Umweltorganisation "One Earth - One Ocean" Die Mission: Die Weltmeere von Plastik befreien

Günther Bonin, Vorsitzender des Umweltschutz-Vereins One Earth - One Ocean
Günther Bonin ein Jahr vor dem Stapellauf neben dem Rohbau einer "Seekuh". Bildrechte: dpa

Mehr als 140 Millionen Tonnen Plastik befinden sich bereits in unseren Weltmeeren. Etwa zehn Millionen kommen jedes Jahr dazu, die langsam zu Mikroplastik zersetzt werden. Diese Mini-Partikel wurden schon in rund 600 Meerestierarten gefunden, sind schädlich für Fische - und damit auch für uns Menschen.

Wenn wir die Meere, die uns als Transportwege und Nahrungslieferant und gleichzeitig als Kloake dienen, nicht reinigen, zerstören wir den größten Teil unseres Planeten.

Günther Bonin | Vorsitzender des Umweltschutz-Vereins "One Earth - One Ocean"

Studie: 2050 mehr Plastikteile als Fische in unseren Meeren!

Schreitet die Verschmutzung im derzeitigen Tempo weiter voran, werden die Meere in wenigen Jahren vollständig vermüllt sein. Aktuellen Studien zufolge sollen bis zum Jahre 2050 mehr Plastikteile als Fische in unseren Meeren schwimmen! Günther Bonin und sein Team von "One Earth - One Ocean" haben sich das Ziel gesetzt, die Weltmeere vom Plastikmüll zu befreien.

Bonin: "Die maritime Müllabfuhr wird kommen"

Für das Vorhaben entwickelte Günther Bonin mit "One Earth - One Ocean" eine maritime Müllabfuhr. Erste Prototypen des "Seehamsters", kleinerer Schiffe zur Müllsammlung, sind seit 2012 in Binnengewässern und der Ostsee im Einsatz. Die "Seekuh", ein Katamaran mit einer beweglichen Netzkonstruktion zwischen den jeweils zwölf Meter langen Rümpfen, lief 2016 vom Stapel. Das Schiff fischt an der Wasseroberfläche treibende Kunststoffteile ab. Insgesamt sind vier unterschiedliche Bootsgrößen bis hin zu hochseetauglichen Müllsammelschiffen geplant - finanziert aus Spendengeldern.

Angeschwemmter Plastikmüll an einem Kiesstrand auf der Insel Lastovo in Kroatien.
Bildrechte: dpa

Wir gehen davon aus, dass wir weltweit 50 Seeelefanten, 50 Farmerschiffe und 5.000 Seekühe brauchen. Wichtig ist vor allem, dass möglichst kein Müll mehr durch die Flüsse und Schifffahrt in die Gewässer gelangt.

Günther Bonin

Die Schiffe sollen in einigen Jahren teils vollautomatisch und durch moderne Wind- und Solar-Technologien angetrieben selbständig das Plastik aus den Gewässern "grasen" und die vollen Netze mit Peilsender und Bojen versehen ablegen. Diese werden dann von anderen Schiffen eingesammelt und ihr Inhalt recycelt beziehungsweise in schwefelfreies Heizöl verwandelt.

Die maritime Müllabfuhr wird kommen − und das sehr bald. Davon bin ich überzeugt. Dieser Markt wird für große Entsorger ein großes Geschäft werden. Wenn wir das an Land können, wird es auf den Meeren auch technisch möglich sein.

Günther Bonin

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2018, 14:44 Uhr