Corona Aktion "Licht an!": Wann dürfen die Friseure wieder öffnen?

Seit Wochen sind die Friseure geschlossen. Bei den Kunden wuchert das Haar, bei den Coiffeuren ist Ebbe in der Kasse. Für beide Seiten eine unbefriedigende Situation. Die Friseure bangen ernsthaft um ihre Existenz, einige Geschäfte mussten bereits aufgeben. Darauf machen heute zahlreiche Salons deutschlandweit aufmerksam, indem sie den ganzen Tag über das Licht in ihren Salons einschalten. Die Politik soll endlich handeln.

Abendlicht: Beleuchteter Friseursalon in Berlin
Aktion "Licht an!": Vom 31. Januar auf den 1. Februar werden zahlreiche Friseur-Salons hell erleuchtet sein. Bildrechte: imago/Steinach

Wer am 31. Januar in den Abendstunden durch die Stadt bummelt und den Salon seines Friseurs hell erleuchtet vorfindet, sollte sich keine falschen Hoffnungen machen. Denn öffnen dürfen die Friseursalons bis mindestens 15. Februar nicht. Das haben Bund und Länder beim letzten Corona-Gipfel beschlossen. Wie es dann weitergeht, ist nach wie vor offen. Für die betroffenen Salons ein ernsthaftes Problem.

Licht an! - Die Politik soll handeln

Bislang hat sich das Friseurhandwerk den Corona-Maßnahmen solidarisch gebeugt - und scheint dadurch in Vergessenheit geraten zu sein. Die bundesweite Aktion "Licht an!" soll das ändern und die Politik zum Handeln auffordern. Von Sonntag bis Montagmorgen wird deshalb in vielen Salons demonstrativ das Licht brennen.

Mit Mundschutz schneidet eine Friseurin einem Kunden die Haare.
Kunden und Friseure wünschen sich gleichermaßen eine Öffnung der Salons. Bildrechte: imago images/Jörg Halisch

Wie viele Salons überleben den Lockdown?

Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks steht der Branche das Wasser bis zum Hals. Bei vielen Friseuren seien die Konten leer. Die Miete und andere Fixkosten müssten weiter bezahlt werden, obwohl es keine Einnahmen gebe. Die Überbrückungshilfen lassen auf sich warten.

Tatsächlich kommt die Friseurbranche bei den verschiedenen Hilfspaketen des deutschen Staates für die Wirtschaft schlecht weg. Bundesweit gibt es rund 80.000 Betriebe. Allein in Berlin sind es 3.000 Salons. Wie viele davon aufgeben müssen, ist noch nicht absehbar.

Protesttransparent bei Demo des Friseurhandwerkes In Solingen
Am 29. Januar haben in Solingen mehr als einhundert Selbstständige, Geschäftsführer und Angestellte aus dem Beautybereich wegen der anhaltenden Schließung von Kosmetik- und Friseursalons demonstriert.  Bildrechte: imago images/Tim Oelbermann

Veto gegen Schwarzarbeit

Jan Kopatz, Obermeister der Friseur-Innung Berlin, warnt seine Kollegen und Kolleginnen dennoch davor, schwarz zu arbeiten. Nicht nur wegen der hohen Bußgelder, sondern auch, um sich in der Corona-Krise (weiterhin) solidarisch zu zeigen.

Trotzdem scheint es Profis zu geben, die trotz Corona-Lockdown am Werk sind. Bestes Beispiel dafür sind schick frisierte Fußballspieler auf dem Rasen. Dass das nicht Muttis Frisierkünste waren, liegt auf der Hand: Was der Friseur kann, kann eben nur der Friseur. Diese Erfahrung musste auch BRISANT-Moderatorin Mareile Höppner machen.

Quellen: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. Februar 2021 | 17:15 Uhr

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