Gefährliche Haare Das sollten Sie über Eichenprozessionsspinner wissen

Er ist für Menschen und Bäume schädlich und breitet sich immer weiter aus. Jedes Jahr aufs neue haben einige Kommunen in Deutschland Mühe, dem Eichenprozessionsspinner Herr zu werden. Doch was macht die Raupen des Nachtfalters so gefährlich und wie kann man sie bekämpfen?

Eichenprozessionsspinner
Die Haare der Eichenprozessionsspinner-Raupe sind für Mensch und Baum gefährlich. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Gefürchtet sind die fast unsichtbaren Brennhaare des Eichenprozessionsspinners. Diese können in die menschliche Haut eindringen und mit ihrem Nesselgift "Thaumetopoein" Knötchen, Quaddeln oder Entzündungen verursachen. Außerdem können gereizte Augen oder Atemwegsprobleme entstehen. In seltenen Fällen droht sogar ein lebensgefährlicher allergischer Schock. Auch Menschen, die sich nicht in unmittelbarer Nähe eines Nestes aufhalten, laufen Gefahr, die Haare abzubekommen. Sie werden leicht mit dem Wind verfrachtet und behalten sogar über mehrere Jahre ihre gesundheitsgefährdende Wirkung.

Mensch und Baum betroffen

Wer betroffen ist, sollte die Haut gründlich abduschen, Haare waschen und die Kleidung wechseln und in der Maschine waschen. Kühlen der betroffenen Stellen sowie antiallergische Medikamente (Antihistaminika) oder eine kortisonhaltige Salbe können die Beschwerden lindern.

Doch nicht nur Menschen sind betroffen. Der Eichenprozessionsspinner schädigt seit Jahrzenten große Teile des Eichenbestandes. Und zwar weil die Raupen das Eichenlaub und die Triebe der Bäume fressen. Die Bäume kommen nach Angaben von Experten zwar mit dem Schädling zurecht, wenn sie ansonsten vital sind, schwierig wird es aber, wenn ein Baum mehrfach hintereinander von den Raupen geschädigt wird.

Eichenprozessionsspinner hängen an dem Zweig einer Eiche
Für den Eichenbestand sind Eichenprozessionsspinner bedrohlich. (Archiv) Bildrechte: dpa

Wie wird man den Eichenprozessionsspinner los?

Es gibt unterschiedliche Bekämpfungsstrategien. In einem frühen Stadium lassen sich die Raupen mit chemischen oder biologischen Mitteln bekämpfen. Problem: Je größer die Pflanze, die mit solchen Mitteln behandelt wird, desto schwieriger ist der Einsatz. Denn der Baum wird mit dem Bekämpfungsmittel "eingenebelt". Je nach Wind, Sonnenstrahlung und anderen Faktoren wird die Wirkung beeinträchtigt.

Ist ein Nest im eigenen Garten oder auf dem eigenen Grundstück, sollte man sich dem nur in Einmal-Schutzbekleidung und mit einer Atemmaske nähern. Experten raten jedoch davon ab, die Nester selbst abzutragen. Professionelle Schädlingsbekämpfer saugen die Nester mit Industriestaubsaugern ab. Anschließend werden sie in der Erde vergraben oder aber in geschlossenen Anlagen verbrannt.

Ein Servicemitarbeiter bei der vorbeugenden Bekämpfung des Eichenprozessionsspinner mit einem Biozid.
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners solte man Experten überlassen. (Archiv) Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

(ten/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 27. Juli 2020 | 17:15 Uhr

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