Start im September Auffrischung - Das müssen Sie über die dritte Corona-Impfung wissen

Die dritte Corona-Impfung kommt. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen. Wer für die Auffrischung berechtigt ist und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie hier.

Hinter einer Impfspritze ist symbolisch das Coronavirus dargestellt.
Ab September sollen berechtigte Personen die dritte Corona-Schutzimpfung erhalten können. Bildrechte: dpa

Im Kampf gegen eine drohende vierte Corona-Welle forcieren Bund und Länder den Kampf gegen das Virus. Die Gesundheitsminister verständigten sich am Montag (02.08.) darauf, besonders gefährdeten Gruppen ab September die Möglichkeit einer dritten Impfung einzuräumen. Das betrifft vor allem Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit einer Immunschwäche.

Menschen, die bislang nur mit einem Vektorimpfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, sollen ebenfalls die Möglichkeit einer Dritt-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten.

AstraZeneca Impfstoffe nach dem Aufziehen auf Spritzen
Vektorimpsftoffe wie der von Astrazeneca sollen nicht mehr verwendet werden. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Joerg Boethling

Schutz für gefährdete Gruppen

Mit der Auffrischungsimpfung im September sollen die besonders gefährdeten Gruppen im Herbst und Winter bestmöglich geschützt werden. "Denn für sie ist das Risiko eines nachlassenden Impfschutzes am größten", sagte der Vorsitzende der Ländergesundheitsminister, Klaus Holetschek. Nach seiner Einschätzung gehe man gut vorbereitet in den Herbst. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn teilte zuvor bereits mit, dass genügend Impfstoff zur Verfügung stehe.

Eine Seniorin wird gegen Corona geimpft
Vor allem Ältere und Pflegebedürftige sollen durch die Auffrischung geschützt werden. (Archiv) Bildrechte: dpa

Dritte Impfung nur mit Biontech/Pfizer und Moderna

Die berechtigten Personen sollen die Auffrischung frühestens sechs Monate nach der ersten Impfserie erhalten. Bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sollen erneut mobile Teams zum Einsatz kommen. Berechtigte, die zu Hause wohnen, sollen die Auffrischungsimpfungen durch ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte erhalten können. Bei allen Berechtigten werden nur die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna verwendet.

Fläschchen für den Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer
Auffrischungen sollen nur noch mit mRNA-Impfstoffen durchgeführt werden. (Archiv) Bildrechte: dpa

Entscheidung ohne eindeutige Datengrundlage

Ob die dritte Impfung wirklich nötig ist, lässt sich nach Angaben von Experten mit der aktuellen Datengrundlage nicht eindeutig sagen. So sei laut Robert Koch-Institut (RKI) noch nicht bekannt, wie lange der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus bzw. einer Covid-19-Erkrankung bei vollständig Geimpften anhalte.

"Es ist im Moment zu früh zu bestätigen, ob und wann eine Booster-Dosis bei Corona-Impfstoffen nötig sein wird", hieß es Mitte Juli auch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Es gebe noch nicht genug Daten aus Impfkampagnen und Studien zur Dauer des Impfschutzes.

Wissenschaftliche Publikationen sprechen allerdings davon, dass Wirkstoffe wie der von Biontech/Pfizer selbst bei leicht nachlassender Wirksamkeit weiterhin "hochwirksam" seien.

Hauptsitz des Robert Koch-Instituts
Laut RKI ist bislang unklar, wie lange der Impfschutz nach der ersten Serie anhält. (Archiv) Bildrechte: dpa

Noch keine Impfempfehlung der Stiko

Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hat bislang keine Empfehlung für die Auffrischungsimpfung ausgesprochen. Dafür reiche die Datengrundlage bislang nicht aus, auch wenn man sich nach Angaben von Thomas Mertens, dem Chef der Stiko, intensiv mit der Frage beschäftige.

Die Entscheidung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern an der Stiko vorbei kritisierte Mertens nicht. Er betonte, dass nichts dagegen spreche, wenn ein Staat aus Fürsorgepflicht solche Impfangebote mache - auch ohne Evidenz. Aufgabe der Stiko sei jedoch, Empfehlungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnissen zu geben. Insofern warte man eine fundierte Datengrundlage ab.

(BRISANT/dpa/afp)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. August 2021 | 17:15 Uhr

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