Polizeiautos stehen im Wald
Neue Hinweise im Fall der verschwundenen Peggy aus Oberbayern gab es im Juli 2016 - damals wurden die sterblichen Überreste gefunden. Bildrechte: MDR/News5/Fricke

Chronologie: Fall Peggy - was bisher geschah

BRISANT | 12.12.2018 | 17:15 Uhr

Der spektakuläre Fall Peggy beschäftigt seit Jahren Ermittler und Öffentlichkeit. Eine Chronik der Ereignisse.

Polizeiautos stehen im Wald
Neue Hinweise im Fall der verschwundenen Peggy aus Oberbayern gab es im Juli 2016 - damals wurden die sterblichen Überreste gefunden. Bildrechte: MDR/News5/Fricke

  • 7. Mai 2001: Die neunjährige Peggy aus dem oberfränkischen Lichtenberg verschwindet auf dem Heimweg von der Schule. Wochenlange Suchaktionen bleiben ohne Erfolg.

  • August 2001: Die Polizei nimmt einen geistig behinderten Mann fest. Er gibt an, sich an Peggy und drei weiteren Kindern sexuell vergangen zu haben.

  • 22. Oktober 2002: Die Ermittler präsentieren den 24-Jährigen als mutmaßlichen Mörder der Schülerin.

  • 7. Oktober 2003: Vor dem Landgericht Hof beginnt der Prozess. 30. April 2004: Der geistig behinderte Mann wird wegen Mordes an Peggy zu lebenslanger Haft verurteilt.

  • 17. September 2010: Ein wichtiger Belastungszeuge widerruft seine Aussage und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden.

  • 4. April 2013: Der Anwalt des geistig behinderten Mannes beantragt die Wiederaufnahme des Falls.

  • 3. September 2013: Ein junger Mann aus Halle wird verdächtigt. Er gehört zum Freundeskreis von Peggys Familie und war bereits wegen Missbrauchs zweier Mädchen zu einer Haftstrafe verurteilt. Der Mann bestreitet, etwas mit dem Verschwinden von Peggy zu tun gehabt zu haben. Auch gegen seinen verdächtigen Halbbruder ebenfalls aus Halle finden sich keine Beweise.

  • 8. Januar 2014: Auf dem Friedhof Lichtenberg öffnen die Ermittler ein Grab. Sie vermuten, dass bei einer Beerdigung 2001 Peggys Leiche dort abgelegt wurde. Doch sie finden keine Hinweise.

  • 10. April 2014: Auf Anordnung des Landgerichts Bayreuth beginnt das Wiederaufnahmeverfahren.

  • 7. Mai 2014: Das Gericht beendet das Verfahren aus Mangel an Beweisen. Eine Woche später gibt es einen Freispruch für den geistig behinderten Mann.

  • 18. Februar 2015: Die Staatsanwaltschaft Bayreuth stellt ihre Ermittlungen ein. Ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wird aber aufrechterhalten, um mögliche Spuren weiterzuverfolgen.

  • 19. März 2015: Das Oberlandesgericht Bamberg entscheidet, dass der ursprünglich verurteilte Mann aus der Psychiatrie entlassen werden soll.

  • 3. Juni 2015: Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" greift den Fall Peggy auf.

  • 16. Juni 2015: Ein ehemaliger Verdächtiger im Fall Peggy wird in einem anderen Fall wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu einer Jugendstrafe von sieben Monaten ohne Bewährung verurteilt. Im Fall Peggy gilt er nicht mehr als tatverdächtig.

  • Mai 2016: Ein im Fall Peggy ehemals verdächtigter Mann fordert Schadenersatz von mehr als 20.000 Euro. Ermittler hatten 2013 auf der Suche nach dem verschwundenen Mädchen sein Grundstück in Lichtenberg metertief durchsuchen lassen. Die Ermittler hatten dabei zwar Knochenreste gefunden. Sie stammten aber nicht von Peggy.

  • 2. Juli 2016: Ein Pilzsammler findet in einem Wald in Thüringen Skelettreste. Der Fundort liegt rund 15 Kilometer von Peggys früherem Wohnort Lichtenberg entfernt. Die Polizei prüft Verbindungen zum Fall Peggy.

  • 4. Juli 2016: Polizei und Staatsanwaltschaft geben in Bayreuth bekannt, dass die sterblichen Überreste "höchstwahrscheinlich" von Peggy stammen. Endgültige Gewissheit sollten eine DNA-Analyse, eine radiologische Untersuchung und ein Zahnabgleich bringen.

  • 5. Juli 2016: Der DNA-Abgleich bringt die Gewissheit, dass es sich bei den gefundenen Knochen um die sterblichen Überreste von Peggy handelt.

  • 12. Juli 2016: Polizei und Staatsanwaltschaft geben in Bayreuth bekannt, dass das gefundene Skelett von Peggy nicht vollständig ist und weitere Sachen wie etwa der Schulranzen fehlen. Sie setzen 30.000 Euro Belohnung für den entscheidenden Hinweis aus.

  • 13. Oktober 2016: Die Polizei Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bayreuth teilen mit, dass in der Nähe des Skeletts von Peggy DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden wurden. Der genaue Zusammenhang wird noch untersucht.

  • 8. März 2017: Die Ermittler räumen ein: Die Böhnhardt-DNA ist durch eine Panne an den Fundort von Peggys Leiche gelangt. Bei der Spurensicherung wurde das gleiche Werkzeug verwendet wie nach Böhnhardts Tod 2011. Beide Fälle haben nichts miteinander zu tun.

  • 12. September 2018: Die Polizei durchsucht mehrere Anwesen eines 41 Jahre alten Beschuldigten. Manuel S. zählte schon früher zum "relevanten Personenkreis" im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Peggy. Nach der Vernehmung kommt er wieder auf freien Fuß.

  • 21. September 2018: Die Ermittler geben bekannt, dass Manuel S. gestanden hat, das tote Mädchen in den Wald an der bayerisch-thüringischen Grenze gebracht zu haben, wo später die Knochen gefunden wurden. Ein anderer Mann habe ihm den leblosen Körper am Tag des Verschwindens an einer Bushaltestelle übergeben.

  • 11. Dezember 2018: Die Polizei Oberfranken meldet eine Festnahme in dem Fall, ohne zunächst weitere Details zu nennen. Nach MDR-Informationen handelt es sich um Manuel S.

  • 11. Dezember 2018: Manuel S. zieht sein Teilgeständnis zurück. Der verhaftete Verdächtige will die Leiche nun doch nicht in ein Waldstück im Saale-Orla-Kreis gebracht haben.

Karte: Lage des Fundorts
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Frühere Meldungen

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 12. Dezember 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2018, 09:02 Uhr

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