Coronavirus Delta-Variante - Auf diese Symptome sollten Sie achten

Lange Zeit galt der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns als häufiges Symptom bei einer Infektion mit dem Coronavirus. Bei der sich stark ausbreitenden Delta-Variante scheint sich das verändert zu haben. Darauf deuten zumindest Erkenntnisse britischer Wissenschaftler hin. Zudem scheint die Variante mit Blick auf die Sterblichkeit nicht so gefährlich zu sein wie andere Mutanten.

Frau hält sich ein Taschentuch an die Nase und greift mit einer Hand an ihre Stirn
Bei der Delta-Variante gehört eine laufene Nase zu den häufigsten Symptomen. (Archiv) Bildrechte: Colourbox.de

Auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland unter 5,0 gesunken ist, breitet die Delta-Variante des Coronavirus weiter aus. Die gute Nachricht: Die deutlich ansteckender Mutante scheint weniger gefährlich zu sein als der Urtyp und andere Mutanten. Darauf lassen zumindest Aussagen des Generalsekretärs der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Burkhard Rodeck schließen.

Sterblichkeitsrate bei Delta niedriger

Die Delta-Variante sei mit Blick auf die Sterblichkeit wahrscheinlich weniger gefährlich als andere Coronavirus-Varianten, so Rodeck. Man wisse, dass die Variante wahrscheinlich zu rund 60 Prozent ansteckender sei, sagte er. "Sie ist allerdings, was die Sterblichkeitsrate angeht, eher unterhalb der anderen Varianten anzusiedeln". Rodeck betonte allerdings, dass diese Einschätzung auf vorläufigen Daten aus Großbritannien beruhe, wo die Variante sich sehr stark verbreitet hat.

Gefährlichkeit für Kinder unklar

Für Kinder lägen bisher nur begrenzte Daten vor, sagte er, fügte aber hinzu: "Vermehrte stationäre Aufnahmen von Kindern infolge einer Deltavirusinfektion sind in England bislang nicht beobachtet worden." Er sei vorsichtig bei "Alarm-Meldungen" über Delta-Infektionen an verschiedenen Orten in Deutschland. "Man sollte hier abwarten, bis die Datenlage ausreichend ist, um die Gefährlichkeit der Delta-Variante bei Kindern wirklich beurteilen zu können."

Covid-Symptome verändern sich

Um zu erkennen, ob man sich selbst oder ein Kind möglicherweise mit der Delta-Variante infiziert hat, sollte man auf Symptome achten, die sich im Vergleich zu bisherigen Beschreibungen verändert haben. Wer an Covid-19 erkrankt, klagt üblicherweise über Fieber, trockenen Husten und den Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn.

Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut. Sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor.

Professor Tim Spector

Delta-Variante oder Erkältung?

In Großbritannien, wo die Delta-Variante bereits mehr als 90 Prozent der Fälle ausmacht, berichteten Betroffene nun am häufigsten über Kopfschmerzen, eine raue Kehle und vor allem eine laufende Nase. Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns tritt hingegen weit weniger auf als zuvor. Damit könnte eine Corona-Infektion leicht mit einer Erkältung verwechselt werden, und das macht die Weiterverbreitung letztlich so leicht. Professor Tim Spector vom King's College London sagte der BBC: "Jeder, der glaubt, an Covid zu leiden, sollte einen Test machen." Der Epidemiologe leitet die landesweite "Zoe Covid Symptom Studie". Betroffene können ihre Daten in eine App eingeben, Forschende werten die Daten dann aus.  

(BRISANT/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. Juli 2021 | 17:10 Uhr

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