Hunderte Mitarbeiter infiziert Schlachtbetriebe: Coronavirus-Infektion über Wurst, Fleisch & Co.?

Auf dem Balkon oder im Garten grillen - eine schöne (und leckere) Abwechslung, um sich die Corona-Zeiten zu versüßen. Umso erschreckender sind die Meldungen der letzten Tage. Hunderte Mitarbeiter deutscher Schlachthöfe haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert - nur einige der betroffenen Betriebe sind geschlossen worden. Was bedeutet das für Steaks und Würste, die auf unseren Tellern landen? Kann man sich über ein kontaminiertes Stück Fleisch mit Corona infizieren?

Ein Fleischer beim zerlegen eines Schweins
Hunderte Mitarbeiter deutscher Schlachtbetriebe haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Bildrechte: imago/blickwinkel

Es sind Meldungen, die einem im wahrsten Sinne des Wortes das Stück Fleisch im Halse stecken lassen. Hunderte Mitarbeiter deutscher Schlachthöfe haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. In einigen Betrieben wurden sogar eklatante Hygienemängel festgestellt. Das wirft ein trauriges Licht auf die Arbeitsbedingungen vieler osteuropäischer Saison- und Leiharbeiter. Dennoch sind viele der betroffenen Betriebe bislang nicht geschlossen worden. Die Produktion geht weiter - und landet auch auf unseren Tellern. Ist es möglich, sich über ein mit dem Coronavirus kontaminiertes Stück Fleisch selbst zu infizieren?

Haben die Tiere das Virus auf den Menschen übertragen?

Eine Frage, die das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) gegegenüber der Deutschen Presseagentur verneint. Bislang gebe es weltweit keine Hinweise darauf, dass in Deutschland verwendete Nutztiere als Überträger des Coronavirus fungieren. Laut Untersuchungen des FLI können sich weder Schweine noch Hühner mit SARS-CoV-2 infizieren. Zu Rindern stehen die Tests noch aus. Doch auch hier gibt es bislang keine Hinweise, dass sich die Tiere mit dem Erreger anstecken könnten.

Auslage in einer Fleischtheke
Sich über Fleisch- oder Wurstwaren mit dem Coronavirus zu infizieren ist eher unwahrscheinlich. Bildrechte: imago images/U. J. Alexander

Ansteckung über kontaminiertes Fleisch unwahrscheinlich

Ähnlich sieht es mit dem Fleisch aus. Grundsätzlich können Coronaviren nur durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Wurst oder Fleisch gelangen. Passiert das im Schlachtbetrieb, sind die Erreger bereits abgestorben, wenn die Waren in der Fleischtheke landen. Denn Coronaviren können sich in oder auf Lebensmitteln nicht vermehren, dafür benötigen sie einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt. 

Bliebe die Ansteckung über eine Schmierinfektion beim Verkauf. Die wäre dann möglich, wenn man das Virus vom Fleisch über die Hände oder die Lebensmittel auf die eigenen Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes oder die Augen überträgt.

In der Regel sind Fleisch und Fleischwaren jedoch durch einen Spritzschutz an der Theke vor Niesen und Husten durch Kunden geschützt, wodurch die Kontaminationsgefahr minimiert wird. Außerdem müssen Verkäufer wie Kunden mittlerweile bundesweit einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Richtige Zubereitung und Hygiene schützen!

Um sich vor Virusübertragungen zu schützen, ist es grundsätzlich wichtig, die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags, wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht, zu beachten.

Fleisch wird in einer Pfanne gebraten.
Wenn Sie Ihr Fleisch richtig durchbraten, sind auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Bildrechte: imago/Mike Schmidt

Weiterhin sollten Fleisch und Geflügel generell - auch zum Schutz vor möglichen anderen Krankheitserregern - vor dem Verzehr ausreichend und gleichmäßig erhitzt werden, bis der austretende Fleischsaft klar ist und das Fleisch eine entsprechende Farbe angenommen hat. Geflügel sollte weißlich sein, Schweinefleisch graurosafarben und Rind graubraun. Und wer noch sicherer gehen will könnte sich auch mal wieder an ein paar vegetarischen Gerichten versuchen ...

Quellen: dpa, bfr.bund.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Mai 2020 | 17:15 Uhr

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