Wann kommt sie? Das ist der Stand in Sachen Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App lässt noch immer auf sich warten. Bund und Länder haben sich nun darauf verständigt, den Quellcode der App zu veröffentlichen. Ziel ist, das Vertrauen der Bevölkerung in die Anwendung zu stärken.

Ein Corona-Virus
Wann es die "Corona-Warn-App" gibt, ist noch unklar. (Archiv) Bildrechte: imago images/Hans Lucas

Ob China, Südkorea oder die EU - überall wird an Corona-Apps gearbeitet und teilweise werden sie bereits eingesetzt. In Deutschland sind die Hoffnungen in die Infektionsvermeidung per Smartphone groß. Mit einer App habe man die Chance "innerhalb von zwei oder drei Monaten tatsächlich die Infektionszahlen so herunterzukriegen, dass das Virus austrocknet", sagt beispielsweise der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar.

Open Source: Überprüfung durch breite Öffentlichkeit

Der Quelltext der angekündigten Corona-Warn-App soll dabei öffentlich zugängig gemacht werden - für die Überprüfung durch eine breite Öffentlichkeit. "Die App wird transparent als 'Open Source' bereitgestellt", heißt es dazu in den Mittwochsbeschlüssen (06.05.) von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs. Sobald eine breit einsetzbare App vorliege, werde es darauf ankommen, dass breite Teile der Bevölkerung diese Möglichkeit nutzen, um zügig zu erfahren, wenn sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten, damit sie schnell darauf reagieren können. "Bund und Länder werden dazu aufrufen."

In den Beschlüssen wird betont, zur Unterstützung der schnellen und möglichst vollständigen Nachverfolgung von Kontakten sei der Einsatz von digitalem "Contact Tracing" eine wichtige Maßnahme. Der Bund habe entschieden, den Einsatz solch einer App zu ermöglichen. Die europäischen und deutschen Datenschutzregeln würden strikt eingehalten. Nur durch die Veröffentlichung des Quelltextes könne man gewährleisten, dass die App die datenschutzrechtlichen Vorgaben erfülle und keine verborgenen Gefahren enthalte, sagt Pauline Weller, Projektkoordinatorin bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF).

Wann gibt es die App? Unklar!

Wann sich Nutzer die App herunterladen können, ist derzeit unklar. Zunächst war die App für Ende April angekündigt worden. Mitte April sagte Gesundheitsminister Jens Spahn jedoch, dass die App eher Mitte Mai erscheinen würde. Ob dieser Zeitplan zu halten ist, bleibt abzuwarten. Apple und Google haben jedenfalls bereits das technische Fundament für die App-Entwickler freigeschaltet. Auf dieser Basis sollen nun die deutschen Tech-Unternehmen SAP und Telekom die eigentliche App entwickeln. Bis wann? Unklar!

Die "Bundes-Corona-App" soll einen dezentralen Ansatz fahren. Das bedeutet, dass die erhobenen Daten nicht auf einem zentralen Server gespeichert werden, sondern nur auf den jeweiligen Geräten der Nutzer. Hält man sich in der Nähe eines anderen Nutzers der noch namenlosen App auf, sollen beide Smartphones über Bluetooth anonymisierte Kennungen austauschen. Sollte jemand positiv getestet werden, trägt er das in seiner App ein und gibt diese Daten auf einem Server als "infiziert" frei. Wollen andere Nutzer wissen, ob sie einer infizierten Person begegnet sind, müssen sie die Daten aktiv vom Server abrufen. Der Abgleich - das Matching - geschieht dann auf dem Handy.

(ten/dpa/mdr thüringen)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. Mai 2020 | 17:15 Uhr

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