ProminentRatgeberPodcastRedaktionService
Ab dem 1. Juli wird pro Schnelltest eine Kostenbeteiligung von drei Euro fällig. Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Neue TestverordnungEnde der kostenlosen Bürgertests: Wer bekommt den Coronatest kostenlos, wer muss zuzahlen?

Stand: 15. Juli 2022, 13:04 Uhr

Am 30. Juni endeten die kostenfreien Bürgertests. Wer sich dennoch auf das Coronavirus testen lassen möchte, muss sich an den Kosten dafür beteiligen - und seinen Anspruch nachweisen. Lediglich für vulnerable Gruppen bleiben die Tests weiterhin kostenlos. Was gilt für wen? Ein Überblick.

Die bislang kostenlosen Corona-Bürgertests werden kostenpflichtig. Ab dem 30. Juni wird eine Kostenbeteiligung von drei Euro pro Test fällig. Lediglich für vulnerable Gruppen, ihre Angehörigen und andere Ausnahme-Fälle werden die Testungen weiter umsonst angeboten. Sie müssen bei der Teststelle nachweisen, dass ihnen ein kostenfreier Schnelltest zusteht.

Kosten können vom Bund nicht mehr getragen werden

Der Grund für die Abschaffung der kostenlosen Bürgertests sind die Kosten. Für das derzeitige Testkonzept muss der Bund durchschnittlich eine Milliarde Euro im Monat berappen. Angesichts der für Herbst erwarteten angespannten Haushaltslage soll dieser Betrag jetzt reduziert werden.

Durch die drei Euro Beteiligung tragen die Verbraucher etwa ein Drittel der für einen Test anfallenden Kosten, zwei Drittel übernimmt weiterhin der Staat.

Kostenlos werden die Bürgertests ab Juli nur noch für vulnerable Gruppen sein. Bildrechte: IMAGO / BildFunkMV

Für wen bleiben die Schnelltests kostenlos?

Kostenlose Schnelltests sollen weiterhin für vulnerable Gruppen und pflegende Angehörige möglich sein. Außerdem für Kinder bis fünf Jahren, Frauen im ersten Drittel der Schwangerschaft, Besucherinnen und Besucher von Kliniken und Pflegeheimen, chronisch Kranke, die nicht geimpft werden können, Teilnehmer an Corona-Impfstudien, Infizierte, die sich freitesten wollen, und ihre Haushaltsangehörigen.

Darüber hinaus haben die Länder die Möglichkeit, die Eigenbeteiligung von drei Euro auch für weitere Gruppen zu übernehmen.

Welche Nachweise sind für den kostenlosen Test nötig?

Wer eine kostenlose Testung in Anspruch nehmen möchte, muss sich ausweisen und einen entsprechenden Nachweis erbringen können.

Bei Kleinkindern genügt die Geburtsurkunde oder der Kinderreisepass, bei Schwangeren der Mutterpass. Wer aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, muss darüber ein ärztliches Zeugnis im Original vorlegen.

Teilnehmende an Impfwirksamkeitsstudien können sich einen Teilnahme-Nachweis ausstellen lassen und diesen nutzen. Wer sich freitesten will, legt den PCR-Test vor, gleiches gilt für Haushaltsangehörige von Infizierten, die zudem einen Nachweis für die übereinstimmende Wohnanschrift benötigen.

Bei Besuchen in Pflegeheimen oder Krankenhäusern kann ein kostenloser Test vor Ort gemacht werden oder der Besuch wird der Teststelle gegenüber schriftlich bestätigt. Eine schriftliche Bestätigung müssen auch pflegende Angehörige vorlegen, um ihren Anspruch geltend zu machen.

Wer bekommt den Bürgertest für drei Euro?

Selbst den Bürgertest mit einer Eigenbeteiligung von drei Euro bekommt nicht jeder. Auch dafür muss man seinen Anspruch nachweisen. Das geht etwa mit der Eintrittskarte für eine Veranstaltung, dem Vorzeigen der Corona-Warn-App oder bei Kontakten zu Risikopatienten mit einer Selbstauskunft.

Vorgesehen ist der Bürgertest mit einer Eigenbeteiligung von drei Euro für Menschen, die am gleichen Tag einen Veranstaltung in Innenräumen oder durch das Coronavirus besonders gefährdete Menschen (Über-60-Jährige, Menschen mit Behinderung oder Vorerkrankungen) besuchen. Auch, wer durch seine Corona-App auf eine Begegnung mit erhöhtem Risiko hingewiesen wird, hat Anspruch darauf, sich für drei Euro testen zu lassen.

BRISANT/tagesschau.de

Zum Thema

Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 30. Juni 2022 | 17:15 Uhr