Corona Stiftung Warentest: Nur 4 von 20 FFP2-Masken rundum empfehlenswert

Die Stiftung Warentest hat zum zweiten Mal FFP2-Masken untersucht. Die Filterwirkung ist bei allen Masken hoch. Einige sind aber unbequem oder man bekommt weniger gut Luft. In einigen Ohrbändern fanden die Tester Latex.

FFP2 Masken
Masken von chinesischen Herstellern schnitten im Test weniger gut ab. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Masken von 3M (Maske "Aura 9320"), Lindenpartner, Moldex und Uvex überzeugten in allen Prüfungen. Sie bekommen ein "sehr gut" beim Schutz vor Aerosolen, passen gut, haben keine Schadstoffe im Vlies und man kann gut mit ihnen atmen. Kein Wunder: Diese Hersteller sind spezialisiert auf Atemschutzmasken.

Das Modell von Uvex kostet darüberhinaus nur 67 Cent pro Stück! Die 3M-Maske hingegen stolze 2,74 Euro.

China-Masken erschweren die Atmung

Sieben Masken konnten nicht beim Atemkomfort punkten und waren daher "wenig geeignet". Schlecht Luft bekommt man bei Masken aus chinesischer Produktion (Kingfa, Leikang, Mea Vita, Taidakang und Hygisun) und von den Discountern dm (Mivolis) und Rossmann (Altapharma). Sie überschritten den maximalen Ausatemwiderstand von 3 Millibar.

Menschen mit Lungenerkrankungen müssten sich zu sehr anstrengen, um ausreichend Luft einzuatmen, so die Tester. Sie empfehlen die Masken daher nicht.

FFP2-Masken in Fertigung
Kaufen Sie lieber FFP-2-Masken von deutschen Herstellern. Bildrechte: imago images/Reichwein

Latex in Ohrschlaufen

Latexproteine in den Bändern/Ohrschlaufen stellten die Tester bei sechs Modellen fest. Das betrifft die Masken von Dräger, Hum, Kingfa, Leikang, Sentias und Taidakang. Latexproteine zählen zu den Allergenen, sie können Hautausschlag und Jucken auslösen. In Maskenbändern bergen sie aber laut Stiftung Warentest nur ein sehr geringes Risiko für allergische Reaktionen.

FFP-2-Maske richtig tragen

Eine gut filternde Maske nützt aber wenig, wenn sie nicht dicht am Gesicht anliegt. Denn dann können Aerosole mit Coronaviren darin ein- und ausströmen. Eine FFP-2-Maske muss also korrekt getragen werden - das bedeutet ÜBER die Nase ziehen!

Selbsttest, dass die Maske prima passt: Beim Ausatmen bläht sie sich auf, beim Einatmen zieht sie sich zusammen. 

So wird eine FFP2-Schutzmaske korrekt angelegt

Die Arbeitsschutz-Ingenieurin Anette Mäder aus Rudolstadt demonstriert das korrekte Anlegen einer FFP2-Maske.
Verpackung mit desinfizierten Händen öffnen: Arbeitsschutz-Ingenieurin Anette Mäder aus Rudolstadt empfiehlt, die Folienverpackung einer FFP2-Maske nicht mit ungereinigten Fingern aufzumachen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Die Arbeitsschutz-Ingenieurin Anette Mäder aus Rudolstadt demonstriert das korrekte Anlegen einer FFP2-Maske.
Verpackung mit desinfizierten Händen öffnen: Arbeitsschutz-Ingenieurin Anette Mäder aus Rudolstadt empfiehlt, die Folienverpackung einer FFP2-Maske nicht mit ungereinigten Fingern aufzumachen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Die Arbeitsschutz-Ingenieurin Anette Mäder aus Rudolstadt demonstriert das korrekte Anlegen einer FFP2-Maske.
Anette Mäder fässt die Maske nur am Rand an, um das Risiko eines Eintrags von Viren in das Innere der Maske zusätzlich zu verringern. Den Nasenbügel, der spitz zusammengedrückt aus der Verpackung kommt, stellt sie runder ein. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Die Arbeitsschutz-Ingenieurin Anette Mäder aus Rudolstadt demonstriert das korrekte Anlegen einer FFP2-Maske.
Beim Anlegen sollten Trägerinnen und Träger der Maske darauf achten, dass sie am Kinn und an der Nase eng mit den Konturen des Gesichts abschließt. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Die Arbeitsschutz-Ingenieurin Anette Mäder aus Rudolstadt demonstriert das korrekte Anlegen einer FFP2-Maske.
Sitzen die Gummis hinter den Ohren zu straff und somit unangenehm, rät Anette Mäder, die Schlaufen vorsichtig zu dehnen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Die Arbeitsschutz-Ingenieurin Anette Mäder aus Rudolstadt demonstriert das korrekte Anlegen einer FFP2-Maske.
Der Nasenbügel lässt sich an die Nase anpassen. Ziel ist es, sowenig Luft wie möglich an dem Vlies der Maske vorbeiströmen zu lassen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 19. Juli 2021 | 17:15 Uhr

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