68. Deutscher Filmpreis "3 Tage in Quiberon" räumt ab

BRISANT | 28.04.2018 | 17:10 Uhr

"3 Tage in Quiberon" über Romy Schneiders Leben wurde beim Deutschen Filmpreis als bester Film ausgezeichnet. Marie Bäumer wurde zudem als beste Schauspielerin geehrt und Emily Atef bekam die Lola für die beste Regie.

"3 Tage in Quiberon" ist der große Gewinner des 68. Deutschen Filmpreis. Das Romy-Schneider-Drama von Emily Atef erhielt die Goldene Lola als bester Film sowie sechs weitere Trophäen. Silber ging an das NSU-Drama "Aus dem Nichts" von Fatih Akin und Bronze an "Western" von Valeska Grisebach. Der Film der deutsch-iranischen Regisseurin Atef handelt vom Leben der legendären Schauspielerin Romy Schneider. Emily Atef erhielt die Lola für die beste Regie

Höhepunkte der Preisverleihung Hollywood in Berlin - Deutscher Filmpreis 2018

Großes Kino war die Verleihung des Deutschen Filmpreises 2018 im Berliner Palais am Funkturm. Der Film"3 Tage in Quiberon" von Emily Atef holte gleich sieben Lolas, darunter die goldene für den besten Film.

EIn Mann fotografiert eine Frau in einer Bar, wobei sie gerade genüsslich an einer Zigarette zieht und dabei in die Kamera schaut.
Marie Bäumer verkörperte Romy Schneider in "3 Tage in Quiberon". Der Film gewann die Goldene Lola, die Karsten Stöter entgegennahm. Außerdem räumte er in sechs weiteren Kategorien ab: 1.) Beste weibliche Hauptrolle (Marie Bäumer) - 2.) Beste weibliche Nebenrolle (Birgit Minichmayr) - 3.) Beste männliche Nebenrolle (Robert Gwisdek) - 4.) Beste Regie (Emily Atef) - 5.) Beste Filmmusik (Christoph M. Kaiser, Julian Maas) - 6.) Beste Kamera/Bildgestaltung (Thomas W. Kiennast) Bildrechte: Peter Hartwig/ Rohfilm Factory/Prokino
EIn Mann fotografiert eine Frau in einer Bar, wobei sie gerade genüsslich an einer Zigarette zieht und dabei in die Kamera schaut.
Marie Bäumer verkörperte Romy Schneider in "3 Tage in Quiberon". Der Film gewann die Goldene Lola, die Karsten Stöter entgegennahm. Außerdem räumte er in sechs weiteren Kategorien ab: 1.) Beste weibliche Hauptrolle (Marie Bäumer) - 2.) Beste weibliche Nebenrolle (Birgit Minichmayr) - 3.) Beste männliche Nebenrolle (Robert Gwisdek) - 4.) Beste Regie (Emily Atef) - 5.) Beste Filmmusik (Christoph M. Kaiser, Julian Maas) - 6.) Beste Kamera/Bildgestaltung (Thomas W. Kiennast) Bildrechte: Peter Hartwig/ Rohfilm Factory/Prokino
Die Schauspielerin Marie Bäumer erhält den Preis für die Beste weibliche Hauptrolle in den Film 3 Tage in Quiberon
Eine der vielen emotionalen Szenen des Abends: Schauspielerin Marie Bäumer nimmt von ihrem Kollegen Charly Hübner die Lola für die beste weibliche Hauptrolle entgegen. Bäumer spielt Romy Schneider in "3 Tage in Quiberon". Bildrechte: dpa
Fatih Akin und Diane Kruger bei der Aftershowparty des Deutschen Filmpreises 2018 in der Messe Berlin.
Die Silberne Lola bekam "Aus dem Nichts" (Nurhan Şekerci-Porst, Fatih Akin, Herman Weigel). Schauspielerin Diane Kruger spielte in dem Film die Hauptrolle. Regisseur Fatih Akin begleitete sie zur Filmpreisverleihung. Die Bronze-Lola ging an den Film "Western". Bildrechte: IMAGO
Hark Bohm mit Ehefrau Natalia Bowakow bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2018 in der Messe Berlin.
Hark Bohm gewann den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises 2018. Er kam mit Ehefrau Natalia Bowakow zur Verleihung der Lolas auf die Berliner Messe. Bildrechte: IMAGO
Der Moderator Edin Hasanovic ist auf der Bühne der Verleihung des 68. Deutschen Filmpreises
Schauspieler Edin Hasanovic führte mit spitzen Sprüchen, politisch akzentuierten Botschaften, Gesang und sehr viel Humor durch weite Teile des Abends. Für seine herausragende Moderation gab es mehrfach Applaus. Bildrechte: dpa
Alle Preisträger des 68. Deutschen Filmpreises "Lola" stehen nach der Preisverleihung auf der Bühne.
Die Preisträger des 68. Deutschen Filmpreises stehen nach der Preisverleihung auf der Bühne im Palais am Funkturm. Bildrechte: dpa
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Beste Schauspielerin: Marie Bäumer

Marie Bäumer wurde als beste Schauspielerin für ihre Rolle als Romy Schneider ausgezeichnet worden. "Ich bin sooooo glücklich, ich freue mich so unglaublich", rief Bäumer völlig überwältigt und fast in Tränen aufgelöst. Für sie sei mit diesem Film die Leidenschaft für das Kino noch einmal neu entfacht worden. Für ihre sensible Darstellung war Bäumer bereits bei der Berlinale gefeiert worden - am Ende aber leer ausgegangen. Bei der Lola-Gala gingen Bäumers Konkurrentinnen Diane Kruger ("Aus dem Nichts") und Kim Riedle ("Back for Good") leer aus.

Ich bin sooooo glücklich, ich freue mich so unglaublich.

Marie Bäumer

Eine Frau spielt mit ihrer Tochter auf dem Bett, während ein Fotograf die beiden fotografiert.
Favorit: "3 Tage in Quiberon" Bildrechte: 2018 PROKINO Filmverleih GmbH

Die Lola für die beste weibliche Nebenrolle erhielt die Österreicherin Birgit Minichmayr, die Romys Freundin Hilde spielt. Für die beste männliche Nebenrolle wurde Robert Gwisdek ausgezeichnet, der in dem Film den "Stern"-Reporter Michael Jürgs spielt. Der Film von Emily Atef erhielt auch die Preise für die beste Filmmusik sowie für die beste Kamera/Bildgestaltung. Er war mit zehn Nominierungen als der große Favorit ins Rennen gegangen

Bester Schauspieler: Franz Rogowski

Als bester bester Schauspieler wurde Franz Rogowski ausgezeichnet für seine Rolle in der Liebesgeschichte "In den Gängen" geehrt. In dem Film vom Leipziger Regissuer Thomas Stuber spielt der 32-Jährige einen jungen Angestellten in einem Großmarkt, der sich in eine Kollegin verliebt - nach einem Drehbuch von Clemens Meyer.

Christian (gespielt von Franz Rogowski) schenkt  Marion (gespielt von Sandra Hüller) einen Geburtstagskuchen.
"In den Gängen" Bildrechte: MDR/Sommerhaus Filmproduktion/Anke Neugebauer

Die Lola für das beste Drehbuch bekamen Regisseur Fatih Akin und sein Co-Autor Hark Bohm für "Aus dem Nichts". Die Lola für den besten Kinderfilm ging an "Amelie rennt". Als bester Dokumentarfilm wurde "Beuys" von Andres Veiel über den Künstler Joseph Beuys (1921-1986) gekürt.

Ehren-Lola für "Nordsee ist Mordsee"-Regisseur Hark Bohm

Zwei Preisträgern war die Lola, die als deutsches Pendant zum Oscar gilt, schon vorher sicher. Der 78-jährige Regisseur, Schauspieler und Autor Hark Bohm ("Nordsee ist Mordsee") ist Lola-Ehrenpreisträger und wurde für herausragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet. Die undotierte Lola für den "besucherstärksten deutschen Film des Jahres" ging an Autor und Regisseur Bora Dagtekin für die Komödie "Fack ju Göhte 3" mit mehr als sechs Millionen Besuchern.

Debatte um Sexismus

Die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Iris Berben, sagte zu Beginn der Veranstaltung, die längst überfällige Debatte um Sexismus und Machtmissbrauch in der Filmbranche müsse ohne Häme und Ausgrenzung geführt werden. Sie wehre sich dagegen, dass Männer per se unter Generalverdacht gestellt würden. Aber wo es Einschüchterung und Mobbing gebe, müsse es heißen: "Eure Zeit ist vorbei. Nehmt euch mal 'ne Auszeit."

Stichwort: Deutscher Filmpreis Die Lola gilt in der Filmbranche quasi als deutscher "Oscar". Anders als das undotierte amerikanische Vorbild sind die Lola-Trophäen jedoch mit stattlichen Preisgeldern von insgesamt knapp drei Millionen Euro dotiert. Über die Lola-Gewinner entscheiden die rund 1.900 Mitglieder der Deutschen Filmakademie.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 28. April 2018 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Mai 2018, 14:10 Uhr

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