Tausende Beschwerden Fake-Anrufe von Europol und Co. - BKA warnt vor fieser Betrugsmasche

Seit einigen Wochen gibt es vermehrt Anrufe, die von Europol und anderen Polizeibehörden ausgehen sollen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts handelt es sich dabei allerdings um keine echten Anrufe der Ermittlunsgbehörden, sondern um eine Betrugsmasche. Worauf Sie bei solchen Anrufen achten sollten und was im Fall der Fälle zu tun ist, erfahren Sie hier.

Ein Mann hält ein Telefon.
Fake-Anrufe, die vorgeben von der Polizei zu kommen, mehren sich. (Archiv) Bildrechte: dpa

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt derzeit vor einer neuen Betrugsmasche, bei der sich Anrufer angeblich von Europol, Interpol oder von einer anderen Polizeibhörde melden. Die Masche ist immer gleich: Egal ob auf dem Smartphone oder Festnetz, die Betrüger schlagen auf allen Anschlüssen zu. Wer den Anruf annimmt, hört eine automatische Bandansage in englischer Sprache, die einschüchtern soll. Dort wird behauptet, der Anruf komme von einer Polizeibehörde. In der Ansage heißt es auch, dass die persönlichen Daten oder der Ausweis der angerufenen Person für kriminelle Zwecke missbraucht worden seien. Dabei ist genau das erst der eigentliche Zweck des Anrufs.

Das Hauptquartier von Europol in Den Haag in den Niederlanden
Betrüger geben am Telefon vor, von Europol zu sein. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / ANP / Peter Hilz

Betrüger wollen Geld und persönliche Daten

Die Angerufenen werden per Computer-Stimme dazu aufgefordert, die "1" auf dem Telefon zu wählen. Geschieht das, erfolgt eine Weiterleitung zu einer Person, die häufig in englischer Sprache zur Herausgabe persönlicher Daten und finanzieller Verhältnisse auffordert. Bei Verweigerung der Herausgabe wird der Anruf sofort beendet. Auch Versuche, Anrufer zur sofortigen Überweisung oder einer persönlichen Übergabe von Geld zu überreden, häufen sich.

Ein Mann gibt einem Anderen 50-Euro-Scheine
Die Betrüger haben es neben persönlichen Daten auch auf Geld abgesehen. (Archiv) Bildrechte: imago/imagebroker

Tausende Beschwerden wegen betrügerischen Anrufen

Bei den Anrufen nutzen die Betrüger nach Angaben des BKA ein spezielles Verfahren, das tatsächliche Polizei-Nummern oder eine Handy-Nummer, die ähnlich der eigenen ist, anzeigen lässt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind seit Ende Februar mehr als 7.000 Beschwerden von Verbrauchern bei der Behörde eingegangen. Generell gibt das Bundeskriminalamt den Tipp, dass polizeiliche Behörden niemals um eine Überweisung von Geldbeträgen bitten würde. Weitere Verhaltensregeln gibt es hier:

100-Euro-Banknoten und zwei Finger in einer Mausefalle
Die Polizei würde nach eigener Aussage nie um Geldbeträge bitte. (Archiv) Bildrechte: Colourbox.de

Diese Tipps gibt das BKA

  • Geben Sie am Telefon keine Details zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen Preis.
  • Folgen Sie nicht den Aufforderungen der Anrufer, lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln oder unter Druck setzen - legen Sie einfach auf.
  • Übergeben Sie auch niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Sollten Sie einen solchen Anruf erhalten, erstatten Sie Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle. Recherchieren Sie eigenständig die Telefonnummer der Polizeidienststelle und wählen Sie die Nummer selbst. Benutzen Sie auf keinen Fall die Rückruftaste.

Weitere Tipps bei Telefon- und Trickbetrug gibt es hier.


(BRISANT/bka)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Mai 2022 | 17:15 Uhr

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