Die Anwendungssoftware FaceApp ist auf einem Smartphone installiert.
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Netztrend unter der Lupe FaceApp - Foto-Spaß oder geplanter Datendiebstahl

BRISANT | 18.07.2019 | 17:15 Uhr

Mit "FaceApp" lassen sich Gesichter um Jahrzehnte altern oder verjüngen. Promis haben im Netz einen Trend losgetreten und Fotos veröffentlicht. Doch die App aus Russland hat großes Interesse an zahlreichen Nutzerdaten und soll vom FBI untersucht werden.

Die Anwendungssoftware FaceApp ist auf einem Smartphone installiert.
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Der Hype um die "FaceApp" geht weiter. Ein Gesicht wird erfasst, danach von einer künstlichen Intelligenz (KI) so bearbeitet, dass das Ausgangsbild um Jahrzehnte gealtert oder verjüngt aussieht. Bekannte Stars wie der kanadische Rapper Drake oder der US-Komiker Kevin Hart hatten sich kürzlich mit dieser speziellen App auf öffentlich geteilten Fotos älter gezeigt. Nun nutzen auch deutsche Prominente die Funktion der App.

Deutsche Promis altern ihr Gesicht per App

Sänger Ross Antony (45) postete am Mittwoch auf Instagram ein bearbeitetes Bild von sich mit seinem Kollegen Giovanni Zarrella (41) um Jahrzehnte gealtert - und schrieb dazu: "Hey Giovanni Zarrella - wir in 40 Jahren, immer noch auf Promotour". Dazu verwies er auf "FaceApp". Die Gesichts-App probierten unter anderem auch der deutsche DJ Felix Jaehn, sein französischer Kollege David Guetta, Sänger Charlie Puth, Kollege Sam Smith und Rapperin Iggy Azalea aus. Manche Prominente wie Heidi Klum, Dieter Bohlen und Torsten Frings wurden von Medien um etliche Jahre älter gezeigt: Die Medien veröffentlichten selbst mit der Runzel-App bearbeitete Fotos der deutschen Promis.

Gealterte Sportler

Bekannte Sportler sind inzwischen ebenfalls auf den "FaceApp"-Geschmack gekommen, zum Beispiel Motorsportler Ken Roczen, Bahnradfahrer Robert Förstemann und die Fußballer von Hertha BSC.

US Demokrat fordert: FBI soll App unter die Lupe nehmen

Nun hat der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Charles "Chuck" Schumer, die Bundespolizei FBI zu einer Untersuchung der populären Smartphone-Anwendung "FaceApp" aufgefordert. Die von Russland aus betriebene App könne wegen ihres Umgangs mit persönlichen Daten ein nationales Sicherheitsrisiko sowie eine Gefahr für Millionen US-Bürger darstellen, schrieb er in einem am Mittwoch auf Twitter veröffentlichten Brief.

Spur der Daten reicht nach St. Petersburg

Die Nutzer müssten dem in St. Petersburg ansässigen Unternehmen uneingeschränkten und unwiderruflichen Zugriff auf ihre persönlichen Fotos und Daten gewähren, schrieb Schumer. Dies könne dazu führen, dass die Bilder künftig öffentlich und privat ohne die Zustimmung der Nutzer gebraucht würden. Dass die Betreiberfirma ihren Sitz in Russland habe, werfe die Frage auf, ob Daten von US-Bürgern an Dritte oder möglicherweise an ausländische Regierungen weitergegeben würden.

US Senator Charles Schumer
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Es wäre zutiefst beunruhigend, wenn die sensiblen persönlichen Informationen von US-Bürgern einer feindlichen ausländischen Macht zur Verfügung gestellt würden, die aktiv an Cyber-Angriffen gegen die Vereinigten Staaten beteiligt ist.

Charles "Chuck" Schumer Fraktions-Chef der Demokraten im US-Senat

Das FBI müsse deshalb untersuchen, ob Daten von US-Bürgern in die Hände der russischen Regierung oder ihr nahestehenden Stellen gelangten. In dem Brief richtet sich der Senator aus New York auch an die US-Handels- und Verbraucherschutzbehörde FTC. Diese müsse überprüfen, ob US-Bürger - inklusive Regierungspersonal und Angehörige des Militärs - ausreichend gegen eine mögliche missbräuchliche Nutzung ihrer Daten geschützt seien.

Wie schütze ich meine Daten?

Ein Datenschutzprojekt des MDR zeigt detailliert, was schon wenige Nutzerdaten über einen Menschen verraten. Beispielsweise bieten sogenannte Datenbroker verschiedenen Firmen Datenpakete an, mit denen bereits bekannte Daten passgenau angereichert werden können. Das Projekt zeigt auch, wie ein besserer Datenschutz im Alltag möglich ist.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 18. Juli 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2019, 19:11 Uhr

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