Impfnachweis CovPass: Am 14. Juni kommt der digitale Impfpass - wie funktioniert er?

Ohne Test zum Friseur und ohne nachfolgende Quarantäne ins Ausland fliegen. Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, kann sich über Lockerungen der Corona-Maßnahmen freuen. Doch wie weist man seine Impfung nach? CovPass soll ab Juni das gelbe Impfbuch ergänzen.

CovPass
Geimpft, getestet oder genesen? Der Nachweis soll per CovPass ganz einfach sein. Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Die meisten Menschen begleitet ihr gelbes Impfbuch seit der Kindheit. In Sachen Corona-Impfung steht nun ein digitales Update an: eine App namens CovPass. Die wird unter Führung des US-Technologiekonzern IBM für das Robert Koch-Institut entwickelt und soll den Beweis liefern, dass von einer Person nur wenig Ansteckungsrisiko ausgeht: Egal, ob sie nun geimpft, genesen oder frisch getestet ist.

Wann kommt der digitale Impfnachweis?

Am 14. Juni soll es endlich soweit sein. Dann soll es den CovPass einmal als neue Funktion in der Corona-Warn-App, aber auch als eigenständige Smartphone-App geben.

Weshalb soll der Impfausweis digital sein?

Impfpass verbummelt? Dieses Problem ist mit dem digitalen Pass Geschichte. Die Daten sind gespeichert - und müssen bei Verlust (etwa des Handys) nicht mühsam nachrecherchiert werden. Zudem ist der CovPass deutlich fälschungssicherer als das Pendant aus Papier.

Smartphone mit Impfpass-App vor Reisepass und Impfpass
CovPass ist mehr als ein digitaler Impfpass. Auch Tests und Genesungen können mit der App nachgewiesen werden. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Nachweis auch für Getestete und Genesene

Darüber hinaus ist der CovPass auch für diejenigen wichtig, die noch keinen Impftermin hatten oder sich nicht impfen lassen möchten. Denn der digitale Impfnachweis in Deutschland soll nicht nur als Bescheinigung eines vollständigen Impfschutzes dienen, sondern auch offizielle negative Corona-Testergebnisse und überstandene Corona-Infektionen anzeigen können.

Wird es Pflicht, CovPass zu nutzen?

Laut Robert Koch-Institut ist CovPass lediglich ein Angebot. Wer die App nicht nutzen möchte oder kein Smartphone hat, kann weiterhin auf den gelben Impfpass, ein Arztattest (für Genesene) oder eine E-Mail-PDF vom Testzentrum zurückgreifen. Alternativ wird es einen Nachweis mit QR-Code auf Papier geben, der an einer Prüfstelle digital eingelesen werden kann.

Reisen: Wird CovPass im Ausland anerkannt?

Bei CovPass handelt es sich um die deutsche Umsetzung des grünen EU-Zertifikats für Geimpfte, Genesene und frisch Getestete. Die CovPass-App müsste demnach auch in anderen EU-Staaten als Nachweis akzeptiert werden.

Ein Impfpass in digitaler Form auf dem Smartphone iPhone.
CovPass ist die deutsche Umsetzung des grünen EU-Passes. Bildrechte: IMAGO / MiS

Wie funktioniert der CovPass?

CovPass-Nutzer sehen in der App einen QR-Code. Wird der in Theater, Restaurant oder Museum gescannt, werden Name, Geburtsdatum und ein Status angezeigt. Letzterer kann grün oder rot sein. Grün bedeutet geimpft, genesen oder getestet, rot das Gegenteil. Damit man nicht heimlich den CovPass einer anderen Person nutzt, wird man zusätzlich seinen Personalausweis vorzeigen müssen.

Und: Die App soll nicht nur den Nachweis des Smartphone-Besitzers speichern können, sondern die Nachweise von mehreren Personen. Ähnlich wie bei digitalen Boarding-Pässen im Flugverkehr kann ein Elternteil die Nachweise für die gesamte Familie von einem Smartphone aus vorlegen.

Wie kommt der Impfstatus in den CovPass?

Auch hier soll mit QR-Codes gearbeitet werden. Wer bereits vollständig geimpft ist, kann sich den QR-Code ab 14. Juni gegen Vorlage seines gelben Impfausweises in einer Apotheke erstellen lassen. Ab Ende Juni soll das auch beim Hausarzt möglich sein. Im Anschluss wird der Code in der App eingescannt.

Wer erst noch geimpft wird, bekommt den Code nach der letzten Impfung direkt im Impfzentrum oder vom Arzt. Allerdings gilt der Nachweis erst zwei Wochen nach der letzten Impfung, da erst dann die volle Impf-Wirkung entfaltet ist.

Ähnliches soll laut aktuellen Plänen für Genesene und Getestete gelten. Für sie gibt es den QR-Code dann beim Arzt bzw. vom Testzentrum.

Datensicherheit: Wie sicher ist der CovPass?

Die CovPass-App ist deutlich weniger komplex als die Corona-Warn-App oder die Luca-App. Sie erfasst nicht laufend Daten oder muss ihre Daten mit jemandem teilen. Die Daten werden lediglich auf dem Smartphone gespeichert, auf dem die CovPass-App installiert ist.

Geschützt sind die Daten im QR-Code durch eine Verschlüsselung, die laut CovPass fälschungssicher ist. Verliert man sein Smartphone, ist die App letztlich so gut geschützt wie jede andere App auf dem Smartphone.

Auf welchen Handys kann CovPass installiert werden?

Die CovPass-App soll auch auf älteren Smartphones laufen. Bei den iPhones wird das Betriebssystem iOS 12 oder ein neueres vorausgesetzt, so dass alle Apple-Smartphones ab dem iPhone 5s kompatibel sind.

Bei den Android-Smartphones läuft die Anwendung ab Version 6 ("Marshmallow"), die im Herbst 2015 auf den Markt gekommen ist.

dpa/br.de/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 09. Juni 2021 | 17:15 Uhr

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