Dritte Flucht in einer Woche Mehrere Häftlinge aus Berliner Gefängnis weiterhin vermisst

BRISANT | 02.01.2018 | 17:15 Uhr

Erst am Donnerstag waren vier Gefangene aus der JVA in Berlin-Plötzensee ausgebrochen, bevor am Freitag ein weiterer Häftling fehlte. Am Montag dann der nächste Aufreger: wieder sind Häftlinge verschwunden.

Das Eingangsschild der Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee in Berlin, fotografiert am 28.12.2017. Erneut sind zwei Häftlinge aus dem Gefängnis in Berlin-Plötzensee entkommen. Die Gefangenen seien am Montagvormittag getürmt, wie das Lagezentrum der Polizei am Abend bestätigte.
Aus der JVA Berlin-Plötzensee sind zwei weitere Gefangene ausgebrochen. Einer kam allerdings freiwillig zurück. Nach fünf weiteren flüchtigen Gefangenen wird gesucht. Bildrechte: dpa

Zwischenzeitlich sieben Flüchtige

Damit sind nun innerhalb von einer Woche sieben Häftlinge aus dem Gefängnis entkommen. Die Polizei suchte auch am Dienstag noch fieberhaft nach fünf von ihnen. Bislang gibt es offenbar keine heiße Spur. Zunächst waren am vergangenen Donnerstag vier Männer ausgebrochen, am Freitag stellte sich heraus, dass ein weiterer Häftling fehlte. Am Montagmorgen dann der nächste Aufreger: Zwei weitere Insassen waren aus dem offenen Vollzug geflohen.

Verwunderung über Fluchtzeitpunkt

Die Flucht der Häftlinge, die zuletzt entkommen waren, löste dabei etwas Schulterzucken aus. Sie waren durch das Fenster einer Zelle ausgestiegen, obwohl "sie das Gefängnis auch einfach am nächsten Morgen durch die Tür hätten verlassen können", sagte ein Sprecher der Senatsjustizverwaltung am Dienstag. Die beiden Häftlinge saßen wegen mehrfachen Schwarzfahrens im offenen Vollzug, durften das Gefängnis also tagsüber verlassen. Sie mussten nur hinter Gittern übernachten.

Zwei Flüchtige stellen sich

Einer der beiden kehrte noch am Abend in das Gefängnis zurück. Er hätte seine Strafe noch bis zum 18. Februar absitzen müssen, der zweite Flüchtige bis zum 31. März. Die Privilegien des offenen Vollzugs hätten die beiden durch ihre Flucht verwirkt und müssten nun den Rest der Strafe im geschlossenen Vollzug verbringen, sagte der Sprecher. Am Dienstag stellte sich ein weiterer Flüchtiger im Beisein seines Anwalts. Er werde nach Angaben von Justizsenator Dirk Behrendt in eine Anstalt mit höherer Sicherheitsvorkehrung verlegt.

Vorfälle häufen sich

Es war der dritte Fall binnen einer Woche, in dem Gefangene aus dem Gefängnis entkamen. Am Donnerstag hatten die Häftlinge im Alter von 27 bis 38 Jahren mit einem Trennschleifer und einem schweren Hammer die Gefängnismauer aufgebrochen und waren geflohen. Am Freitag war bekannt geworden, dass ein weiterer Häftling nicht aus dem offenen Vollzug zurückgekehrt war.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. Januar 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Januar 2018, 18:14 Uhr

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