Die Umweltaktivistin Greta Thunberg spricht auf der Demonstration 'Fridays for Future' am Brandenburger Tor in Berlin zu den Schülern.
Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg Bildrechte: dpa

Klimaschutz Fridays for Future: Von einer Schulschwänzerin in Stockholm zum weltweiten Protest

Angefangen hat alles mit Greta Thunberg. "Greta wer?" haben die BRISANT-Kollegen vor über einem Jahr gefragt, als der Schweden-Korrespondent anrief, um einen Beitrag über ein Mädchen anzubieten, das für den Klimaschutz streikt und deshalb nicht mehr zur Schule geht. So wurde BRISANT zu einer der ersten Sendungen, die Greta Thunberg
vorgestellt hat. Was für eine weltumspannende Bewegung dieses Mädchen aus Schweden lostreten würde, konnte keiner ahnen. Heute ist bisheriger Höhepunkt der "Fridays for Future"-Bewegung..

Die Umweltaktivistin Greta Thunberg spricht auf der Demonstration 'Fridays for Future' am Brandenburger Tor in Berlin zu den Schülern.
Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg Bildrechte: dpa
Teilnehmerinnen der Fridays-for-Fututre-Demonstration in Leipzig sitzen auf einer Steinbank und blicken auf die Demonstranten. In ihrem Rücken steht ein Pappplakat mit der Aufschrift Ich würde ganz gerne alt werden
"Fridays for Future"-Protest in Leipzig Bildrechte: MDR/Moritz Arand

Angefangen hat alles mit Greta Thunberg. Eine Schülerin aus Stockholm, die sich entscheidet, die Schule zu schwänzen. Nicht, weil sie keine Lust auf Schule hätte, Greta ist begabt und eine durchaus gute Schülerin. Greta möchte ein Zeichen setzen - gegen den Klimawandel und für den Klimaschutz. Und das einzige, was ihr bleibt, ist, sich gegen das zu stellen, wozu sie verpflichtet ist: nämlich zur Schule zu gehen.

Bald schließen sich andere Kinder und Jugendliche dem schwedischen Mädchen mit den langen Zöpfen, das so gar nicht modisch und Instagram-like aussieht, an. Erst in Stockholm, dann in Schweden, bald in ganz Europa - und mittlerweile weltweit. Inzwischen sind es auch nicht mehr nur die Kids, die viel gescholtene "unpolitische" Generation Smartphone, die ihre Wut über das jahrelange Wegschauen der Politik auf die Straße trägt. Erst waren es die Eltern, die ihre Kinder begleitet haben, ihre Lehrer - mittlerweile posten zahlreiche Promis ihren neuentdeckten Klima-Geist in den sozialen Netzwerken.

Weltweiter "Fridays for Future"-Tag

Am heutigen Freitag sind auf der der ganzen Welt Menschen auf die Straße gegangen - als Zeichen für den Klimaschutz. Für ein Umdenken in der Klimapolitik. Auch dort, wo Greta Thunberg gerade ist: in den USA. In einem Land, in dem der Präsident Klimaschutz für unnötig hält. Die Anliegen der Kinder und Jugendlichen sind ähnlich. Egal, ob sie aus Thailand, Indien, Südafrika oder Schweden kommen.

Es ist eine große Sorge. Wir sind an der Front des Klimawandels, der passiert bereits, er wartet nicht ab, es ist eine Frage der Zeit.

Schülerstimme

In der Schule lerne ich alles über die Auswirkungen des Klimawandels und ich höre dort, dass wir etwas tun müssen. Aber dann sehe ich, dass die verantwortlichen Leute, die unser Land leiten, nichts tun. Für mich ist das verwirrend. Also bin ich heute hier.

Schülerstimme

Um für meine Enkel die Welt zu erhalten, nicht dass sie sagen: Mensch Oma, warum hast du nichts gemacht.

Großmutter

Wir wollen eine autofreie Innenstadt.

Schülerstimme

Weltweite Proteste für Klimaschutz

Es soll der bisher größte Klimaprotest werden: Weltweit sind am Freitag in mehr als 2.600 Städten Aktionen geplant. Den Startschuss machten Australien und Asien. In Deutschland kam es zu vorübergehenden Blockaden.

Umweltaktivisten auf den Philippinen nehmen an einer Demonstration vor dem Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen in Quezon teil.
Auf den Philippinen zogen Umweltaktivisten vor das Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen. Bildrechte: dpa
Umweltaktivisten auf den Philippinen nehmen an einer Demonstration vor dem Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen in Quezon teil.
Auf den Philippinen zogen Umweltaktivisten vor das Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen. Bildrechte: dpa
Teilnehmer einer Demonstration in Bangkok (Thailand) halten Schilder und Plakate.
Auch in Thailand zogen Demonstranten mit Schildern und Plakaten durch die Straßen - wie hier in Bangkok. Bildrechte: dpa
Demonstranten in Indien versammeln sich mit einer Figur des Dämonengottes Ravana, der ein 'Umweltmonster' repräsentieren soll, vor dem Ministerium für Wohnen und Stadtentwicklung in Neu-Delhi.
In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi hielten Demonstranten vor dem Ministerium für Wohnen und Stadtentwicklung eine Figur des Dämonengottes Ravana hoch - dieser soll ein "Umweltmonster" repräsentieren. Bildrechte: dpa
Klimademo in Prag
Auch in der tschechischen Hauptstadt Prag versammelten sich Klimaschützer zu Protesten. Bildrechte: dpa
Frankfurt/Main: Demonstranten verschiedener Aktionsbündnisse blockieren den Verkehr auf dem Baseler Platz.
In Frankfurt am Main blockierten Aktivisten vorübergehend zentrale Kreuzungen in der Innenstadt - wie hier den Baseler Platz. Bildrechte: dpa
Eine Demonstrantin sitzt auf der Fahrbahn vor einem Polizeifahrzeug.
Nach Polizeiangaben konnten die Blockaden frliedlich und ohne Gegenwehr aufgelöst werden. Bildrechte: dpa
20.09.2019, Berlin: Teilnehmer einer Fahrrad-Demonstration blockieren am Morgen den Ernst-Reuter-Platz.
In Berlin legten Fahrrad-Demonstranten den Berufsverkehr rund um den Ernst-Reuter-Platz in der Innenstadt für etwa eine Stunde lahm. Bildrechte: dpa
Demonstranten halten ein Banner 'Rückkehr der Klimakanzlerin?!' beim Treffen des Koalitionsausschuss im Kanzleramt.
Im Kanzleramt in Berlin hatten die Spitzen von Union und SPD über ein Klimaschutzpaket verhandelt - begleitet von Protesten vor dem Gebäude. Bildrechte: dpa
Verteidigungsministerin und CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stehen beim Treffen des Koalitionsausschuss zum Klima im Kanzleramt auf dem Balkon.
Von Donnerstagabend bis Freitagmittag verhandelten die Koalitionsspitzen nahezu durchgängig. Bildrechte: dpa
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Protestplakat mit der Aufschrift «Fear Us» und dem Bild der Schwedin Greta Thunberg während des Fridays for Future in Dresden
Ist Teenagern weltweit zum Vorbild geworden: Klimaaktivistin Greta Thunberg Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. September 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2019, 19:52 Uhr

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