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Ab Januar 2023 soll es einen Nachfolger für das Neun-Euro-Ticket geben. Bildrechte: dpa

ÖPNVDeutschlandticket für 49 Euro kommt als Nachfolger für 9-Euro-Ticket

Stand: 04. November 2022, 19:01 Uhr

Das Neun-Euro-Ticket war ein großer Erfolg: Rund 52 Millionen Tickets wurden im Aktionszeitraum zwischen Juni und August 2022 verkauft und rund eine Milliarde Fahrten unternommen. Die Rufe nach einem Nachfolger waren laut. Bund und Länder einigten sich daraufhin im Oktober auf Eckdaten eines 49-Euro-Tickets, das "Deutschlandticket" heißen soll. Das Problem: Dessen Finanzierung war zunächst unklar. Bis jetzt.

Das Neun-Euro-Ticket war für viele Menschen eine tolle Sache. Einfach in Bus oder Nahverkehrszug einsteigen und losfahren - und das zu einem unschlagbar günstigen Preis. Dafür ließ man gerne das Auto stehen. Und das war auch der Sinn des Tickets.

Seit 31. August ist jedoch Schluss mit dem Neun-Euro-Ticket. Der Bund hat eine Verlängerung der Aktion aus Kostengründen abgelehnt. Doch vom Tisch war die Diskussion um ein günstiges Ticket für den Nahverkehr deshalb nicht.

Dem Sommer in vollen Zügen genießen - das ging mit dem 9-Euro-Ticket. Bildrechte: IMAGO / Gottfried Czepluch

Zunächst Streit um Finanzierung des Nachfolgers

Bund und Länder einigten sich bereits im Oktober, dass es ein Nachfolgemodell für das Neun-Euro-Ticket im öffentlichen Nahverkehr geben soll. Schon damals war klar, dass es 49 Euro pro Monat kosten und sowohl digital als auch als Plastikkarte verfügbar sein soll. Auch, dass es möglichst ab Januar 2023 als laufendes Abonnement starten soll, das monatlich kündbar ist, stand schon im Oktober fest. Knackpunkt war allerdings, wie das Ganze finanziert werden soll. Bis jetzt, denn am Mittwoch (02.11.) gab es in dieser Frage einen Durchbruch: Bund und Länder einigten sich auf eine gemeinsame Lösung.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat die Einigung als historisch bewertet. "Attraktiv, digital, einfach: Jetzt ist der Weg frei für die größte ÖPNV-Tarifreform in Deutschland", erklärte der Politiker am Mittwoch: "Noch nie war es für die Menschen in unserem Land so einfach, Bus und Bahn zu nutzen. Wir denken Mobilität neu und schützen das Klima durch attraktive Angebote."

Verkehrsverbünde machen es vor

Einige Verkehrsverbünde haben zuvor bereits gezeigt, wie es gehen kann: So hat beispielsweise Berlin ein 29-Euro-Ticket an den Start gebracht. Es gilt von Oktober bis Dezember für jeweils 29 Euro im Monat im ganzen Stadtgebiet.

Im Landkreis Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) gibt es seit September ein 365-Euro-Jahresticket.

Auch in Nordrhein-Westfalen wurden schon Stimmen für ein 30-Euro-Monatsticket ab 1. Januar 2023 laut. Bereits reagiert haben Nahverkehrsverbünde in Nordrhein-Westfalen: Wer ein Abo-Ticket besitzt, kann an allen Wochenenden im Oktober ohne zusätzliche Kosten landesweit in ganz Nordrhein-Westfalen Fahrten mit Bussen, Bahnen und Nahverkehrszügen unternehmen.

Berlin hat ab Oktober ein günstiges Nahverkehrsticket eingeführt. Bildrechte: dpa

Rückblick: 9-Euro-Ticket war voller Erfolg

Dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zufolge war die dreimonatige Sonderfahrkarten-Aktion im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ein voller Erfolg. Rund 52 Millionen Tickets seien über den gesamten Zeitraum bundesweit verkauft worden. Hinzu kämen mehr als zehn Millionen Abonnentinnen und Abonnenten, die das Ticket automatisch erhalten hätten.

Gut fürs Klima: Jede Menge CO2-Einsparungen

Laut VDV soll es im Zeitraum Juni bis August rund eine Milliarde Fahrten pro Monat durch die Sondermaßnahme gegeben haben. Rund zehn Prozent davon wären sonst mit dem Auto erledigt worden. Dadurch seien über drei Monate rund 1,8 Millionen Tonnen CO2 eingespart worden. Das sei in etwa der gleiche Effekt, als hätte es ein Jahr lang ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen gegeben.

Jeder fünfte Käufer sei ein Neukunde gewesen, der den öffentlichen Nahverkehr normalerweise nicht nutze, so der VDV. Zum Einsatz gekommen sei das Ticket aber vor allem in Städten. In ländlichen Gebieten sei die Resonanz aufgrund der schlechteren Infrastruktur nur halb so hoch gewesen.


BRISANT/dpa/mdr/ndr/rb/reuters/afp

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