Feuerwehrmänner der Berufsfeuerwehr München fahren zu einem Einsatz.
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Twittergewitter Die Berliner Berufsfeuerwehr im virtuellen Großeinsatz

BRISANT | 11.02.2019 | 17:15 Uhr

Die Rettungskräfte werden beim Brandlöschen von Gaffern behindert. Sie werden angepöbelt, wenn sie Verletzte versorgen wollen. Mit einem Twittergewitter wirbt die Berliner Berufsfeuerwehr für die Akzeptanz ihrer Arbeit.

Feuerwehrmänner der Berufsfeuerwehr München fahren zu einem Einsatz.
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Die Arbeit der Feuerwehrleute und Rettungssanitäter ist schwieriger geworden! Am Europäischen Tag des Notrufs wirbt, neben vielen anderen, die Berliner Berufsfeuerwehr mit einem Twittergewitter für die Akzeptanz ihrer Arbeit. Sie ist deutschlandweit die größte Berufsfeuerwehr.

Respektlosigkeit erleben wir jeden Tag, aber wir genießen auch jeden Tag Respekt und Ansehen.

Frederic Finner | Sprecher der Berliner Berufsfeuerwehr

Strategie: Deeskalation

Allein in Berlin rückte die Feuerwehr 2017 zu mehr als 458.000 Einsätzen aus - fast 4.000 mal mehr als noch im Jahr zuvor. Seit 2009 sei die Zahl immer weiter gestiegen, hatte Landesbranddirektor Karsten Homrighausen eingeschätzt. Auch die Zahl der Fehlalarme nehme zu. Immer wieder ärgern sich Einsatzkräfte, dass sie zu Notfällen gerufen werden, die keine sind. Die verstopfte Toilette gehört eindeutig nicht in die Notrufkategorie. Mancher Anrufer versuche auch, mit dem Rettungswagen schneller beim  Arzt dranzukommen.

Fälle, die nur noch Entsetzen auslösen

Unter den Einsätzen gebe es aber auch krasse Fälle, die nur noch Entsetzen auslösen, sagt Frederic Finner, der Sprecher der Berliner Berufsfeuerwehr. Anfang Februar etwa konnten ein Notarzt und zwei Feuerwehr-Sanitäter einen Patienten in Berlin-Kreuzberg nur unter Polizeischutz versorgen. Sie waren angegriffen worden und mussten sich zunächst in ihren Rettungswagen flüchten.  Trotzdem: "Unsere Strategie ist Deeskalation", so Finner. Einsatzkräfte würden mittlerweile auch zum Verhalten in "Übergriffssituationen" geschult. Deeskalationstraining sei fester Bestandteil der Ausbildung.

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"Anspucken überschreitet jede Toleranzgrenze"

Doch es gebe Grenzen: "Anspucken überschreitet jede Toleranzgrenze", sagt Finner. Der Sprecher appellierte an seine Kollegen, solche Vorfälle zu melden. "In der Silvesternacht haben wir alles zur Anzeige gebracht." Nur dann könne es auch verfolgt werden. Hinzu kommt, dass Feuerwehrleute schon länger über ihre hohe Belastung klagen.

Rettungs- und Löschwagen nur bedingt einsatzfähig

Außerdem gibt es in der Hauptstadt etliche veraltete Löschfahrzeuge und Rettungswagen. Viele sind 20 Jahre oder älter. Bei den Löschzügen betrug die Ausfallquote 2018 gut 17 Prozent, in Spitzenmonaten sogar mehr als 21 Prozent. Ein Fünftel der rund 190 Löschfahrzeuge stand jeweils nicht zur Verfügung - vor allem wegen langer Werkstattaufenthalte. Bei den rund 250 Wagen der Feuerwehr-Rettungsdienste lag die Ausfallquote 2018 laut Innenverwaltung bei 14,5 Prozent.

160 Millionen Euro fehlen alleine in Berlin

Den Investitionsstau hatte die Innenverwaltung im Vorjahr mit 160 Millionen Euro beziffert. Derzeit arbeiten bei der Berliner Berufsfeuerwehr knapp 5.000 Männer und Frauen.

Stichwort: Twittergewitter am Europäischen Tag des Notrufs Die Arbeit der Einsatzkräfte transparent machen, potenziellen Nachwuchs  interessieren und zeigen, was für eine Masse an Notrufen jeden Tag zu bewältigen ist, das ist das Anliegen von bundesweit 41 Berufsfeuerwehren, die zum Europäischen Tag des Notrufs ein "Twittergewitter" gestartet haben.

Der Europäische Tag des Notrufs lässt sich gut merken. Es ist der 11.2. - und die 112 ist die Nummer, die europaweit in Notlagen gewählt werden kann.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Februar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2019, 22:30 Uhr

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