Coronavirus Delta-Variante - wie verbreitet ist sie in den einzelnen Urlaubsländern?

Vielerorts sinken die Neuinfektionen mit dem Coronavirus - in Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern. Dennoch scheint die Corona-Krise noch nicht ganz überstanden zu sein. Schon jetzt ist von einer vierten Welle, verursacht durch die hoch ansteckende Delta-Variante, die Rede. Wie verbreitet ist die in den beliebtesten Urlaubsländern? Ein Überblick.

Neben einem Stopschild steht ein Corona-Modell mit dem Schriftzug Delta.
In welchen Ländern hat sich die Delta-Variante bereits stark ausgebreitet? Bildrechte: imago images/Steinach

In den ersten Bundesländern haben die Sommerferien begonnen. Kein Wunder, dass es nach monatelangen Entbehrungen viele Menschen ins Ausland zieht. Die meisten der Länder sind keine Risikogebiete mehr. Doch in einigen von ihnen ist die hoch ansteckende Delta-Variante auf dem Vormarsch. Sollten diese zu Virusvarianten-Gebieten erklärt werden, müssen Urlauber - ob voll geimpft oder nicht - nach ihrer Rückkehr mit einer zweiwöchigen Quarantäne rechnen.

Großbritannien: 90 Prozent der Neuinfektionen mit Delta-Variante

In Sachen Impfquote haben viele Deutsche neidvoll über den Ärmelkanal geblickt. Denn in Großbritannien ging es deutlich schneller voran als bei uns. Die sinkenden Infektionszahlen gaben der britischen Impfkampagne Recht. Bis zur Delta-Variante. Die soll im Vereinigten Königreich mittlerweile 90 Prozent der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ausmachen.

Vom Auswärtigen Amt wurde Großbritannien zum Virusvarianten-Gebiet erklärt. Wer dort urlauben möchte, muss - unabhängig vom Impfstatus - sowohl nach der Ankunft als auch nach der Rückreise verpflichtend in Quarantäne.

Flagge von Großbritannien
Wer in Großbritannien urlauben möchte, muss sowohl nach der Einreise als auch nach der Rückreise in Quarantäne. Bildrechte: colourbox.com

Portugal: Delta-Hotspot Lissabon

Der harte Lockdown hat in Portugal schnell Wirkung gezeigt. Doch die ist seit Mitte Mai schon wieder Geschichte. Vor allem im Großraum Lissabon steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus drastisch an. Mehr als 60 Prozent davon soll nach Angaben der portugiesischen Behörden die Delta-Variante ausmachen. Ähnlich sieht es an der Algarve und auf den Azoren aus.

Aktuell wird auf dem portugiesischen Festland nur der Großraum Lissabon vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft, außerdem die Azoren. Das kann sich schnell in Richtung Virusvarianten-Gebiet ändern.

Lissabon
Der Großraum Lissabon gilt als europäischer Hotspot der Delta-Variante. Bildrechte: Colourbox.de

Spanien: Steigende Corona-Zahlen auf den Kanaren

In Spanien werden nur wenige Coronaviren sequenziert. Nach offiziellen Angaben lag die Verbreitung der Delta-Variante Mitte Juni bei nur 11,4 Prozent.

Was allerdings für eine deutlich stärkere Verbreitung der hochansteckenden Corona-Variante spricht: Während die Gesamtzahl der Neuinfektionen weiterhin zurückgeht, ist für die Touristengebiete ein Anstieg zu verzeichnen, insbesondere auf den Kanaren. Auf einigen der Kanarischen Inseln hat sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus seit Ende Mai verdoppelt.

Griechenland: Bislang kaum Delta-Mutationen

Auch in Griechenland werden nur wenige Coronaviren auf Mutationen untersucht. Laut GISAID-Daten sind es bislang zehn registrierte Fälle. Da die Inzidenzen in Griechenland aktuell vergleichsweise niedrig sind, ist mit einer schnellen Ausbreitung der Delta-Variante vorerst nicht zu rechnen.

Frankreich: Kontinuierlich sinkende Neuinfektionen

Ähnlich sieht es in Frankreich aus. Hier soll die Delta-Variante aktuell lediglich 8,4 Prozent aller Neuinfektionen mit dem Coronavirus ausmachen - und das bei insgesamt fallenden Zahlen. Frankreich dürfte damit ein vergleichsweise sicheres Reiseziel sein.

Italien: Sicherer Sommerurlaub ist (bislang) möglich

Gleiches gilt für Italien. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell unter 13, geht seit Mitte April kontinuierlich zurück. Das lässt vermuten, dass die ansteckende Delta-Variante noch nicht allzu verbreitet ist. Die Zahlen dazu (5,4 Prozent der Neuansteckungen) sind allerdings wenig belastbar. In Italien werden nur wenige Virusstämme sequenziert.

Symbolfoto - Blutprobe mit Coronavirus Delta-Variante
In einigen Ländern werden nur wenige Virus-Proben auf die Delta-Variante untersucht. Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Österreich: Risiko eher gering

Auch in Österreich werden nur wenige Proben auf die Delta-Variante untersucht. Da die Zahl der Neuinfektionen jedoch kontinuierlich sinkt, dürfte das Risiko vergleichsweise gering sein. Allerdings hat Österreich seine Corona-Tests mittlerweile stark heruntergefahren.

Dänemark: Kaum Delta-Varianten

Deutlich klarer sind die Zahlen aus Dänemark. Dort werden fast 80 Prozent der Viren untersucht. Das Ergebnis: Nur 0,7 aller Corona-Infektionen gehen auf die Delta-Variante zurück. Zudem ist die Zahl der Neuinfektionen weiterhin im Sinkflug.

Schweden: Bislang keine Delta-Variante nachgewiesen

In Schweden hat sich die Corona-Situation deutlich verbessert. Die landesweite Inzidenz liegt aktuell unter zwölf. Ein Neuinfektion mit der Delta-Variante ist bislang nicht nachgewiesen worden. Allerdings werden in Schweden auch nur wenige Viren sequenziert.

Türkei: Situation bleibt ungewiss

Glaubt man den offiziellen Zahlen, ist die Türkei mit zwei nachgewiesenen Fällen von der Delta-Variante bislang verschont worden. Allerdings werden hier auch nur sehr wenige Proben auf Virusvarianten untersucht. Da sich die Türkei weitgehend geöffnet hat und auch Touristen aus Russland empfängt, könnte sich die Situation bald ändern.

dpa/rki.de/adac.de/BRISANT

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Symbolbild, Coronavirus mit 3D-Rendering nachgestellt
Bildrechte: imago images/imagebroker

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 24. Juni 2021 | 17:15 Uhr

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