Dreifacher Formel-1-Weltmeister mit 70 Jahren gestorben Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot

BRISANT | 21.05.2019 | 17:15 Uhr

Der dreifache Weltmeister ist mit 70 Jahren in Zürich verstorben.

Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot.
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Der Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot. Die Rennsport-Legende starb am Montag, dem 20.05.2019, im Alter von 70 Jahren in einer Klinik in Zürich. Wie seine Familie in der Nacht mitteilte, ist er im Kreise seiner Angehörigen friedlich eingeschlafen. Zur Todesursache wurde zunächst nichts mitgeteilt. In der Erklärung seiner Familie heißt es:

Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich. Sein unermüdlicher Tatendrang, seine Geradlinigkeit und sein Mut bleiben Vorbild und Maßstab für uns alle.

Niki Lauda - Formel-1-Legende und Unternehmer

Niki Lauda feiert seinen Weltmeistertitel 1975
Seinen ersten Titel holt der langjährige Ferrari-Star im Jahr 1975. Bildrechte: imago images/WEREK
Niki Lauda feiert seinen Weltmeistertitel 1975
Seinen ersten Titel holt der langjährige Ferrari-Star im Jahr 1975. Bildrechte: imago images/WEREK
Niki Lauda ist im Alter von 70 Jahren gestorben
Die darauffolgende Formel-1-Saison wird zu einem Schicksalsjahr für Lauda. Bildrechte: imago images / Sven Simon
Nach einem Zusammenstoß in der zweiten Runde beim Grand Prix auf dem Nürburgring brennt am 01.08.1976 der Ferrari des österreichischen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda.
Nach einem Zusammenstoß in der zweiten Runde beim Grand Prix auf dem Nürburgring brennt am 1. August 1976 der Ferrari des Weltmeisters. Es dauert fast eine Minute, bis Niki Lauda aus dem Fahrzeug gezogen werden kann. Er atmet giftige Dämpfe ein. Bildrechte: dpa
Nach einem Zusammenstoß in der zweiten Runde beim Grand Prix auf dem Nürburgring brennt am 01.08.1976 der Ferrari des österreichischen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda.
Das Ferrari-Wrack wird von der Rennstrecke abtransportiert. Bildrechte: dpa
Der österreichische Formel-1 Fahrer Niki Lauda bei der Einlieferung in eine Ludwigshafener Spezialklinik für Verbrennungen.
Der Österreicher wird in eine Ludwigshafener Spezialklinik für Verbrennungen gebracht. Bildrechte: dpa
Der österreichische Formel-1 Fahrer Niki Lauda mit vernarbtem Gesicht, Kopfbandage und Brandwunden während einer Pressekonferenz in Salzburg am 8. September 1976.
Der Formel-1-Fahrer verkündet gut einen Monat nach dem Unglück in Salzburg, er werde wieder fahren. Bildrechte: dpa
Der österreichische Formel-1 Fahrer Niki Lauda mit vernarbtem Gesicht, Kopfbandage und Brandwunden während einer Pressekonferenz in Salzburg am 8. September 1976.
Sein Gesicht ist vernarbt, die Brandwunden werden später zu seinem Markenzeichen. Bildrechte: dpa
Niki Lauda und Cyril Levan
Für sein Formel-1-Comeback bekommt er 1977 von Cyril Levan in der Guildhall in London den Internationalen Preis für Tapferkeit im Sport - ausgelobt vom Victoria Sporting Club. Bildrechte: dpa
Zwei Hostessen neben dem Ferrari, mit dem Niki Lauda 1977 Formel 1-Weltmeister wurde
Und Niki Lauda holt im Jahr 1977 mit diesem Ferrari seinen zweiten Titel. Bildrechte: dpa
Der Österreicher Niki Lauda am 21. Oktober 1984 auf dem Siegerpodest. Links am Bildrand der Franzose Alain Prost.
Es dauert bis 1984, da wird Lauda zum dritten Mal Weltmeister. Am 21. Oktober steht er auf dem Siegerpodest neben dem Franzosen Alain Prost. Bildrechte: dpa
Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda sitzt im Cockpit eines Airbus A319.
Lauda wird nach seinem Karriereende Unternehmer und Formel-1-Kommentator. Doch auch dieses Leben nach der Sportlerkarriere hat Tiefpunkte. Bildrechte: dpa
Niki Lauda, der Besitzer der Fluggesellschaft, besichtigt nach der Katastrophe die Absturzstelle nördlich von Bangkok, Thailand, an der eine Boeing 767 der Lauda Air abstürzte.
1991: In Thailand stürzt eine Boeing 767 der "Lauda Air" ab. Alle 223 Menschen an Bord kommen ums Leben. Unglücksursache: ein technischer Defekt. Bildrechte: dpa
Die Schauspieler Chris Hemsworth, Daniel Brühl, Ex-Rennfahrer Niki Lauda und Regisseur Ron Howard (l-r) kommen am 28.09.2013 zur Deutschlandpremiere des Kinofilms Rush in Köln.
2013 wird Niki Laudas Leben verfilmt. Der Film "Rush" feiert im September Deutschlandpremiere. Daniel Brühl spielt darin die Hauptrolle - Niki Lauda. Bildrechte: imago/Horst Galuschka
Filmszene - Daniel Brühl als Niki Lauda.
Daniel Brühl als Niki Lauda, eine Filmszene aus "Rush". Bildrechte: imago/Prod.DB
Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot.
Bis zuletzt hatte er mit den Folgen seines Unfalls im Jahr 1976 zu kämpfen. Ihm wurde noch im Jahr 2018 eine Spenderlunge transplantiert. Am Montag, dem 20. Mai 2019, ist Formel-1-Legende Niki Lauda im Alter von 70 Jahren in Zürich gestorben. Bildrechte: dpa
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In den letzten zehn Monaten waren wir jede Minute an seiner Seite. Wir haben mit ihm gelacht, geweint, gehofft und gelitten, aber schlussendlich verließen Niki gestern seine Kräfte.

Auf dem Bild ist Niki Lauda in Nahaufnahme zu sehen, in einem Kasten darunter steht das Zitat: "Der Mensch ist bereit, alles zuzugeben. Nur nicht, dass er ein schlechter Autofahrer ist."
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Der Tod kam nicht ganz unerwartet

Niki Lauda hatte zuletzt immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Er hatte Anfang August 2018 eine Spender-Lunge erhalten, nachdem sich sein Zustand wegen einer Entzündung der Lungenbläschen dramatisch verschlechtert hatte. Wegen einer Grippe musste er im Januar erneut in einem Krankenhaus behandelt werden.

Der Tod von Niki Lauda kam nach Angaben seines Arztes, Walter Klepetko, vom Wiener Allgemeinen Krankenhaus nicht ganz überraschend:

Niki Lauda hat gekämpft. Er war ein toller Mann. Aber es war seit einiger Zeit klar, dass wir ihn nicht mehr auf die 'Rennstrecke' zurück bringen können. Es gibt keine Todesursache. Es war ein langer Prozess, an dessen Ende der Patient gegangen ist.

Lauda hatte Anfang August 2018 eine Spender-Lunge erhalten, nachdem sich sein Zustand wegen einer Entzündung der Lungenbläschen dramatisch verschlechtert hatte. Klepetko hatte sich nach dem Eingriff immer wieder optimistisch gezeigt, dass sein Patient wieder auf die Beine kommen werde. In der Reha machte Lauda zunächst auch große Fortschritte.

Dreifacher Formel-1-Weltmeister und ein schwerer Unfall

Niki Lauda holte sich drei Mal Formel-1-Weltmeistertitel: 1975, 1977 und 1984. Im Jahr 1976 überlebte er einen schweren Unfall beim Rennen auf dem Nürburgring. Auf der berüchtigten Nordschleife verlor er die Kontrolle über seinen Rennwagen und krachte gegen eine Felswand. Das Auto fing sofort Feuer und es dauerte fast eine Minute, bis Niki Lauda aus dem Fahrzeug gezogen werden konnte. In dieser Zeit atmete er giftige Dämpfe ein, die seine Lunge schädigten. Er erlitt auch schwere Verbrennungen an der Kopfhaut. Seitdem trug er in der Öffentlichkeit stets eine rote Kappe, die zu seinem Markenzeichen wurde. Trotzdem kehrte er nur sechs Wochen nach dem Unfall auf die Rennstrecke zurück. Wegen der Spätfolgen des Unfalls musste sich Lauda im Sommer vorigen Jahres einer Lungentransplantation unterziehen. Bereits in den Jahren 1997 und 2005 hatte er neue Nieren bekommen.

Ich will nicht mehr im Kreis fahren.

Nachdem Niki Lauda den Rennsport zum Ende der Saison 1985 an den Nagel gehängt hatte, widmete er sich seiner zweiten Leidenschaft, der Fliegerei.

Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda sitzt im Cockpit eines Airbus A319.
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Unternehmer mit "Lauda Air"

Seine erste eigene Fluglinie, Lauda Air, gründete er bereits Ende der 70er Jahre. Die Airline schrieb teils hohe Verluste. Lauda verkaufte sie daraufhin sukzessive an die damals staatliche Austrian Airlines. Nachdem Lauda zwischenzeitlich in die Formel 1 zurückgekehrt war, machte er 2003 aus der insolventen Aero Lloyd die Fluglinie Niki. Schon bald holte er Air Berlin als Teilhaber an Bord und stieg 2011 vollständig aus. Nach der Pleite von Air Berlin übernahm er das Ruder bei Niki aber 2018 erneut und brachte das Unternehmen unter dem Namen Laudamotion an den Start. Wenig später holte er den irischen Billigflieger Ryanair als neuen Anteilseigner ins Boot.

Der Formel 1 blieb er aber immer verbunden, zuletzt als Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams und TV-Experte. Als österreichische Rennsport-Legende wird er unvergessen bleiben.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. Mai 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2019, 14:25 Uhr

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