Urlaubsplanung Corona-Test gegen Beherbergungsverbot - was muss man beachten?

Kommt man aus einem innerdeutschen Corona-Risikogebiet und möchte den Herbsturlaub dennoch nicht platzen lassen, dann hilft nur eines: ein negativer Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Dieser ermöglicht es, das von den meisten Bundesländern verhängte Beherbergungsverbot zu umgehen. Wo kann man den machen lassen und wer trägt die Kosten dafür? Und was, wenn man sich nicht testen lassen möchte und deshalb das gebuchte Urlaubsquartier stornieren muss?

Corona-Test bei einer Frau
Kommt man aus einem Risikogebiet und möchte dennoch Urlaub machen, hilft nur ein negativer Corona-Test, um das in den meisten Ländern geltende Beherbergungsverbot zu umgehen. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Wo kann man einen Corona-PCR-Test machen?

Glaubt man aufgrund von Krankheitssymptomen, sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert zu haben oder hatte man engeren Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person, ist die Sache ganz einfach: Man meldet sich (telefonisch) beim örtlichen Gesundheitsamt. Dort erfährt man, welche Teststelle aufgesucht werden kann. Kehrt man von einer Reise zurück, gibt es die Testzentren der Kassenärztlichen Vereinigung.

Benötigt man hingegen einen negativen Corona-Nachweis, um ein Beherbergungsverbot in einem anderen Bundesland zu umgehen, sind beide Stellen nicht zuständig. Ansprechpartner für einen Corona-PCR-Test sind dann der Hausarzt oder eine Praxis für Reisemedizin.

Aufdruck 'Risikogebiet' auf Holzstempel
Liegt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus über 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, gilt eine Stadt oder ein Kreis als Risikogebiet. Bildrechte: Colourbox.de

Wann vor Reiseantritt sollte man sich testen lassen?

Muss man einen negativen PCR-Test vorlegen, um ein Beherbergungsverbot zu umgehen, darf der nicht älter als 48 Stunden sein. Diese 48-Stunden-Zeitspanne beginnt ab dem Moment, in dem das Labor das Testergebnis ermittelt hat.

Man sollte sich also nicht zu frühzeitig testen lassen, damit das Testergebnis bei Reiseantritt noch gültig ist. Zu knapp sollte man die Zeit aber auch nicht kalkulieren. Denn je nach Test-Aufkommen kann die Bearbeitungszeit des Labors auch mal länger als die üblichen 24 Stunden ausfallen. Bedenken Sie dabei auch arbeitsfreie Tage an den Wochenenden.

Bei den meisten Laboren kann man sein Test-Ergebnis mittlerweile über eine Online-Datenbank abfragen. Zusätzliche Wege sind in der Regel also nicht notwendig.

Corona-Test Ergebnis
Bei den meisten Laboren kann man sein Testergebnis online abfragen. Bildrechte: MDR/Anett Linke

Was kostet ein Corona-PCR-Test - und wer trägt die Kosten?

Liegen keine Krankheitssymptome oder ein konkreter Infektions-Verdacht vor, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für einen PCR-Test in der Regel nicht. Die bleiben beim Reisenden hängen - und belasten zusätzlich das Urlaubs-Budget. Pro Person sollte man mit rund 120 Euro für die Laboranalyse und etwa 20 Euro für den Abstrich beim Arzt rechnen.

Fahren oder stornieren?

Wem das zu teuer ist oder sich und seiner Familie die Strapazen einer Testung ersparen möchte, dem bleibt nur, das bereits gebuchte Quartier zu stornieren. Doch das wird vermutlich ebenfalls nicht kostenfrei von statten gehen. Denn darüber, ob ein Corona-Test für den Gast zumutbar ist, kann man geteilter Meinung sein. Ein Gerichtsurteil gibt es ob der der noch jungen Regelung bislang nicht.

Daher: Meiden Sie die Konfrontation und versuchen Sie eine gütliche Einigung mit dem Vermieter zu erreichen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | BRISANT | 09. Oktober 2020 | 18:15 Uhr

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