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Nur weil die Corona-Warn-App rot ist, muss noch lange kein PCR-Test gemacht werden. Bildrechte: dpa

CoronavirusWas tun, wenn die Corona-Warn-App Rot ist?

Stand: 26. Januar 2022, 15:56 Uhr

Rot sehen will niemand - schon gar nicht in der Corona-Warn-App auf dem Smartphone. Denn dann hat es eine Begegnung mit jemandem gegeben, der sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat. Wie sollte man sich verhalten, wenn dieser Fall eintritt - und was gibt es ansonsten im Umgang mit der App zu beachten?

Welchen Nutzen bringt die Corona-Warn-App?

Die Corona-Warn-App wurde entwickelt, um Infektionsketten frühzeitig zu erkennen, zu unterbrechen und dadurch eine weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wer die App auf seinem Smartphone installiert und die sogenannte "Risiko-Ermittlung" aktiviert hat, kann dadurch sich selbst und auch seine Mitmenschen schützen.

Voraussetzung dafür ist, dass man "Bluetooth" dauerhaft eingeschaltet hat. Denn darüber verbindet sich das eigene Smartphone mit den Smartphones anderer App-Nutzer.

Anzeige von Risiko-Begegnungen

Wird ein App-Nutzer positiv auf das Coronavirus getestet und gibt diese Information an seine App weiter, werden andere App-Nutzer, denen er in den letzten Tagen begegnet ist, über ihre App informiert.

Das passiert allerdings nicht über eine Push-Benachrichtigung. Möchte man regelmäßige Informationen über sogenannte Risiko-Begegnungen erhalten, sollte man seine App täglich einmal öffnen. Dann werden die Daten aktualisiert und eventuelle Begegnungen angezeigt.

Wie entscheidet die App, wie groß das Ansteckungsrisiko ist?

Laut Robert-Koch-Institut berechnet die Corona-Warn-App das Ansteckungsrisiko in vier Schritten. Maßgeblich sind dabei die Dauer einer Begegnung, die seit der Begegnung vergangene Zeit, das Übertragungsrisiko und der Abstand zur infizierten Person (Dämpfungswert). Für eine abschließende Bewertung werden die vier Faktoren miteinander verrechnet.

Grün bedeutet "alles im grünen Bereich"

Viele unserer Risiko-Begenungen verlaufen vergleichsweise kontaktarm - etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in der Fußgängerzone beim Einkaufen. Sind die Kontakte sehr kurz oder räumlich weit distanziert, zeigt die Warn-App eine Begegnung mit niedrigem Risiko an - und bleibt grün.

Handlungsbedarf besteht in diesem Fall nicht. Empfohlen wird, weiterhin die gebotenen Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Wann und wo die jeweiligen Begegnungen stattgefunden haben, erfährt man übrigens nicht.

Vier Faktoren bestimmen, ob das Risiko einer Begegnung als hoch oder niedrig eingestuft wird. Bildrechte: imago images / Michael Westermann

Rot heißt nicht gleich "Alarmstufe Rot"

Selbst wenn die Warn-App ein "Erhöhtes Risiko" anzeigt, bedeutet das noch lange nicht, dass man sich tatsächlich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Vielleicht ist es ein Nachbar, der sich infiziert hat - und die Smartphones haben durch die Wohnungswand Kontakt zueinander aufgenommen.

Die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts lautet bei einer Begegnung mit "Erhöhtem Risiko", seine sozialen Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und möglichst im Homeoffice zu arbeiten. Machen sich Symptome bemerkbar, sollte man umgehend Gesundheitsamt oder Hausarzt kontaktieren.

Mit wem und wo die riskante Begegnung passiert ist, erfährt man aus Datenschutzgründen nicht. Bei einer Begegnung mit erhöhtem Risiko darf man aber immerhin wissen, vor wie vielen Tagen sie stattgefunden hat. Vielleicht hilft das ja dem Gedächtnis auf die Sprünge - und künftig risikoärmer zu planen.

Test bei roter App nicht zwingend notwendig

Ein PCR-Test ist selbst bei einer Begegnung mit "Erhöhtem Risiko" nicht zwingend notwendig. Zwar erfüllt man damit rein formal die Kriterien, kostenfrei auf das Virus getestet zu werden, doch angesichts der schwindenden Test-Kapazitäten bei steigenden Infektionszahlen, liegt diese Entscheidung letztlich beim behandelnden Arzt.

Selbst nach einer Begegnung mit "Erhöhtem Risiko" muss man nicht zwingend einen Corona-Test machen. Bildrechte: imago images / Bildgehege

Corona-Test-Ergebnis via App erfahren

Lässt man sich auf das Coronavirus testen, können Nutzer der Corona-Warn-App ihr Ergebnis über die App erfahren. So zumindest sollte es sein.

Damit das auch wirklich klappt, empfiehlt es sich, bei einem Test darauf zu achten, dass beim testbegleitenden Formular der entsprechende Haken gesetzt wird, der es dem Labor erlaubt, das Testergebnis via App mitzuteilen. Doch auch das führt nicht zwingend zum Erfolg: Denn noch immer sind nicht alle Labore an das digitale System angeschlossen.

Eigentlich sollte man über die App sein Testergebnis erfahren und dann auch gleich teilen können. Bildrechte: imago images / Eibner

Die App über das positive Testergebnis informieren

Wird man nicht via App über sein Testergebnis informiert, gestaltet es sich etwas unkomfortabler, die App das eigene (positive) Testergebnis wissen zu lassen, damit eigene Begegnungen gewarnt werden können.

Möglich ist das über die TAN-Hotline (+49 800 7540002), die man über sein positives Testergebnis informiert, und die eigene Telefonnummer weitergibt. Wenig später bekommt man per Rückruf eine TAN mitgeteilt. Mit der kann man schließlich sein Testergebnis in der App verifizieren. 

Bei Besuch des Testzentrums Bluetooth-Verbindung ausschalten

Wenn Sie ein Corona-Testzentrum besuchen, sollten Sie die Bluetooth-Verbindung ihres Smartphones für die Dauer ihres Aufenthalts ausschalten. Das empfiehlt das Robert-Koch-Institut.

Der Grund: Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der anderen Besucher, die sich zeitgleich dort aufhalten, positiv auf das Virus getestet wird, ist vergleichsweise hoch. Und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre App Ihnen in den kommenden Tagen (grundlos) die "rote Karte" zeigt.

Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 12. Januar 2022 | 17:15 Uhr