Elternglück durch Embryonenspende Gezeugt vor 30 Jahren - älteste Babys der Welt geboren

Im Oktober kamen Lydia und Timothy in den USA zur Welt. Sie wurden vor dreißig Jahren gezeugt und lagen seitdem als Embryonen auf Eis. Eine Spende macht es möglich, die beiden sind nun "die ältesten Kinder der Welt".

Frau hält ihr Neugeborenes nach der Geburt im Krankenhaus.
Die "ältesten Babys der Welt" kamen per Embryonenspende zur Welt. (Symbolbild) Bildrechte: Getty Images

Es ist eine unglaubliche Geschichte: Im US-Bundesstaat Oregon kamen im Oktober 2022 die Babys Lydia und Timothy zur Welt. Wie der US-Sender CNN berichtet, wurden sie vor dreißig Jahren gezeugt. Als Embryonen hatten sie dann 29 Jahre und zehn Monate auf Eis gelegen.

Das Ehepaar Ridgeway aus Portland wollte seine Familie erweitern - per Embryonenspende. Im März 2022 wurden Rachel Ridgeway dafür drei Embryos eingesetzt, die als "überzählig", also ungenutzt, bei ungefähr minus 200 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff aufbewahrt worden waren. Und zwar seit dem 22. April 1992.

Künstliche Befruchtung machte es möglich

Ein Paar, das anonym bleiben wollte, hatte die Embryonen einst per In-vitro-Fertilisation kreieren lassen. Der Mann war um die 50, die Eizellenspenderin 34 Jahre alt. Manche Menschen mit Kinderwunsch, die eine künstliche Befruchtung durchführen lassen, produzieren mehr Embryos als sie brauchen. In einigen Ländern dürfen solche Embryonen für die wissenschaftliche Forschung in der Reproduktionsmedizin genutzt, verschenkt oder kryokonserviert werden.


Unter Kryokonservierung versteht man das Aufbewahren von Zellen oder Gewebe durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff.

Die ältesten Babys der Welt

Die christliche Familie Ridgeway hatte bereits vier eigene Kinder zwischen zwei und acht Jahren, als sie sich entschlossen, eingefrorenen Embryonen zum Leben zu verhelfen. Das National Embryo Donation Center in Knoxville (Tennessee, USA) sollte ihnen dabei behilflich sein - und feierte die neuen Erdenbürger als "die ältesten Babys der Welt".

Studien zufolge sind nur 25 bis 40 Prozent solcher Transfers von Erfolg gekrönt. In diesem Fall ging alles gut: Lydia wog bei ihrer Geburt am 31. Oktober 2,3 Kilogramm, Timothy knapp über drei Kilogramm. "Babys von guter Größe", sagte die austragende Mutter Rachel dem Sender CNN. Das dritte Embryo schaffte es nicht, das war von den behandelnden Ärzten auch befürchtet worden. Aber Rachel Ridgeway hatte die drei Embryonen auf keinen Fall trennen wollen.

Ist eine Embryonenspende sicher?

Gespendete Embryonen müssen gewissen Standards genügen. Sie werden auf mögliche Erb- oder Infektionskrankheiten untersucht. Der Transfer mehrerer Embryonen erhöht das Risiko für Mutter und Kind während der Schwangerschaft. Bei Zwillingen steige die Gefahr für Frühgeburten, Fehlbildungen des Gehirns, Autismus und Totgeburten.

Laut CNN gehen US-Reproduktionsexperten davon aus, dass Embryonen lange Zeit eingefroren werden können, ohne dass Schäden entstehen. Es macht demnach keinen Unterschied, ob sie eine Woche, einen Monat oder zwei Dekaden bei minus 200 Grad aufbewahrt würden. Das Alter der Embryonen spiele keine Rolle – das der Eizellenspenderin hingegen schon.

Embryologe friert Embryonen zur Lagerung im Labor ein.
Eine Embryonenspende birgt auch Risiken. Bildrechte: imago images/YAY Images

National Embryo Donation Center

Das National Embryo Donation Center ist eine private, von Christen geführte Organisation. Interessierte Eltern müssen ein Seminar durchlaufen, mindestens drei Jahre verheiratet sein und "genetisch weiblich und männlich sein". Laut eigenen Angaben sind auf Betreiben des Zentrums bereits mehr als 1260 Kinder geboren worden, die Embryospenden waren.

Brisant/CNN/National Embryo Donation Cente

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. November 2022 | 17:15 Uhr

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