Tsunami-Warnung in Mittelamerika Mehrere Tote nach starkem Erdbeben in Mexiko

BRISANT | 08.09.2017 | 17:15 Uhr

Nach einem schweren Erdbeben der Stärke 8,2 vor der Pazifik-Küste von Mexiko ist die Zahl der Todesopfer im Land auf mindestens 32 gestiegen. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung heraus, die für mehrere Länder in Mittelamerika und den Nordwesten von Südamerika gilt.

Eine umgestürzte Mauer liegt über einem Auto in dem Viertel Iztacalco in Mexiko-Stadt.
Rettungskräfte suchen in Mexiko-Stadt unter einer umgestürzten Mauer nach Verletzten. Bildrechte: dpa

Nach einem schweren Erdbeben vor der Pazifikküste Mexikos ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 32 gestiegen. Wie Gouverneur Arturo Núñez im Bundesstaat Tabasco mitteilte, starb dort ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Krankenhaus wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte. Ein weiteres Kind sei beim Einsturz einer Mauer getötet worden. Die meisten anderen Todesopfer wurden bisher aus dem Bundesstaat Chiapas im Süden gemeldet.

Notfallmaßnahmen laufen

Nach Behördenangaben soll das Beben eine Stärke von 8,2 erreicht haben. Das Epizentrum habe südwestlich vor der Küste des Bundestaats Chiapas im Meer gelegen. Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum teilte mit, dass es zu gefährlichen Tsunami-Wellen an der Küste kommen könnte.

Die Erdstöße waren am späten Donnerstagabend örtlicher Zeit auch in der ungefähr 650 Kilometer von der Küste entfernt gelegenen Hauptstadt Mexiko-Stadt sowie in weiteren Bundesstaaten des Landes zu spüren gewesen. Präsident Enrique Peña Nieto kündigte schnelle Notfallmaßnahmen an. Er habe Krisensitzungen der zuständigen Behörden angeordnet, um die Lage zu überwachen und schnell reagieren zu können.

Menschen stehen in Mexiko-Stadt auf der Straße nach einem straken Erdbeben.
Menschen in Mexiko-Stadt liefen nach dem schweren Erdbeben auf die Straße. Bildrechte: IMAGO

Stärkstes Beben seit 1932 - kleinere Welle an den Küsten

Das Zentrum des Bebens lag auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der regelmäßig von Erdstößen erschüttert wird. Für den Südwesten Mittelamerikas gab es eine Tsunami-Warnung - für die Westküsten von Mexiko, Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua bis hinunter nach Ecuador in Südamerika. Bislang berichtete das Tsunami-Warnzentrum von kleineren Wellen.

Nach Angaben von Mexikos Präsident Nieto war es das stärkste Beben in der Region seit 1932, während die Zivilschutzbehörde zuvor vom stärksten Beben seit 1985 gesprochen hatte. Damals waren große Teile der Hauptstadt Mexiko-Stadt zerstört worden. Mehr als 10.000 Menschen kamen ums Leben. Danach verschärften die Behörden die Bauvorschriften und führten ein Warnsystem ein.

Dennoch erreichten die Schäden ein enormes Ausmaß. Im Süden des Landes wurden viele Gebäude zerstört. Auch in der Hauptstadt gab es deutliche Schäden an Häusern. Schulen mussten geschlossen werden, um die Sicherheit der Kinder zugewährleisten. Am schwersten betroffen war der Bundesstaat Chiapas im Süden an der Grenze zu Guatemala. Auch im Nachbarland Mexikos werden verheerende Schäden befürchtet. Die Behörden in Guatemala gaben die Stärke des Bebens mit 7,7 an. Unbestätigten Berichten zufolge gab es mindestens ein Todesopfer.

Erdbeben vor Mexiko
Das Epizentrum lag 120 bis 130 Kilometer von der Küste entfernt im Pazifik. Es war auch in Mexikos Hauptstadt etwa 650 Kilometer deutlich zu spüren. Bildrechte: MDR.DE

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. September 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2017, 19:31 Uhr