt kontaktieren?

Den klassischen Verlauf einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus gibt es nicht. Manche Betroffene merken nicht einmal, dass sie sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben, für andere wird die Erkrankung lebensbedrohlich. Soviel vorweg: In den meisten Fällen verläuft COVID-19 harmlos oder mild.

Coronavirus-Infektion - keine eindeutigen Symptome

Ebenso wenig lässt sich eindeutig klären, welche Symptome bei Erkrankten als erstes auftreten. Mediziner sprechen deshalb von einem unspezifischen Verlauf - und genau der macht den Umgang mit dem Virus und die Behandlung von Corona-Patienten so schwierig.

Fieber, Husten, Schnupfen können erste Anzeichen sein. Auch Halsschmerzen sind möglich, Kurzatmigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, mitunter sogar ein Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. "Man fühlt sich so, als würde man eine Grippe kriegen, die nicht so richtig rauskommt", beschreibt Virologe Alexander Kekulé die Symptome. Ob man sich tatsächlich mit Sars-CoV-2 infiziert hat, kann nur ein Test zweifelsfrei klären.

Die Phasen einer Corona-Infektion

1. Die Infektion

Über Speichel und Schleim gelangen Coronaviren in der Luft - und von dort auf einen neuen "Wirt", den sie infizieren können. Über dessen Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen dringen sie in dessen Körper ein. Dort docken sie an Körperzellen an und vermehren sich. Die betroffenen Zellen gehen daran zugrunde, .

2. Der Beginn der Erkrankung

Begeben sich viele Erreger auf die Suche nach neuen Wirtszellen, schlägt das Immunsystem Alarm. Die Körpertemperatur steigt oder der Körper versucht, sich über Husten der Erreger zu entledigen. Infizierte bemerken meist erst jetzt, dass sie krank sind. Zwischen der Infektion mit Sars-Cov-2 und dem Ausbruch der Krankheit Covid-19 vergehen im Durchschnitt fünf bis sechs Tage. In dieser Zeit sollte man einen Arzt konsultieren.

3. Die Zeit der Entscheidung

Die Tage nach dem Beginn der Erkrankung sind entscheidend. Setzt sich das Immunsystem durch und dämmt die Verbreitung der Viren ein, bleibt es bei den ersten Beschwerden. Kann das Immunsystem den Erreger nicht aufhalten und das Virus bis tief in die Lunge gelangen, wird es kritisch. Bekämpft das Immunsystem nämlich die Erreger dort, kommt es zu einer Lungenentzündung und es kann nicht mehr ausreichend Sauerstoff ans Blut abgegeben werden. Medizinische Intervention ist jetzt dringend notwendig.

4. Die Genesung

Hat das Immunsystem seine Arbeit getan, werden Antikörper gebildet. Sie schützen - so nimmt man an - für zumindest eine bestimmte Zeit vor einer erneuten Infektion mit dem Coronavirus.

Obere oder untere Atemwege - ein entscheidender Unterschied

Jeder fünfte Infizierte hat mit einem einem gefährlichen Krankheitsverlauf zu kämpfen. Von diesen 20 Prozent verlaufen rund zwei Drittel der Fälle schwer, ein Drittel sehr schwer bis lebensbedrohlich.

Der Unterschied im Verlauf der Erkrankung liegt vor allem in der Ausbreitung des Virus. Befällt es nur die oberen Atemwege, etwa den Rachen, ist der Krankheitsverlauf meist mild. Breitet sich die Infektion in die unteren Atemwege, die Lunge oder die Bronchienarme aus, werden die Verläufe meist schwerer. Laut Robert Koch-Institut verlaufen schwere Fälle meist mit Atemnot und Sauerstoffunterversorgung. Das ist nicht gleich lebensbedrohlich - aber intensiv zu behandeln.

Verschlimmert sich der Husten, ab zum Arzt!

Leidet man an Husten oder wurde man bereits positiv auf Sars-CoV-2 getestet und die Hustenbeschwerden werden schlimmer, sollte man unverzüglich einen Arzt kontaktieren - auch dann, wenn man sich ansonsten eigentlich noch ganz wohl fühlt. Denn die Tage nach dem Beginn der Erkrankung sind die entscheidenden.

Setzt sich das Immunsystem durch und dämmt die Verbreitung der Viren ein, bleibt es bei ersten leichten Beschwerden. Gefährlich kann es dann werden, wenn das Immunsystem den Erreger nicht aufhalten kann und das Virus bis tief in die Lunge gelangt, wo der Körper Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Blut und Atemluft austauscht. In diesen Fällen ist zeitige medizinische Hilfe zwingend notwendig.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 18. April 2020 | 17:10 Uhr

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