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Um die gestiegenen Energiekosten abzufedern, hat die Bundesregierung jetzt ein Entlastungspaket angeschoben. Bildrechte: IMAGO/Bihlmayerfotografie

EntlastungspaketSteigende Energiekosten: Diese Entlastungen plant die Bundesregierung

Stand: 25. März 2022, 10:42 Uhr

Steuersenkungen für Fernpendler und Arbeitnehmer, ein Corona-Zuschuss für bedürftige Erwachsene und ein Sofortzuschlag für Kinder - damit will die Bundesregierung Verbraucher entlasten, die ganz besonders unter den gestiegenen Energiekosten leiden. Damit die Neuerungen in Kraft treten können, müssen nur noch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Welche Maßnahmen zur Entlastung der Bürger sind im einzelnen geplant?

Steuersenkungen für Arbeitnehmer

Der Arbeitnehmerpauschbetrag bei den Werbungskosten soll rückwirkend zum 1. Januar 2022 um 200 auf 1.200 Euro erhöht werden. Das gilt auch für die Erhöhung des Grundfreibetrages bei der Einkommensteuer um 363 auf insgesamt 10.347 Euro.

Arbeitsweg: Höhere Kilometerpauschale für Fernpendler

Fernpendler können rückwirkend zum Jahresanfang ab dem 21. Kilometer 38 Cent pro Entfernungskilometer des Arbeitsweges bei der Steuer geltend machen. Das war ursprünglich erst ab 2024 vorgesehen und ist bis 2026 befristet. Die Entfernungspauschale kann unabhängig vom Verkehrsmittel geltend gemacht werden.

Wer zur Arbeit pendeln muss, soll rückwirkend durch eine Anhebung der Kilometerpauschale entlastet werden. Bildrechte: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Sofortzuschlag für Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien

Kinder und Jugendliche in Familien, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, sollen ab Juli 20 Euro mehr pro Monat bekommen. Insgesamt wird der Zuschlag rund 2,9 Millionen Menschen zugute kommen - auch etwa 200.000 Kinder von Asylbewerbern sollen ihn erhalten.

Den Sofortzuschlag hatten die Parteien der Ampel-Regierung in ihrem Koalitionsvertrag als Übergangsregelung vereinbart, bis die geplante Kindergrundsicherung eingeführt ist, die alle sozialen Leistungen für Kinder zusammenführen soll.

Corona-Zulage: Einmalzahlung für besonders bedürftige Erwachsene

Das nun auf den Weg gebrachte Gesetz sieht außerdem eine Corona-Einmalzahlung von 100 Euro für Erwachsene vor, die Arbeitslosengeld II, Grundsicherung oder Sozialhilfe beziehen. Das Geld ist unter anderem als Ausgleich für coronabedingte Zusatzbelastungen wie Käufe von FFP2-Masken gedacht und soll ebenfalls im Juli ausgezahlt werden.

Verdopplung von Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger, Auszubildende und Studenten

Wohngeldempfänger sowie viele Studierende und Auszubildende sollen im Sommer einen doppelt so hohen Zuschuss zu den Heizkosten bekommen wie bisher geplant.

Der Bauausschuss im Bundestag hat beschlossen, den einmaligen Zuschuss wegen der hohen Energiekosten für Wohngeldempfänger auf 270 Euro und für Studierende auf 230 Euro anzuheben.

Bereits zu Beginn des Jahres wurde eine Heizkostenpauschale für Wohngeldempfänger und Studierende beschlossen. Die ist nun verdoppelt worden. Bildrechte: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Abschaffung des Strompreis-Zuschlags zur Förderung erneuerbarer Energien

Pro Kilowattstunde zahlen Verbraucher einen Zuschlag für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Da der Zuschlag des EEG auf den steigenden Strompreis addiert wird, gilt das Gesetz schon länger als Kostentreiber bei der Entwicklung der Energiepreise.

Doch damit ist jetzt erstmal Schluss: Bereits in der vergangenen Woche hat die Ampel-Regierung die EEG-Umlage zum 1. Juli abgeschafft. Ursprünglich war geplant, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz erst zum kommenden Jahreswechsel fällt.

dpa/Reuters/BRISANT

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