Teilnehmer einer Friedensdemo versammeln sich in Chemnitz am Roten Turm.
Bildrechte: Harry Härtel

Friedensdemonstration "Herz statt Hetze" Mehr als 10.000 Demonstranten in Chemnitz

BRISANT | 01.09.2018 | 17:10 Uhr

Teilnehmer einer Friedensdemo versammeln sich in Chemnitz am Roten Turm.
Bildrechte: Harry Härtel

Chemnitz kommt nicht zur Ruhe. Eine Woche nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen haben mehrere linke und rechte Gruppen zu Demonstrationen aufgerufen.

Die Polizei in Chemnitz wappnet sich für mögliche neue Auseinandersetzungen

An diesem Samstag werden Tausende Menschen zu Demonstrationen erwartet. Zum Start einer Reihe von Kundgebungen sind am Samstag rund 50 Menschen für ein friedliches Miteinander durch Chemnitz gezogen. Nach Diskussionen, Reden und Musik am Roten Turm in der Innenstadt setzte sich der Zug in Bewegung. Die Route durch die Stadt führte auch unweit des Tatorts vorbei, wo es vor knapp einer Woche zu der tödlichen Messerattacke auf einen 35-Jährigen gekommen war.

Chemnitz ist weder grau noch braun.

Bildergalerie Tausende Demonstranten in Chemnitz

Unter dem Motto "Herz statt Hetze" sind in Chemnitz Tausende Menschen zusammengekommen, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" haben sich ebenfalls Tausende angeschlossen.

01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Wasserwerfer bringen sich bei der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben,in Stellung. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Um die Veranstaltungen in Chemnitz abzusichern, sind Polizisten aus neun Bundesländern sowie der Bundespolizei vor Ort. Hier bringen sich die Wasserwerfer bei der Demonstration von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" in Stellung. Bildrechte: dpa
AfD-Demo Chemnitz
Gegen 18 Uhr setzte sich der sogenannte Trauermarsch von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" in Bewegung. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer
Teilnehmer der AfD-Demonstration in Chemnitz zeigen Bilder von Gewaltopfern.
Teilnehmer der AfD-Pegida-Bilder zeigen Plakate mit Männern und Frauen, die Opfer von Asylbewerbern geworden sein sollen. Bildrechte: MDR/Christian Essler
Ein Demonstrant wird von der Polizei in Gewahram genommen, weil er geschubst und provoziert haben soll.
Nicht alle Demonstranten waren friedlich. Manche provozierten und schubsten auch die Polizei und wurde in der Folge abgeführt. Bildrechte: Christian Essler
Politiker Herz-statt-Hetze-Demo
Unter den Demonstranten bei "Herz statt Hetze" waren auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, der Linken-Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch, Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig, Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir und seine Nachfolgerin Annalena Baerbock sowie die ehemalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD). Bildrechte: Christian Essler
Bilder der Kundgebung "Herz statt Hetze"
Weitere Eindrücke von "Herz statt Hetze". Bildrechte: Christian Essler
01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Wasserwerfer bringen sich bei der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben,in Stellung. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Um die Veranstaltungen in Chemnitz abzusichern, sind Polizisten aus neun Bundesländern sowie der Bundespolizei vor Ort. Hier bringen sich die Wasserwerfer bei der Demonstration von AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" in Stellung. Bildrechte: dpa
Sachsen, Chemnitz: Teilnehmer der Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida, der sich auch die Teilnehmer der Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Chemnitz angeschlossen haben, ziehen zum  Karl-Marx-Denkmal. Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt.  Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Davor haben Polizisten ihre Wagen zu einer Sperre aufgestellt. Bildrechte: dpa
AfD-Demo Chemnitz
Der Zug formierte sich auf der Theaterstraße/Innere Klosterstraße. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer
AfD-Demo nimmt in Chemnitz Aufstellung.
Der gemeinsame "Trauermarsch" von AfD und Pegida beginnt. In der ersten Reihe stehen unter anderem die AfD-Landeschefs aus Thüringen, Brandenburg und Sachsen. Die Veranstalter haben zu einer friedlichen Veranstaltung angerufen. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Blick auf die Pro-Chemnitz-Demo.
Mehrere Tausend Menschen sind zum "Schweigemarsch" angereist. Bildrechte: Christian Essler
Pro Chemnitz
Die Botschaften sind eindeutig. Bildrechte: xcitePRESS
Teilnehmer der "Pro Chemnitz"-Demo versammeln sich am Marx-Monument. Gegen 16 Uhr sind es mehrere hundert. Auch ein Teilnehmer mit Migrationshintergrund läuft bei der Kundgebung mit.
Auf der "Pro Chemnitz"-Veranstaltung. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
Friedenspanzer Chemnitz
Aus Cuxhaven im Norden Niedersachsens ist ein umgebautes Wohnmobil als Friedenspanzer nach Chemnitz gerollt. Bildrechte: Uta Deckow
Der Chemnitzer Unternehmer und Stadtrat Lars Fassmann blockiert mit Grundgetzen die Route der rechten Demonstration. 01.09.2018, Sachsen, Chemnitz: Zahlreiche Grundgesetzbücher stehen auf der Bahnhofstraße in der Nähe der Kundgebung des Bündnisses Chemnitz Nazifrei unter dem Motto «Herz statt Hetze». Am 28.08.2018 war in Chemnitz ein 35 Jahre alter Deutscher durch Messerstiche getötet worden. Bei den für den 01.09.2018 angekündigten Demonstrationen rechnet die sächsische Polizei mit einer hohen Zahl von Teilnehmern.
Der Chemnitzer Unternehmer und Stadtrat Lars Fassmann von der Piraten/Volkssolidarität-Fraktion blockiert auf der Bahnhofstraße mit Grundgesetzen die Route der rechten Demonstration. Bildrechte: Mario Unger
Blick auf die Herz-statt-Hetze-Demo in Chemnitz.
Am Nachmittag sind bereits mehrere Hundert Menschen zusammengekommen, um unter dem Motto "Herz statt Hetze" gegen Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren. Bildrechte: Christian Essler
Menschen sammeln sich zur Herz-statt-Hetze-Demo in Chemnitz.
Auf einem Parkplatz bei der Johanniskirche versammelten sich die Teilnehmer. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel
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Zuvor hatten Chemnitzer Bürger, Unternehmer und Wissenschaftler einen Aufruf an ihre Mitbürger an den berühmten "Nischel" geklebt. Auf dem Plakat am Sockel des Karl-Marx-Monuments steht: "Chemnitz ist weder grau noch braun". Die Friedensdemonstration ist die erste von mehreren für Samstag geplanten Kundgebungen. Vor Beginn des Zugs hatten die Teilnehmer unter dem Motto "Chemnitz bunt statt braun" mit Passanten diskutiert.

Zwei Männer befestigen am Karl-Marx-Denkmal ein Plakat mit der Aufschrift 'Chemnitz ist weder grau noch braun'.
Bildrechte: dpa

AfD, PEGIDA und Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" werden am Nachmittag erwartet

Die Polizei war zurückhaltend im Stadtgebiet auf Streife, allerdings bereiten sich die Sicherheitskräfte auf einen Großeinsatz vor. Sie gehen von einer Gesamtteilnehmerzahl im unteren fünfstelligen Bereich bis zum Abend aus. Unter dem Motto "Chemnitz Nazifrei" ist am Nachmittag die nächste Veranstaltung geplant. Für den späteren Nachmittag hatte die rechtspopulistische Bürgerbewegung "Pro Chemnitz" zu einer eigenen Kundgebung aufgerufen. Im Anschluss ist eine gemeinsame Demonstration von AfD und dem ausländerfeindlichen Bündnis Pegida geplant.

Die aktuelle Entwicklung im Live-Ticker

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. September 2018 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. September 2018, 16:22 Uhr

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