Deutsche Umwelthilfe fordert Kein privates Feuerwerk mehr in Städten?

BRISANT | 30.07.2019 | 17:15 Uhr

Umweltschützer warnen schon seit Langem vor der Luftverschmutzung durch Silvesterböller. Die Deutsche Umwelthilfe will nun die private Böllerei verbieten lassen. Zumindest in stark belasteten Kommunen.

Die Deutsche Umwelthilfe will in Dutzenden deutschen Städten private Silvesterfeuerwerke verbieten lassen. Wie die Umweltschutzorganisation am Montag (29.07.) mitteilte, stellte sie in 31 Kommunen einen entsprechenden Antrag.

31 Städte betroffen

Laut Umwelthilfe geht es um Städte, in der die Feinstaubbelastung im Jahresmittel über 20 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt. Das ist der Grenzwert, der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen wird. Die EU erlaubt bis zu 40 Mikrogramm.

Auf der Liste der DUH stehen alle vier deutschen Millionenstädte Berlin, Hamburg, München und Köln und die folgenden größeren Städte: Stuttgart, Gelsenkirchen, Hagen, Halle (Saale), Nürnberg, Essen, Esslingen, Heilbronn, Ludwigsburg, Dortmund, Düsseldorf, Oberhausen, Limburg, Bielefeld, Mainz, Reutlingen, Offenbach, Kiel, Würzburg, Hannover, Oldenburg, Wuppertal, Aachen, Darmstadt, Regensburg und Passau.

Der Marktplatz in Halle mit Rotem Turm und Marktkirche St. Marien
Auch Halle (Saale) steht auf der Liste der Umwelthilfe Bildrechte: imago images / Rainer Unkel

Umwelthilfe will keine Spaßbremse sein

"Wir wollen keine Spaßbremse aufbauen", erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Menschen sollten sich auch weiterhin an Silvesterfeuerwerken erfreuen können. Die Feuerwerke könnten aber auch von professionellen Veranstaltern außerhalb der Stadtzentren organisiert werden. Möglich sei auch die Einrichtung von Gebieten, in denen privat geböllert werden darf.

Umweltschützer warnen schon lange vor Privat-Böllerei 

Umweltschützer warnen schon lange vor hoher Feinstaubbelastung durch Silvesterknaller.

Jedes Jahr aufs Neue verursacht die archaische Böllerei zum Jahreswechsel dicke Luft in unseren Städten, wie sie sonst in Smog-Hochburgen asiatischer Metropolen beklagt wird.

Jürgen Resch, DUH-Bundesgeschäftsführer

Resch sagt, zum Jahreswechsel würden Hunderttausende Menschen mit Atemwegserkrankungen ganz aus ihren Wohnungen flüchten oder sich dort regelrecht luftdicht verbarrikadieren. In einer Erklärung der Umwelthilfe heißt es zudem, in nahezu allen Industrienationen sei private Böllerei in Städten verboten. In Dänemark und Slowenien seien Verkauf, Besitz und Verwendung von Knallkörpern generell nicht erlaubt.

Fachwerkhaus mit Silvesterraketen davor und einem Verbotsschild.
Bislang gilt in deutschen Städten nur aus Sicherheitsgründen ein Böllerverbot. Bildrechte: dpa (Collage MDR.DE)

In Deutschland gibt es bislang nur aus Sicherheitsgründen Verbote von Silvesterfeuerwerken - vor allem zum Schutz historischer Fachwerkhäuser.  


Sechs gute Gründe für den Verzicht auf Feuerwerkskörper

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. Juli 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2019, 18:20 Uhr

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