So unterschiedlich infizieren sich Kinder! Coronavirus-Gefahr: Deutlich mehr Fälle bei Schülern, Kita-Kinder weniger gefährdet

Die Zahl der Corona-Infektionen von Schülern und Lehrkräften steigt deutlich. Zehntausende sind in Quarantäne. Ganz anders dagegen ist das Infektionsrisiko einer Studie zufolge in Kindergärten.

Schüler sitzen mit Masken (Mund-Nasen-Bedeckungen) im Unterricht vor einem geöffneten Fenster
In einigen Schulen tragen Schüler auch während des Unterrichts Mund-Nasen-Bedeckungen. Bildrechte: dpa

Wie sicher sind Schulen? Die Kultusminister haben immer wieder betont, Infektionen würden in die Schulen zwar hineingetragen, fänden aber im Wesentlichen nicht dort statt. Die Schulen seien sicher. Fakt ist: Die Fälle schnellen in die Höhe! Das belegen die Zahlen aus mehreren Bundesländern.

Neuinfektionen vervielfachen sich

In Rheinland-Pfalz beispielsweise waren am 26. Oktober noch 98 Schülerinnen und Schüler als Corona-positiv getestet registriert. Eine Woche später, am 2. November, waren es 522 Infektionen - mehr als fünf Mal so viel. Bei den Lehrkräften vervielfachte sich die Zahl ebenfalls, sprang von 16 auf 71 Erkrankte. Ähnlich ist die Situation in Niedersachsen. Dort schnellten die Zahlen von 485 infizierten Schülerinnen und Schülern Mitte Oktober auf 1.255 Fälle in der Woche ab dem 26. Oktober. In Bayern waren am letzten Schultag vor den Herbstferien, am 30. Oktober, mehr als 2000 Schülerinnen und Schüler infiziert.

Zehntausende Schüler und Lehrkräfte in Quarantäne

Ein ähnliches Bild zeigen die Quarantäne-Zahlen. So waren laut Recherchen der "Tagesschau" in Hessen Anfang November fast 21.300 von 760.000 Schülerinnen und Schülern in Quarantäne. Bei den Lehrkräften waren 2.340 von 62.500 betroffen. Wie viele davon positiv oder überhaupt getestet wurden, ist unbekannt. Ähnlich sind die Quarantäne-Anteile in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. Wie viele Menschen bundesweit in Quarantäne sind, ist unbekannt.

Ein Erzieher im Kindergarten bespricht mit Kindern zur musikalischen Früherziehung ein Buch über Zootiere.
Viel weniger gefährdet, an Covid 19 zu erkranken: Kinder in einem Kindergarten. Bildrechte: dpa

Kita-Kinder kaum an Sars-CoV-2 erkrankt

Ganz anders als bei Schülern und Lehrern dagegen ist die Situation einer Studie zufolge in Kindergärten. Während sich Infektionskrankheiten dort für gewöhnlich besonders schnell ausbreiten, scheint das ausgerechnet bei Sars-CoV-2 nicht der Fall zu sein. Von mehr als 800 untersuchten Kita-Kindern in Hessen habe sich in zwölf Wochen kein einziges mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, berichtete die Wochenzeitung "Die Zeit" vorab über eine Untersuchung eines Teams um die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kita-Kinder anstecken, "scheint also extrem gering zu sein", sagte Ciesek.

Bei der "Safe-Kids-Studie" in Zusammenarbeit mit dem hessischen Sozialministerium waren über einen Zeitraum von zwölf Wochen 825 Kinder sowie 372 Mitarbeiterinnen in 50 Kitas in Hessen getestet worden. Positiv getestet wurden in dieser Zeit zwei Erzieherinnen, aber keine Kinder.

Weiteres Vorgehen? Virologin betont Bezug zum Alter!

Falls die Infektionszahlen in Deutschland nicht bald zurückgehen und wieder Kita- oder Schulschließungen diskutiert werden, empfiehlt die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik, zunächst Oberstufenschüler nach Hause zu schicken. Das Alter spiele eine große Rolle bei der Weiterverbreitung des Virus.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. November 2020 | 17:15 Uhr

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