Zauberformel für Sport-Muffel? Fit werden mit dem "Vier-Sekunden-Workout"

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Statt langatmiger Läufe um den See könnte Sport-Muffeln künftig eine neue Methode zu mehr Gesundheit verhelfen. Was dafür nötig ist? Sportliche Kurzarbeit im Vier-Sekunden-Takt.

 Eine Frau sitz im Wohnzimmer auf einem Ergometer
Könnte das "Vier-Sekunden-Workout" die Lösung für Sport-Muffel sein? (Archiv) Bildrechte: imago images/Michael Weber

Zuerst hat die New York Times über die "Vier-Sekunden-Workout"-Methode berichtet. Demnach wollten Forscher herausfinden, ob kurze Phasen äußerster Anstrengung dem Körper in sportlicher Sicht gut tun oder nicht. Konkret hätten sie sich die Frage gestellt, was der Mindestaufwand an Bewegung sei, um etwas für die Gesundheit zu tun.

160 Sekunden Belastung pro Tag

Um das herauszufinden, mussten ihre Probanden zunächst einmal sechs Stunden sitzen. Danach ging es auf ein Ergometer. Dort sollten sie dann vier Sekunden lang im Vollsprint strampeln. Es folgte eine 45-sekündige Pause, bevor das Ganze wiederholt wurde und zwar insgesamt fünfmal. Das Prozedere fand einmal pro Stunde statt, insgesamt über acht Stunden hinweg - also in etwa der Dauer eines Arbeitstages. Was sich nach viel anhört, sind addiert nur zwei Minuten und 40 Sekunden Anstrengung. Pro Tag!

Frau trainiert auf Ergometer
Mit dem "Vier-Sekunden-Workout" lässt sich der innere Schweinehund möglicherweise leichter überwinden. (Archiv) Bildrechte: colourbox

Methode scheint zu funktionieren

Und was haben die Forscher herausgefunden? Funktioniert die Methode? Offenbar ja, denn der Aktivitätsschub bei den Probanden soll sich positiv auf die Fettverbrennung ausgewirkt haben. Auch noch am Tag nach dem Workout. Zudem habe der Anteil der Neutral-Fette bei den "Stramplern" in etwa um ein Drittel niedriger gelegen, als bei den "Sitzenbleibern".

"Hampelmann" tut's offenbar auch

Auch aus Deutschland gibt es Lob dafür. "Ich finde das super. Wenig bringt schon ganz viel", sagt beispielsweise Sportmediziner Martin Halle von der TU München in der Süddeutschen Zeitung zum "Vier-Sekunden-Workout". Er gibt aber gleichzeitig zu bedenken, dass im Alltag 20 Sekunden am Stück pro Stunde leichter umzusetzen und genauso effektiv wären. Nach Ansicht des Sportmediziners könnte zudem ein Sprint auf der Stelle oder der "Hampelmann" anstatt des Ergometers zum Einsatz kommen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. Mai 2020 | 17:15 Uhr

Das könnte sie auch interessieren