Prognose Ist die Corona-Pandemie im Frühjahr 2022 vorbei?

Nach eineinhalb Jahren fragen sich viele: Wann ist das Ende der Corona-Pandemie erreicht und wann wird das Leben wieder normal? Immunologen gehen davon aus, dass es im Frühjahr 2022 so weit ist.

Frau mit Atemschutzmaske steig in einen Linienbus.
Mehrere Virologen gehen davon aus, dass im Frühjahr 2022 Schluss mit der Corona-Pandemie ist. Bildrechte: imago images/Westend61

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, rechnet mit einem Ende der Corona-Pandemie nächstes Frühjahr.

"Ich gehe davon aus, dass im Frühjahr 2022 Schluss sein wird mit Corona", sagte er der "Rheinischen Post" (Ausgabe vom 2. September). Bis dahin werde sich sowohl die Impfquote als auch auch die Zahl der Genesenen mit Antikörpern erhöhen. Damit würde die avisierte "Durchseuchung" der Bevölkerung erreicht sein.

Gassen prophezeit aber auch, dass im Herbst die Infektionszahlen noch einmal steigen. Die Zahl schwerer Erkrankungen werde jedoch deutlich unter der des letzten Winters bleiben. Grund ist die hohe Impfquote der älteren Menschen, die zur Risikogruppe zählen.

Virologe Stöhr rechnet mit Normalzustand im Sommer

Auch der Virologe Klaus Stöhr geht von einem Ende der Pandemie nach dem Winter aus. "Ab dem Frühjahr werden wir eine dramatische Entspannung der Situation erleben", sagte Stöhr dem "Münchner Merkur" (Ausgabe vom 28. August). Die Pandemie sei dann vorbei. Stöhr macht Hoffnung, dass im Sommer "absoluter Normalzustand" herrschen wird.

Klaus Stöhr Epidemiologe 10/20 her Klaus Stöhr am 29. Oktober 2020 in Markus Lanz
Epidemiologe Klaus Stöhr rechnet mit einem Ende der Corona-Pandemie 2022. Bildrechte: imago images/teutopress

Die derzeit steigenden Corona-Infektionszahlen seien eine "erwartbare Entwicklung", sagte Stöhr. Allerdings müsse man sich Sorgen um die mehr als vier Millionen ungeimpften über 60-Jährigen in Deutschland machen. Eine höhere Impfquote verkürze den Weg zur Normalität und entlaste die Krankenhäuser.

Bei den Impfunwilligen ist es klar: Jeder, der sich gegen die Impfung ausspricht, hat sich proaktiv für die Infektion entschieden. Das ist besonders bei den über 50-Jährigen für mich keine gute Wahl.

Klaus Stöhr merkur.de

Drosten: Jahrelange Nachwirkungen der Pandemie

Beide Forscher machten aber auch klar, dass das Coronavirus weiterhin existieren wird. Christian Drosten, Virologie der Berliner Charité, sagte am Donnerstag im "Deutschlandfunk": "Wir werden natürlich infektionsmedizinisch, epidemiologisch Nachwirkungen der Pandemie noch jahrelang haben."

Übersehen dürfe man nach Ansicht von Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie auch nicht die niedrigen Impfquoten in anderen Ländern. In vielen Teilen Afrikas seien nicht einmal zehn Prozent vollständig geimpft. Das öffne Corona-Varianten Tür und Tor.

Ein Mann wird gegen Covid-19 geimpft.
Afrika hängt beim Impfen gegen Corona noch weit hinterher. Bildrechte: dpa

Corona-Impfstoff für Säuglinge

Florian Hoffmann, Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, rechnet zudem ab 2022 mit Impfstoffen auch für Säuglinge. Das sagte der Kinderarzt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Ausgabe vom 2. September).

Einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren erwarte er bereits Ende dieses Jahres, sagte Hoffmann. Er rechnet mit einer reduzierten Impfdosis der bereits verimpften Vakzine. Bereits jetzt zugelassen für Kinder ab zwölf Jahren sind die Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Quelle: dpa/deutschlandfunk/stern

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. September 2021 | 17:15 Uhr

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