Ein junger Mann steht mit dem Blick auf sein Smartphone gerichtet an einer Straße
Bildrechte: dpa

Allianz-Studie Jeder fünfte Verkehrstote in Europa ist ein Fußgänger

BRISTANT | 11.04.2019 | 17:15 Uhr

Fußgänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Das bestätigt nun eine Studie des Versicherers Allianz. Die Fußgängerlobby fordert breitere Gehwege für mehr Sicherheit.

Ein junger Mann steht mit dem Blick auf sein Smartphone gerichtet an einer Straße
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Fußgänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Das geht aus einer Studie hervor, die der Versicherungskonzern Allianz am Donnerstag vorgestellt hat. "Der Anteil der getöteten Fußgänger im Vergleich zu allen Unfalltoten steigt langjährig leicht an und immer noch verunglücken jährlich 30.000 Fußgänger im Straßenverkehr", erklärte Jochen Haug, Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungs-AG. Auch mit Hilfe technischer Lösungen solle mehr Einsatz zum Schutz von Fußgängern gezeigt werden.

Die ausgewerteten Daten zeigten unter anderem, dass Fußgänger noch häufiger als Fahrradfahrer verunglücken - Senioren sind besonders häufig betroffen.

Fußgänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 457 Menschen, die zu Fuß im Straßenverkehr unterwegs waren, gestorben. Europaweit ist jeder fünfte Verkehrstote ein Fußgänger. Alarmierende Zahlen: Denn obwohl deutschlandweit weniger Verkehrstote zu verzeichnen seien, steige der Anteil der getöteten Fußgänger langjährig an, sagt Jochen Haug.

Auch das Handy lässt die Zahlen in die Höhe schießen. Erst Ende März ist ein Tourist bei der Aufnahme eines Selfies im Grand Canyon Nationalpark in den Tod gestürzt. Fernab vom deutschen Straßenverkehr zwar, ist der Fall doch ein weiteres Musterbeispiel dafür, wie sehr Smartphones ablenken können. "Die Nutzung elektronischer Geräte erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Fußgänger, einen Unfall zu erleiden", sagt auch Jochen Haug.

Bodenampeln für "Smombies"

Bereits 2016 haben erste Städte Bodenampeln eingeführt – damit der aufs Handy fixierte Smartphonenutzer nicht mal mehr den Kopf heben muss, um die Ampelschaltung zu sehen. Diese Erfindung hat es sogar ins Satire-Magazin Extra 3 geschafft, wirklich durchgesetzt haben sich die "Smombie"-Ampeln am Boden in Deutschland noch nicht.

Was also tun? Es müssen effektive technische Lösungen zum Schutz von Fußgängern her, das fordert auch die Allianz. Immer lauter werden auch die Beschwerden seitens der Fußgänger. In den Städten wird es immer enger. Parkende Autos, Lieferwagen, Werbetafeln und Müll breiten sich auf dem Bürgersteig aus.

App geht Falschparkern auf die Spur

Werden Geh- und Radwege zugeparkt, ist oft kein Durchkommen mehr für Mütter mit Kinderwagen oder Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind.

Eine App will Abhilfe verschaffen. "Wegeheld" geht Falschparkern auf Geh- und Radwegen auf die Spur und stellt die Mailadressen von mehr als 1.000 deutschen Ordnungsämtern zur Verfügung – damit sich Betroffene mit ihrer Beschwerde direkt an die richtige Adresse wenden können.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. April 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2019, 18:26 Uhr