Influenza-Saison 2022/23 Darum ist die Grippeimpfung dieses Jahr besonders wichtig

Von Oktober bis Mitte Mai, wenn es kühl ist und sich das Leben meist drinnen abspielt, zirkulieren Grippeviren besonders stark. Die vergangenen beiden Influenza-Saisons sind während der Corona-Pandemie fast vollständig ausgeblieben. Was bedeutet das für dieses Jahr?

Impfbescheinigung über eine Grippeschutzimpfung wird ausgefüllt
Experten raten in diesem Jahr zur Impfung gegen Influenza. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Eine drohende Corona-Welle im Herbst und Winter ist nach wie vor in aller Munde, doch auch in Sachen Grippewelle gehen die mahnenden Zeigefinger der Experten so langsam hoch. Angesichts der bevorstehenden Grippesaison ab Oktober haben Hausärzte und Apotheker für die Schutzimpfung gegen Influenza geworben. Bei der geplanten bundesweiten Impfkampagne gegen das Coronavirus müsse auch die Grippeschutzimpfung im Fokus stehen, fordert zum Beispiel der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt.

Nur rund ein Drittel gegen Grippe geimpft

Mit einer deutlichen Steigerung der Impfquoten könne die bevorstehende Grippesaison "wesentlich entspannter" angegangen werden, so Weigeldt. Die Zielvorgaben der Europäischen Union, wonach 75 Prozent der älteren Menschen gegen Grippe geimpft werden sollen, wird in Deutschland bislang nicht annähernd erreicht. So lag die bundesweite Impfquote in der Grippesaison 2019/2020 bei den über 60-Jährigen bei 38,8 Prozent.

"Nach bald drei Jahren Corona-Fokus, müssen die Menschen (...) wieder an die Relevanz anderer Impfungen erinnert werden", forderte Weigeldt, der dabei auch die Politik in der Pflicht sieht. Ziel sollte es sein, dass sich mindestens zwei Drittel der Älteren in dieser Saison gegen Influenza impfen lassen, "gerade auch, weil es dieses Jahr unter Umständen zu einer deutlich heftigeren Grippewelle als in den vergangenen Jahren kommen könnte".

Ein älteres Paar läuft auf dem Gehweg.
Laut EU-Vorgabe sollen 75 Prozent der Älteren gegen Influenza geimpft werden. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO/Dirk Sattler

Höheres Ansteckungsrisiko in diesem Jahr

Das Risiko für eine Ansteckung mit Grippe dürfte in diesem Herbst "für viele größer sein, weil das Immunsystem nach zwei Jahren mit niedrigen Grippezahlen auf den Erreger nicht gut vorbereitet ist", warnt auch der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), Thomas Dittrich. Vor allem im Hinblick auf den Wegfall der meisten Hygiene-Regeln und Kontakt-Beschränkungen könne das problematisch sein.

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Bei gesunden Kindern und Erwachsenen unter 60 Jahren verläuft eine Influenza in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen. Deshalb gibt es für sie auch keine Impfempfehlung - ihnen wird aber auch nicht davon abgeraten. Ältere Menschen kann der Piks dagegen vor schweren Grippeverläufen bis hin zu tödlichen Lungenentzündungen schützen.

Für das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt es auch zunehmend Hinweise darauf, dass Grippe ein Risikofaktor für Herzinfarkte und Schlaganfälle ist. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippeschutzimpfung daher generell Menschen ab 60 Jahren. Dazu kommen Empfehlungen für Schwangere und Menschen mit chronischen Krankheiten mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder anderen Herzkreislauferkrankungen.

Geimpft werden sollte laut Stiko aber auch bei einem erhöhten beruflichen Ansteckungsrisiko, zum Beispiel bei medizinischem Personal und in allen Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr. Darüber hinaus gilt die Impfempfehlung für Menschen, die Risikogruppen anstecken könnten, also zum Beispiel pflegende Angehörige und medizinisches Personal.

Grippe Impfung bei einer Schwangeren
Auch Schwangeren wird die Grippeimpfung von der Stiko emfpohlen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Als günstigster Termin für die Impfung gilt die Zeitspanne zwischen Oktober und Mitte Dezember, weil sich eine Grippewelle meist Anfang des Jahres aufbaut. Es ist jedoch nie zu spät, sich impfen zu lassen, so lange die Grippe noch zirkuliert. Die Impfung gegen Covid-19 und gegen Influenza kann Experten zufolge zeitgleich erfolgen. Insgesamt sollen für die bevorstehende Grippe-Impfsaison rund 26 Millionen Dosen zur Verfügung stehen.

(BRISANT/dpa/afp)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. September 2022 | 17:15 Uhr

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