Grippewelle Grippeimpfung in Corona-Zeiten besonders wichtig

Kaum neigt sich der Sommer dem Ende entgegen, da geht sie schon wieder los - die alljährliche Diskussion um die Grippeschutzimpfung. Doch im Corona-Jahr 2020 ist die Empfehlung der Experten recht einhellig: Möglichst jeder sollte sich gegen die Influenza impfen lassen - insbesondere die Kinder.

Eine Person wird geimpft.
Beim Thema Grippeschutzimpfung scheiden sich die Geister. Doch in der Corona-Pandemie ist es angeraten, sich vor einer Influenza zu schützen. Bildrechte: imago/Fotoarena

Grippeschutzimpfung - ja oder nein? Alljährlich erhitzen sich bei der Diskussion dieser Frage die Gemüter. Schwangere, ältere Menschen ab 60 Jahren und Kinder sollten sich gegen Influenza impfen lassen, lautet die allgemeine Empfehlung.

Anders im Corona-Jahr 2020. So sehr die Expertenmeinungen in Sachen Coronavirus in manchen Punkten auseinander driften, in puncto Grippeschutzimpfung scheint Einigkeit zu herrschen. Und das aus mindestens zweierlei Gründen.

Grippeschutzimpfung wegen Corona-Pandemie empfohlen

In diesem Jahr sollte sich möglichst jeder gegen Grippe lassen, empfehlen Mediziner und Politiker - zumindest aber ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Zum einen, um das bereits durch das Coronavirus stark in Anspruch genommene Gesundheitssystem zu entlasten. Zum anderen sei nicht absehbar, welche Folgen es für einen Patienten haben könnte, sich mit gleich beiden Viren zu infizieren - dem Grippevirus UND dem Coronavirus.

Demnach könnte eine Grippeschutzimpfung durchaus einen positiven Effekt bezüglich eines COVID-19-Verlaufs haben, obgleich sie nicht vor dem Coronavirus schützt. Außerdem würden das gleichzeitige Auftreten von Grippe- und Coronaviren sowohl die Diagnose als auch die Behandlung von Erkrankten erschweren.

Kinderärzte raten zu Grippeschutz für Kinder

Auch für Kinder wird zum Grippeschutz geraten. 43.000 Kinder unter 14 Jahren waren es laut Robert-Koch-Institut im Jahr 2019, die nachweislich an Influenza erkrankt sind. Während eine Coronavirus-Infektion bei Kindern in der Regel eher mild verläuft, kann eine Grippe vor allem die unter Fünfjährigen besonders schwer treffen. Außerdem werde das Influenza-Virus maßgeblich durch Kinder übertragen - u.a. an ihre Eltern und Großeltern.

Mutter sitzt mit krankem Kind auf der Couch.
Vor allem jüngere Kinder haben häufig mit schweren Krankheitsverläufen zu kämpfen. Bildrechte: Colourbox.de

Grippeschutz für Kinder auch als Nasenspray

Wer seinem Kind den Pieks bei der Impfung lieber ersparen möchte oder gerade deshalb auf das Impfen verzichtet hätte, für den gibt es eine Alternative. Kinder können den Grippeschutz auch in Form einer Nasen-Spray-Impfung als Lebendimpfstoff erhalten.

Der beste Zeitpunkt für die Grippeschutzimpfung?

Eine Impfung gegen Grippe sollte vorzugsweise im Oktober oder November durchgeführt werden. Nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat. Daher ist es sinnvoll, sich möglichst vor Beginn der Grippewelle impfen zu lassen. In der Regel schützt die Impfung für sechs bis zwölf Monate. Eine Auffrischung innerhalb der Saison ist daher nicht nötig.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. September 2020 | 17:15 Uhr

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