Filmtipps Nach Corona-Pause: Mit diesen Filmen öffnen die Kinos

Nach wochenlanger Schließung wegen Corona dürfen jetzt in allen Bundesländern die Kinos wieder öffnen. Um die Zuschauer zu locken, sind auch erste größere Neustarts zu sehen. Welche Filme sollte man nicht verpassen?

Blick über wenig gefüllte Besuchersessel auf die Leinwand eines Kinos.
Seit dieser Woche dürfen Kinos in ganz Deutschland wieder öffnen. (Archiv) Bildrechte: dpa

Wer in diesen Tagen ins Restaurant geht oder durch Parks spaziert, könnte glauben, dass die Corona-Pandemie vorbei ist. Auf den ersten Blick sieht vieles wieder so aus wie vor der Krise. Auch die Kinobranche startet neu. Viele Kinos haben bereits wieder geöffnet, als eines der letzten Bundesländer folgt nun Berlin. Doch der Schein trügt. Die Kinobranche muss weiter zittern.

"Undine", "Takeover" und Co. locken ins Kino

Immerhin: Nach monatelanger Pause starten an diesem Donnerstag (2. Juli) die ersten größeren Filme neu. So erleben die früheren YouTube-Stars Heiko und Roman Lochmann in "Takeover - Voll vertauscht" eine turbulente Verwechslungskomödie, während Regisseur Christian Petzold den Berlinale-Beitrag "Undine" mit Paula Beer und Franz Rogowski zeigt. Auch das beliebte Hörspiel-Phänomen um ein kommunistisches Känguruh in Kreuzberg wird auf der Leinwand in "Die Känguruh-Chroniken" zum Leben erweckt. Für Kinder gibt es "Meine Freundin Conni - Geheimnis um Kater Mau" und für Drama-Freunde "Suicide Tourist".

Darum geht es in den Filmen:

Takeover - Voll vertauscht

Zwei 18-Jährige begegnen sich in einem Freizeitpark, wo sie ihre Ferien verbringen. Ein Schock, denn sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Als sich der erste Schrecken gelegt hat, fassen Danny und Ludwig einen Plan. Sie wollen ihre Leben tauschen. Danny ist künftig der verwöhnte Sohn aus reichem Hause. Ludwig dagegen taucht in das gemütliche Chaos ein, das in Dannys Familie herrscht. Anfangs klappt es gut, doch dann geht es plötzlich drunter und drüber.

Undine

Christian Petzold gehört zu den bekanntesten Regisseuren Deutschlands. In seinem Film "Undine2 greift er einen alten Mythos auf - die Geschichte der Wasserfrau Undine. In Petzolds Film wird sie von Paula Beer verkörpert. Sie spielt eine Berliner Historikerin, die sich nach einer gescheiterten Beziehung in einen Industrietauscher (Franz Rogowski) verliebt. Beer gewann für die Rolle den Silbernen Bären der Berlinale als beste Darstellerin.

Die Känguru-Chroniken

Die Bücher von Marc-Uwe Kling zu adaptieren, ist ein schwieriges Unterfangen. Doch Regisseur Dani Levy und Kling als Drehbuchautor haben sich achtbar aus der Affäre gezogen: Das kommunistische Känguru kämpft gegen einen rechten Immobilienhai. Es gibt auch ein Wiedersehen mit dem Personal der Bücher: Zum Beispiel, die beiden türkischstämmigen Brüder Friedrich-Wilhelm und Otto-Von, deren Eltern es etwas übertrieben haben mit dem Integrationswillen und die einen Laden für Billigbier betreiben. Das sprechende Beuteltier und Marc-Uwe erleben in dieser Komödie eine Menge abstruser Begebenheiten. Der Film von Dani Levy hatte seine Premiere kurz vor dem Lockdown und startet jetzt neu.

Meine Freundin Conni - Geheimnis um Kater Mau

Seit fast 30 Jahren gehört die blonde Conni Klawitter mit ihrem rot-weiß geringelten Pullover zum Alltag von unzähligen Kindern. Nun kommt mit "Meine Freundin Conni - Geheimnis um Kater Mau" kommt der erste animierte Conni-Film auf die große Leinwand. In dem 76 Minuten langen Zeichentrickfilm von Regisseur Ansgar Niebuhr verschlägt es Conni und ihre Freunde bei einem mehrtägigen Kita-Ausflug in eine Jugendherberge an einer alten Burgmühle. Als blinder Passagier ist auch Connis frecher Kater Mau dabei, der sich dort nicht nur mit dem Waschbär der Gastgeber-Familie anfreundet, sondern ganz nebenbei auch für viel Chaos sorgt. Der dreitägige Ausflug wird zu einer spannenden und aufregenden Abenteuerreise für die Kinder.

Suicide Tourist

Er ist am Ende seines Weges angekommen: Der Versicherungsagent Max, der von "Game of Thrones"-Star Nikolaj Coster-Waldau gespielt wird, leidet an einem Gehirntumor. Eines Tages stößt er auf das mysteriöse und geheimnisvolle Hotel Aurora, wo man sich bei seiner letzten Reise helfen lassen kann. Allerdings gibt es eine Bedingung - die aber ist nicht immer leicht einzuhalten. Das Thema Sterbehilfe spielt in "Suicide Tourist - Es gibt kein Entkommen" zwar eine Rolle, aber dem dänischen Regisseur Jonas Alexander Arnby geht es um etwas anderes: Sein Film, der zwischen Drama und Mystery-Thriller pendelt, handelt zwar vom Tod, aber mehr noch vom Leben und der Liebe.

Wenig Euphorie in der Kino-Branche

Ein wichtiger Grund für den Start der Filme ist, dass Kinos nun in allen Bundesländern ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen. In Berlin ist dies beispielsweise offiziell seit Dienstag (30. Juni) möglich, viele Kinos in der Hauptstadt wollen am Donnerstag (2. Juli) starten. Auch in Hamburg fangen viele Programmkinos dann wieder an.

Überhaupt gab es zuletzt einige positive Nachrichten aus der Branche: Freiluft- und Auto-Kinos sind seit Wochen beliebt und erleben einen Besucher-Ansturm wie selten zuvor. Doch das allein kann die Existenz der Kino- und Filmwelt nicht retten. Wichtig wäre, dass auch die regulären Kinos wieder genügend Tickets verkaufen. Das aber ist mehr als ungewiss. Von Euphorie ist wenig zu spüren. Vielmehr wachsen die Sorgen, wie es nun wirklich weitergehen soll.

Eine große Hürde sind die Auflagen, die mit den Wiedereröffnungen verbunden sind. Zwischen den Besucher-Gruppen müssen 1,5 Meter Abstand gehalten werden - damit bleiben deutlich mehr Plätze in einem Saal frei als besetzt werden können.

Sitzreihen im Cinestar-Kino sind zur Einhaltung der Abstandsregeln gesperrt
Die Corona-Auflagen machen den Kino-Betreibern zu schaffen. (Archiv) Bildrechte: dpa

Hollywood lässt auf sich warten

Das andere große Problem sind allerdings die Filme selbst, genauer gesagt der Mangel an neuen Großproduktionen. Im Juni waren zunächst eher kleine Werke in die Kinos gekommen, jetzt im Juli soll es aber wieder richtig losgehen. Vor allem aber Hollywood-Produktionen gelten in dem Zusammenhang als wichtige Zugpferde. So sollten Ende des Monats eigentlich Disneys "Mulan" und Christopher Nolans Thriller "Tenet" mit Robert Pattinson starten. Die Studios hatten jedoch die Reißleine gezogen und die weltweiten Starts dieser Filme in den August verschoben - vorerst.

Der Grund: Wenn die Kinos in großen Teilen der Welt wegen der Corona-Pandemie noch nicht wieder oder nur deutlich eingeschränkt geöffnet haben, wären auch die Einnahmen viel niedriger. Solche Verluste will kein Studio riskieren, besonders nicht bei Filmen, die viele Millionen US-Dollar gekostet haben. Bis sich die Aussichten in dieser Hinsicht verbessern, dürfte daher noch einige Zeit vergehen.

(ten/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Juli 2020 | 17:15 Uhr

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