COVID-19 Urlaub ade? Das Coronavirus hat Italien erreicht

Das Coronavirus hat Europa erreicht. Einzelne Fälle gab es zwar auch in den vergangenen Wochen, doch in Italien ist die Zahl der gemeldeten Coronafälle jetzt rasant angestiegen. Welche Regionen sind betroffen - und was tun, wenn man ausgerechnet jetzt einen Italien-Urlaub geplant hat?

Eine Frau trägt Mundschutz während sie telefonierend an einem Restaurant vorbei geht.
Angst vor einer Ansteckung mit Coronaviren - mit Mundschutz durch die Mailänder Innenstadt Bildrechte: dpa

Bislang war es ein in Asien verortetes Schreckgespenst. Jetzt ist das Coronavirus in Europa angekommen - und hat in Italien Fuß gefasst. Dort steigt die Zahl der infizierten Patienten seit wenigen Tagen rasant an, sechs Menschen sind bereits gestorben. Derzeit gilt Italien als das am meisten betroffene Land außerhalb Asiens. Und das, obgleich bislang nur wenige Provinzen betroffen sind: insbesondere die Lombardei, mit aktuell 165 gemeldeten Coronafällen, und Venetien.

Drastische Maßnahmen gegen weitere COVID-19-Verbreitung

In Italien haben Politik und Behörden rasch reagiert. Die betroffenen Gebiete wurden umgehend abgeriegelt und Quarantänemaßnahmen verfügt. Zehn Gemeinden in der Provinz Lodi, südlich von Mailand, sind zu Sperrzonen erklärt worden. Schulen, Universitäten und andere öffentliche Gebäude bleiben geschlossen. Sicherheitskräfte kontrollieren, wer in die Orte rein oder raus darf. Wer sich dem widersetzt, muss mit einer Strafe rechnen.

Öffentliche Veranstaltungen, insbesondere Fußballspiele, Gottesdienste und Opernvorstellungen, sind in weiten Teilen Norditaliens abgesagt worden. Sogar der berühmte Karneval von Venedig wurde vorzeitig beendet. Der Dom von Mailand, die Scala und zahlreiche Museen sind derzeit geschlossen.

Touristen fotografieren sich mit Mundschutz vor der Kathedrale.
Fotografiert werden kann der Mailänder Dom derzeit nur von außen. Wegen des Coronavirus bleibt die Kathedrale Santa Maria Rinascente für Besucher geschlossen. Bildrechte: dpa

Hilfe-Hotline und Hamsterkäufe

Trotz der Einführung der Hilfe-Hotline 1500 reagieren viele Bewohner mit Sorge auf die neuen Regelungen. Vor den Supermärkten in Mailand und Umgebung bilden sich lange Schlangen, die Regale sind zum Teil leergeräumt. Laut Regierung eine sinnlose Aktion: Die Versorgung - auch in den abgeriegelten Ortschaften - sei gesichert.

Urlaub in Italien - fahren oder stornieren?

Eine Reise- bzw. Reiseteilwarnung wie für China hat das Auswärtige Amt für Italien bislang nicht herausgegeben. Auf seinem Onlineportal weist das Amt auf die in Italien ergriffenen Maßnahmen gegen eine weitere Verbreitung von COVID-19 hin. Empfohlen wird, sich vor einem geplanten Reiseantritt bei der italienischen Auslandsvertretung nach möglichen Gefahren zu erkundigen und auf der Reise auf Händehygiene, Hust- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten zu achten.

Für Reisende, die sich in der Nähe der Quarantäne-Gebiete aufhalten oder deren Route durch diese Regionen führt, ist die Infektionsgefahr vermutlich gering. Die Wahrscheinlichkeit, unter den etwa 40 Millionen Menschen, die in Norditalien leben, ausgerechnet auf einen mit dem Coronavirus Infizierten zu treffen, dürfte sehr gering sein - und von Reiseanbietern nicht als Stornierungsgrund anerkannt werden.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 24. Februar 2020 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2020, 23:42 Uhr

Das könnte sie auch interessieren